Objektivkunde – Teil 1

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In Zusammenarbeit mit SIGMA

Vom Prinzip her gibt es zwei unterschiedliche Formen von Digitalkameras:

  • Kameras mit fest verbautem Objektiv
  • und Kameras mit der Möglichkeit Objektive zu wechseln.

Kameras mit Wechselobjektiv nennt man landläufig Systemkamera oder Spiegelreflexkamera. Die Unterschiede zwischen diesen Kameratypen werden wir in eigenen Beiträgen behandeln. In diesem Beitrag wird es nur um Objektive gehen. Es ist dabei nicht das Ziel einzelne Objektive vorzustellen oder zu testen, sondern Dir grundlegende Informationen an die Hand zu geben, die Dir helfen sollen, herauszufinden, welche Objektive (-brennweiten) für Dich und Deine Motive geeignet sind.

Bezeichnungen für Objektive

Die Bezeichnungen für Objektive können sehr lang sein. Du könnt daran ablesen, welche Autofokus-Motoren enthalten sind, ob sie nur für APS-C (DX)-Kameras geeignet sind, für Vollformat (Kleinbild) oder für Micro-Four-Thirds, ob sie einen Bildstabilisator enthalten, ob es ein Zoom ist oder eine Festbrennweite.

Wichtige Kenngrößen: Brennweitenbereich und Lichtstärke

Lichtstärke

Die Lichtstärke ergibt sich aus der größtmöglichen Blendenöffnung (kleinste Blendenzahl) – der sogenannten Offenblende –, die sich an einem Objektiv einstellen lässt.

Objektive mit großem Durchmesser der Frontlinse haben Vorteile bezüglich der Lichtstärke, dabei spielt die Linsenqualität eine gewichtige Rolle. Je geringer die Abbildungsfehler am Rand der Linse sind, desto weiter kann die Blende bei optimaler Abbildungsleistung geöffnet werden. Viele lichtstarke Objektive erreichen daher das Maximum an Abbildungsleistung erst, wenn um mindestens eine Blende abgeblendet wird. Die maximal mögliche Offenblende gibt auch Auskunft darüber, wie gut der Autofokus arbeiten wird und ob die Verwendung von Konvertern möglich ist.

Für die meisten Digitalkameras gilt: Es muss mindestens eine Offenblende von f/5,6 vorhanden sein, damit der AF überhaupt arbeitet, ab f/2,8 oder besser (offener) arbeiten bei einigen Modellen zusätzliche (meist genauere) AF-Sensoren, eine AF-Funktion bei einer maximalen Blendenöffnung von f/8 bieten hingegen nur wenige – meist teure Modelle.

Brennweite

Die Brennweite bestimmt maßgeblich den Bildausschnitt und entscheidet darüber, wie nah Du dem Motiv kommen kannst. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, wie entscheidend die Brennweite den Bildausschnitt bestimmt, möchten wir Dir die nachfolgende Bildreihe zeigen. Du solltest dabei darauf achten, wie groß die Unterschiede im Bereich Weitwinkel (kurze Brennweite) schon bei wenigen Millimetern Unterschied sind und wie gering sie im Bereich Tele (lange Brennweite) sind.

Alle Aufnahmen wurden im manuellen Modus bei 1/800 Sek. mit Blende 5.6 gemacht. Man kann neben den unterschiedlichen Vergrößerungen sehr schön sehen, dass verschiedene Objektive auch bei gleichen Lichtverhältnissen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Qualitative Unterschiede in der Schärfe sind darauf zurückzuführen, dass wir nicht für jede der verwendeten Brennweiten Objektive gleicher Qualität zur Verfügung hatten, für den Eindruck bez. des Bildausschnitts sollte dies aber keine Rolle spielen.

Die vorhergehenden Beispiele zeigen die Wirkung der Brennweite, wenn der Abstand zum Motiv immer gleich bleibt (gleich bleibende Perspektive). Tatsächlich geht es aber auch anders, man verändert mit der Brennweite immer den Abstand so, dass das Motiv immer gleich groß ist (ändernde Perspektive). Um die unterschiedliche Wirkung der Perspektive zu zeigen, haben wir diesmal ein Motiv im Nahbereich aufgenommen.

Beachtet bei dem Vergleich der einzelnen Aufnahmen bitte besonders folgende Dinge: Obwohl mit gleicher Blende aufgenommen, wird der Hintergrund immer unschärfer, je größer die Brennweite wird. Weiterhin wird das Bild immer „flacher“. Während sich bei 12 und 24 mm das Objektiv der Kamera dem Betrachter förmlich entgegenstreckt, scheint es bei den langen Brennweiten immer flacher zu werden. Gleichzeitig kannst Du an der Bildreihe schön erkennen, dass der immer kleiner werdende Bildwinkel die Menge an Hintergrund, die mit aufs Bild kommt, immer weiter einschränkt.

Objektivtypen

Es gibt zwei Typen von Objektiven:

  • Festbrennweiten
  • und Zoomobjektive.

Während Festbrennweiten, wie der Name schon sagt, eine feste Brennweite haben, kann die Brennweite bei Zoomobjektiven in einem vorgegebenen Rahmen durch einen Drehring oder eine Schiebehülse variiert werden.

Man unterscheidet im Wesentlichen die folgenden Objektivarten (bezogen auf DX bzw. APS-C-Sensoren):

  • Normalobjektive mit ca. 30–50 mm Brennweite
  • Weitwinkelobjektive mit Brennweiten unter 30 mm
  • Teleobjektive mit Brennweiten über 50 mm
  • Makroobjektive mit sehr unterschiedlichen Brennweiten, aber einer sehr geringen Naheinstellgrenze
  • Zoomobjektive, die einen unterschiedlich großen Brennweitenbereich in einem einzigen Objektiv vereinigen
  • Spezialobjektive für besondere Effekte, zum Beispiel extreme Weitwinkelobjektive (Fisheye) oder Tilt&Shift-Objektive

In diesem Beitrag werden wir uns speziell mit den ersten drei Objektivarten beschäftigen.

Wenn Du die folgenden Abschnitte liest, wirst Du sehr viele Bildbeispiele finden, die mit den unterschiedlichsten Brennweiten gemacht wurden; soweit möglich, haben wir nicht nur die Brennweite unter dem Foto vermerkt, sondern auch das verwendete Objektiv. Schaue, in welchen Motiven Du Dich wiederfindest, denn genau dort musst Du ansetzen, wenn Du überlegst, Dir neue Objektive zu kaufen.

Lasse Dich bitte nicht davon irritieren, dass die Beispiele zumeist mit Objektiven von Canon bzw. zu Canon kompatiblen Objektiven gemacht wurden. Wir können es leider nicht leisten, diese Beispiele markenübergreifend zu zeigen und alle Objektive doppelt und dreifach zu beschaffen. Die generellen Aussagen, die wir hier treffen, sind (unter Berücksichtigung des Format- (Crop)faktors auch auf alle anderen Marken übertragbar.

Fragen, die Du dir stellen solltest

  • Welche Brennweiten fehlen Dir?
  • Wie groß willst Du die Fotos zeigen?
  • Hast Du eher viel oder wenig Licht zur Verfügung?
  • Welche Motive bevorzugst Du?
  • Wie groß ist das Budget?
  • Bist Du bereit, Kompromisse einzugehen?

Genau diese Fragen solltest Du Dir beim Lesen der folgenden Abschnitte stellen. Die Antworten auf diese Fragen ergeben dann schnell auch die Antwort, welches Objektiv für Dich geeignet ist. Sicher kann man auch andere Nutzer fragen, Du wirst aber schnell feststellen, dass jeder das Objektiv, das er besitzt, auch lobt und das besonders teure Objektive immer als besonders gut gelten (was zwar grundsätzlich seine Berechtigung hat, aber oft für Dich persönlich keine Bedeutung).

Entscheide für Dich selbst – teste, wenn es geht, die Objektive vorher, von einem Freund, in einem Fachgeschäft, auf einer Messe. Und begegnet den Aussagen der Verkäufer in den Fachmärkten mit einem gesunden Misstrauen. Dort wird leider immer öfter großer Unsinn erzählt, weil es darum geht ,so viel wie möglich zu verkaufen und nicht so gut als möglich zu beraten. Nur so wirst Du am Ende zufrieden sein.

Festbrennweite oder Zoom?

Grundsätzlich sind Festbrennweiten lichtstärker als Zoomobjektive und oft auch etwas schärfer, da in Zoomobjektiven mehr Linsen erforderlich sind als in Festbrennweiten. Die Linsen in den Festbrennweiten sind häufig hochwertig, der Preisunterschied ist daher eher gering. Leider ist es noch nicht gelungen, ein Zoomobjektiv in allen Brennweitenbereichen optisch perfekt zu korrigieren.

Insbesondere in den Endbereichen des Zooms kann es am Rand zu Vignettierungen und Unschärfen kommen. Dennoch: Viele Zoomobjektive sind qualitativ inzwischen auf hohem Niveau. Mit einem Zoomobjektiv bist Du in vielen fotografischen Lebenslagen sehr flexibel und musst nicht erst umständlich das Objektiv wechseln. Auf der anderen Seite machen Zoomobjektive bequem. Man ändert nicht den Standpunkt, wenn das Motiv nicht passt, man gestaltet sich das Motiv nicht, man zoomt es sich passend.

Je nachdem, was Du bevorzugst fotografiert, lohnt es sich durchaus, Objektive mit Festbrennweite anzuschaffen, zum Beispiel für die anspruchsvolle Porträt- oder die Makrofotografie. Die Flexibilität eines Zoomobjektivs für spontane Fotogelegenheiten solltest Du Dir trotzdem nicht entgehen lassen.

Ich selbst bevorzuge aber immer, wenn möglich, Festbrennweiten, da sie mich dazu zwingen, mir das Motiv zu „erlaufen“ und bewusst zu gestalten, da ein passendes Zoomen nicht möglich ist. Mein Mitautor Norbert ist dagegen eher der Zoomer.

Eine Ausnahme bildet der Bereich der starken (extremen) Weitwinkel. In diesem Bereich ist aufgrund der bauartbedingten hohen Schärfentiefe und der geringen notwendigen Verschlusszeiten kein dringender Bedarf an Lichtstärke und tatsächlich gibt es auch nur wenige wirklich hochwertige Weitwinkel als Festbrennweite (ganz im Gegensatz zu den Teleobjektiven).

Normalobjektive

Der Bereich der Normalobjektive ist – bezogen auf die Brennweite – recht schmal. Er stellt letztlich nur die Grenze zwischen Weitwinkel- und Teleobjektiven dar. Eine Festbrennweite von 30 mm bezeichnet man auch als Normalobjektiv (DX, APS-C). Für das Kleinbildformat (FX) liegt der Bereich bei 50mm, Micro-Four-Thirds gibt 25 mm als Normalbrennweite an. Der Begriff „Normal“ bezieht sich darauf, dass diese Brennweite den Bildwinkel erfasst, der in etwa dem des menschlichen Auges entspricht.

Eine klassische Anwendung für eine Normalbrennweite sind Ganzkörperporträts. Man hält ausreichend Abstand zum Motiv, ohne gleich mit der Wand im Hintergrund in Konflikt zu geraten. 50 mm | 1/200 Sek. | f/8 | ISO 100 | Studioblitz | EF 50/1,4
Eine klassische Anwendung für eine Normalbrennweite sind Ganzkörperporträts. Man hält ausreichend Abstand zum Motiv, ohne gleich mit der Wand im Hintergrund in Konflikt zu geraten.
50 mm | 1/200 Sek. | f/8 | ISO 100 | Studioblitz | EF 50/1,4
Nur 10 mm weniger Brennweite hört sich im ersten Moment nicht viel an, ist aber in dem Brennweitenbereich schon erheblich. Mit 40 mm war diese Aufnahme ohne Probleme möglich, 50 mm hätten schon eine Leiter erfordert. 40 mm | f/2,8 | 1/30 Sek. | ISO 800 | EF 40/2,8 STM
Nur 10 mm weniger Brennweite hört sich im ersten Moment nicht viel an, ist aber in dem Brennweitenbereich schon erheblich. Mit 40 mm war diese Aufnahme ohne Probleme möglich, 50 mm hätten schon eine Leiter erfordert.
40 mm | f/2,8 | 1/30 Sek. | ISO 800 | EF 40/2,8 STM

Diese Brennweite entspricht in etwa der Bilddiagonalen eines APS-C-Sensors (27 mm). Das klassische Normalobjektiv aus der Kleinbildfotografie mit 50 mm Brennweite ist daher eigentlich schon ein leichtes Tele. Die Anwendungspraxis (und letztendlich auch die Preisstruktur) haben aber dazu geführt, dass der Bereich 50–60 mm in der Anwendung immer noch eher als Normalbrennweite verwendet wird, auch an APS-C. Wir betrachten daher in diesem Unterkapitel Brennweiten im Bereich 30–60 mm.

Aufgrund der großen Lichtstärke, die auch günstige Festbrennweiten im Bereich um 50 mm erzielen, lassen sich nicht nur tolle Porträts damit machen, sondern auch Naturaufnahmen, die aufgrund des extremen Schärfeverlaufs spannend wirken können. 50 mm | f2 | 1/4.000 Sek. | ISO 100 | EF 50/1,4
Aufgrund der großen Lichtstärke, die auch günstige Festbrennweiten im Bereich um 50 mm erzielen, lassen sich damit nicht nur tolle Porträts machen, sondern auch Naturaufnahmen, die aufgrund des extremen Schärfeverlaufs spannend wirken können.
50 mm | f2 | 1/4.000 Sek. | ISO 100 | EF 50/1,4
Neben Porträts eignen sich Normalbrennweiten auch für kleine Studien – dazu reicht es, mit offenem Blick das Geschehen um sich herum zu beobachten und die Kamera griffbereit zu haben. Durch die „normale“ Sicht, die man durch so ein Objektiv hat, fängt man jede Szene „wie gesehen“ ein. 50 mm | f/10 | 1/200 Sek. | ISO 100 | Studioblitz | EF 50/1,4
Neben Porträts eignen sich Normalbrennweiten auch für kleine Studien – dazu reicht es, mit offenem Blick das Geschehen um sich herum zu beobachten und die Kamera griffbereit zu haben. Durch die „normale“ Sicht, die man durch so ein Objektiv hat, fängt man jede Szene „wie gesehen“ ein.
50 mm | f/10 | 1/200 Sek. | ISO 100 | Studioblitz | EF 50/1,4

Bilder, die mit Normalobjektiven aufgenommen wurden, wirken auf den Betrachter relativ eng, auch wenn der Bildwinkel in etwa dem Sehwinkel des Auges entspricht. Dies liegt am unterschiedlichen Sehverhalten von Auge und Kamera. Das Auge befindet sich im Gegensatz zur Kamera in ständiger Bewegung und erfasst so einen größeren Bereich der Umgebung, der in etwa dem Doppelten des normalen Bildwinkels entspricht.

Mit Normalbrennweiten lassen sich natürlich auch Porträts mit einem klassischen Ausschnitt machen, mit APS-C sogar besser als mit Kleinbildformat, allerdings muss man auch nah ans Modell ran, was nicht jedem gegeben ist. 50 mm | f/5 | 1/200 Sek. | ISO 100 | Studioblitz | EF 50/1,4
Mit Normalbrennweiten lassen sich natürlich auch Porträts mit einem klassischen Ausschnitt machen, mit APS-C sogar besser als mit Kleinbildformat, allerdings muss man auch nah ans Modell ran, was nicht jedem gegeben ist.
50 mm | f/5 | 1/200 Sek. | ISO 100 | Studioblitz | EF 50/1,4

Abschließend einmal ein Vergleich, der Dir zeigt, dass es nicht immer teuer sein muss. Mal ehrlich: Siehst Du wirklich wesentliche Unterschiede?

300-euro-objektiv
Aufnahme mit Canon EF 50/1,4 bei Blende f/5,6 – Kostenpunkt ca. 300 € für das Objektiv

 

Aufnahme mit Canon EF S 18 – 55/4,5–5,6 bei Blende f/5,6 – Kostenpunkt ca. 40 € für das Objektiv (im Kit) oder rund 90 € bei Einzelbestellung
Aufnahme mit Canon EF S 18 – 55/4,5–5,6 bei Blende f/5,6 – Kostenpunkt ca. 40 € für das Objektiv (im Kit) oder rund 90 € bei Einzelbestellung
Aufnahme mit einem Nikkor 50/1,8 bei Blende f/5,6 – Kostenpunkt ca. 150 € für das Objektiv (es ist ein Adapter erforderlich und es kann nur manuell fokussiert werden)
Aufnahme mit einem Nikkor 50/1,8 bei Blende f/5,6 – Kostenpunkt ca. 150 € für das Objektiv (es ist ein Adapter erforderlich und es kann nur manuell fokussiert werden)

Der wesentliche Unterschied dieser Objektive ist nicht die Leistung bei vergleichbaren Einstellungen, sondern der Komfort und die Lichtstärke. Während das EF S eben nicht mehr als f/5,6 kann, leistet das EF 50/1,4 eben vier Blenden mehr Lichtstärke und eine entsprechend hohe Freistellungsleistung, das Nikkor ist ähnlich gut und lichtstark, kostet nur die Hälfte, muss aber manuell fokussiert werden.

Aufnahme mit einem Canon EF 50/1,4 bei Blende f/1,4 – diese Aufnahme zeigt im Vergleich das enorme Freistellungspotenzial der Offenblende f/1,4.
Aufnahme mit einem Canon EF 50/1,4 bei Blende f/1,4 – diese Aufnahme zeigt im Vergleich das enorme Freistellungspotenzial der Offenblende f/1,4.

Weitwinkelobjektive

Objektive, die Brennweitenbereiche unter 30 mm abdecken, nennt man Weitwinkelobjektive. Heutzutage gelten Objektive mit einem Bildwinkel von etwa 110° bis 65° (kleinbildäquivalente Brennweite von 14 bis 22 mm) als extreme Weitwinkel. Als extrem werden sie deshalb bezeichnet, weil der Bildwinkel in etwa das Doppelte des Sehwinkels des menschlichen Auges beträgt und daher einen eher ungewohnten Anblick bietet, der der Bildgestaltung viele kreative Gestaltungsfreiräume schafft. Die Schärfentiefe bei extremen Weitwinkeln ist sehr groß, sodass selbst bei Offenblende große Bereiche des Bildes scharf abgebildet werden.

Neben klassischen Anwendungen im Bereich Panoramen und Landschaften lassen extrem kurze Brennweiten auch jede andere Art von Übersichtsaufnahme zu, die aufgrund des ungewöhnlichen Blickwinkels besonders dann eine enorme Tiefe bekommen, wenn sich ein Teil des Motivs im Vordergrund befindet. 12 mm | f/4,5 | 1/640 Sek. | ISO 100 Sigma 12–24 mm (erste Version)
Neben klassischen Anwendungen im Bereich Panoramen und Landschaften lassen extrem kurze Brennweiten auch jede andere Art von Übersichtsaufnahme zu, die aufgrund des ungewöhnlichen Blickwinkels besonders dann eine enorme Tiefe bekommen, wenn sich ein Teil des Motivs im Vordergrund befindet.
12 mm | f/4,5 | 1/640 Sek. | ISO 100 Sigma 12–24 mm (erste Version)
Für echte Porträts eignen sich extreme Weitwinkel dagegen weniger. Durch die nötige Nähe zum Motiv kommt es dann doch zu einer eher unüblichen Perspektive – in diesem Fall fand der junge Mann das Foto aber lustig und hat mir ausdrücklich erlaubt, es zu benutzen. 12 mm | f/5,6 | 1/400 Sek. | ISO 1.600 | Sigma 12–24 (alte Version)
Für echte Porträts eignen sich extreme Weitwinkel dagegen weniger. Durch die nötige Nähe zum Motiv kommt es dann doch zu einer eher unüblichen Perspektive – in diesem Fall fand der junge Mann das Foto aber lustig und hat mir ausdrücklich erlaubt, es zu benutzen.
12 mm | f/5,6 | 1/400 Sek. | ISO 1.600 | Sigma 12–24 (alte Version)
Wenn man dagegen etwas Distanz zum Motiv hat (und braucht, damit das Motiv nicht aus dem Bild springt), können Weitwinkel sehr hilfreich sein. Die Proportionen wirken soweit auch recht natürlich. 12 mm | f/4,5 | 1/250 Sek. | Aufhellblitz (Speedlite 580 EX II) | Sigma 12–24 (alte Version)
Wenn man dagegen etwas Distanz zum Motiv hat (und braucht, damit das Motiv nicht aus dem Bild springt), können Weitwinkel sehr hilfreich sein. Die Proportionen wirken soweit auch recht natürlich.
12 mm | f/4,5 | 1/250 Sek. | Aufhellblitz (Speedlite 580 EX II) | Sigma 12–24 (alte Version)
Für Innenaufnahmen eignen sich extreme Weitwinkel natürlich ausgezeichnet, gerade weil der Platz oft sehr begrenzt ist. Die hier gezeigte Aufnahme wurde übrigens freihändig mit der HDR-Funktion gemacht, die auch die EOS 650D hat. Diese Funktion lässt auch hohe ISO zu, durch die Verrechnung der drei Teilbilder reduziert sich das Rauschen erheblich. 12 mm | f/4,5 | 1/100 Sek. (Basis) | ISO 6.400 | Sigma 12–24 (alte Version)
Für Innenaufnahmen eignen sich extreme Weitwinkel natürlich ausgezeichnet, gerade weil der Platz oft sehr begrenzt ist. Die hier gezeigte Aufnahme wurde übrigens freihändig mit einer kamerainternen HDR-Funktion gemacht. Diese Funktion lässt auch hohe ISO zu, durch die Verrechnung der drei Teilbilder reduziert sich das Rauschen erheblich.
12 mm | f/4,5 | 1/100 Sek. (Basis) | ISO 6.400 | Sigma 12–24 (alte Version)

Der mittlere Weitwinkelbereich beginnt bei 24 mm und endet bei circa 30 mm. Der Bildwinkel (Kleinbild) deckt einen Bereich von etwa 85° bis 70° ab und beträgt damit immer noch fast das Doppelte des menschlichen Sehwinkels. Insgesamt wirken die Bilder aber fast schon normal auf das menschliche Auge. Weitwinkelobjektive sind gut geeignet für Reportagen, Architektur- und Landschaftsfotografie.

Das klassische Weitwinkelobjektiv für Kleinbild hat eine Brennweite von 35 mm. Dies hat gewissermaßen historische Gründe, denn 35 mm war lange Jahre die kleinste Brennweite, die sich verzeichnungsfrei herstellen ließ.

Es gibt aber schon seit einigen Jahrzehnten durchaus sehr gute Festbrennweiten in den Größen 24, 28 und 30 mm, die auch eine akzeptable Lichtstärke aufweisen. Konstruktiv bedingt sind solche Objektive aber erheblich größer als Objektive mit 50 mm und gleicher Lichtstärke.

Aufnahme bei Brennweite 28 mm (Weitwinkelzoomobjektiv). Wenn der Abstand zum Motiv nicht beliebig verändert werden kann, sind Zoomobjektive die erste Wahl. 28 mm | f/8 | 1/250 Sek. | ISO 100 | Sigma 28–105/f/2,8–4
Aufnahme bei Brennweite 28 mm (Weitwinkelzoomobjektiv). Wenn der Abstand zum Motiv nicht beliebig verändert werden kann, sind Zoomobjektive die erste Wahl.
28 mm | f/8 | 1/250 Sek. | ISO 100 | Sigma 28–105/f/2,8–4
28 mm Brennweite waren ausreichend kurz, um dieses Ganzkörperporträt im High-Key-Stil für eine Werbeserie noch im Stehen zu fotografieren, ohne auf einer Leiter wackeln zu müssen. 28 mm | f8 | 1/160 Sek. | ISO 100 | Studioblitz | Sigma 28/1,8 EX
28 mm Brennweite waren ausreichend kurz, um dieses Ganzkörperporträt im High-Key-Stil für eine Werbeserie noch im Stehen zu fotografieren, ohne auf einer Leiter wackeln zu müssen.
28 mm | f8 | 1/160 Sek. | ISO 100 | Studioblitz | Sigma 28/1,8 EX

Wie auch schon bei den Normalobjektiven folgt hier ein kleiner Vergleich, der zeigt, dass auch Weitwinkel nicht teuer sein muss.

Weitwinkelaufnahme mit 18 mm Brennweite mit einem Sigma 12–24 Ex (alte Version), ca. 700 €
Weitwinkelaufnahme mit 18 mm Brennweite mit einem Sigma 12–24 Ex (alte Version), ca. 700 €
Weitwinkelaufnahme mit einem Kit-Objektiv EF S 18–55 mm bei 18 mm Brennweite (Neukauf ca. 90 €)
Weitwinkelaufnahme mit einem Kit-Objektiv EF S 18–55 mm bei 18 mm Brennweite (Neukauf ca. 90 €)

Einen weiteren interessanten Vergleich können wir Dir noch für die Brennweite 28 mm bieten, zumal hier die Preisdifferenzen noch eklatanter sind.

Festbrennweiten mit 28 mm haben durchaus Lichtreserven, aber bei Blende f/5,6 unterscheidet sich das Ergebnis wenig von der Kit-Linse. Sigma 28/1,8 EX HSM für rund 700 €.
Festbrennweiten mit 28 mm haben durchaus Lichtreserven, aber bei Blende f/5,6 unterscheidet sich das Ergebnis wenig von der Kit-Linse. Sigma 28/1,8 EX HSM für rund 700 €.
Ergebnis der bekannten Kit-Linse EF S 18-55 mm bei 28 mm und f/5,6
Ergebnis der bekannten Kit-Linse EF S 18-55 mm bei 28 mm und f/5,6
Nun der Preisbrecher: Diese Aufnahme wurde auch mit einem 28-mm-Objektiv gemacht, nämlich einem Exakta 28/2,8 Macro, das per M42-Adapter mit der Kamera verbunden wurde. Es muss natürlich manuell fokussiert werden, hat aber mit f/2,8 als Anfangsblende eine durchaus gute Lichtstärke, bildet scharf ab und ist für 18 € bei eBay ein echtes Schnäppchen. Auch alte Objektive machen – wie man unschwer erkennt – durchaus Sinn.
Nun der Preisbrecher: Diese Aufnahme wurde auch mit einem 28-mm-Objektiv gemacht, nämlich einem Exakta 28/2,8 Macro, das per M42-Adapter mit der Kamera verbunden wurde. Es muss natürlich manuell fokussiert werden, hat aber mit f/2,8 als Anfangsblende eine durchaus gute Lichtstärke, bildet scharf ab und ist für 18 € bei eBay ein echtes Schnäppchen. Auch alte Objektive machen – wie man unschwer erkennt – durchaus Sinn.

Teleobjektive

Oberhalb einer Brennweite von 50 mm beginnt der Bereich der Teleobjektive. In diesem Bereich ist die Vielfalt der Objektive am größten und deckt derzeit einen Brennweitenbereich von 70 mm bis hin zu unglaublichen 1.200 mm ab. Im Brennweitenbereich von 60 bis 135 mm spricht man von leichten Teleobjektiven. Hier treten schon typische Effekte der Telefotografie zutage: ein eingeengter, konzentrierter Bildwinkel und ein verdichteter Raum, ohne dass das Bild unnatürlich wirkt.

Die Schärfentiefe bei weit geöffneter Blende ist gering. Sofern der Abstand zum Hintergrund ausreichend groß ist, gelingt eine gute Freistellung durch Unschärfe. Sofern ausreichend Platz vorhanden ist, um Abstand vom Motiv zu nehmen, sind diese Objektive sicherlich die Klassiker der Porträt- und Peoplefotografie. Aufgrund der (immer noch relativ preiswerten) hohen Lichtstärke werden sie auch gern in der Theater- und Sportfotografie eingesetzt.

Ton in Ton – damit sich das Modell ausreichend vom Hintergrund abhebt, muss mit Offenblende gearbeitet werden. 85 mm | f/1,8 | 1/3.200 Sek. | ISO 100 | Canon EF 85/1,8 USM
Ton in Ton – damit sich das Modell ausreichend vom Hintergrund abhebt, muss mit Offenblende gearbeitet werden.
85 mm | f/1,8 | 1/3.200 Sek. | ISO 100 | Canon EF 85/1,8 USM
An dieser Aufnahme lässt sich schön erkennen, dass leichte Teleobjektive da ihre Grenze haben, wo Abstand zwischen Hintergrund und Motiv nicht ausreichend groß ist; die Schärfentiefe ist zwar gering, aber der Hintergrund ist in dieser Aufnahme noch deutlich zu sehen und lenkt ab. Schöner wäre diese Aufnahme sicher mit 200 mm und f/2,8 geworden. 85 mm | f/1,8 | 1/1000 Sek. | ISO 100 | Canon EF 85/1,8 USM
An dieser Aufnahme lässt sich schön erkennen, dass leichte Teleobjektive da ihre Grenze haben, wo Abstand zwischen Hintergrund und Motiv nicht ausreichend groß ist; die Schärfentiefe ist zwar gering, aber der Hintergrund ist in dieser Aufnahme noch deutlich zu sehen und lenkt ab. Schöner wäre diese Aufnahme sicher mit 200 mm und f/2,8 geworden.
85 mm | f/1,8 | 1/1000 Sek. | ISO 100 | Canon EF 85/1,8 USM

 

In manchen Situationen macht eine Blende Lichtstärke eine Menge aus. ISO 12.800 waren trotzdem nötig, um die mit ruhiger Hand gerade eben noch mit Freihand machbare Belichtungszeit ruhig zu halten. Der Hintergrund ist schön unscharf geworden. (Der Abstand ist auch deutlich größer als bei dem Sportbild.) Sehen Sie in dem Druckbild viel Rauschen? 85 mm | f/1,8 | 1/40 Sek. | ISO 12.800 | Ef 85/1,8 USM
In manchen Situationen macht eine Blende Lichtstärke eine Menge aus. ISO 12.800 waren trotzdem nötig, um die mit ruhiger Hand gerade eben noch mit Freihand machbare Belichtungszeit ruhig zu halten. Der Hintergrund ist schön unscharf geworden. (Der Abstand ist auch deutlich größer als bei dem Sportbild.) Das Rauschen ist kaum zu sehen.
85 mm | f/1,8 | 1/40 Sek. | ISO 12.800 | Ef 85/1,8 USM

Nun kommen wir zu meiner Lieblingslinse. Für ein APS-C-Sensorformat ist sie sicherlich etwas lang und hin und wieder möchte ich gerne die eine oder andere Wand dahinter damit versetzen. Aber in Schärfe, Bokeh, Farben, Kontrast ist dieses Objektiv für mich unschlagbar, ich meine das EF 135/2 L USM (die vergleichbare Linse, das Nikkor 135/2 hat eine ebenso gute Qualität).

Der Vorteil der räumlichen Beschränkungen, denen man bei diesem Objektiv ab und an unterliegt, ist die Beschränkung in der Motivwahl. Es entstehen manchmal beinahe von selbst sehr „nahe“ Aufnahmen. Die leichte Verdichtung der Perspektive durch den Teleeffekt unterstützt die Wirkung der Nähe. 135 mm | f/2 | 1/160 Sek. | Blitz (Speedlite 580 EX II) | EF 135/2 L USM
Der Vorteil der räumlichen Beschränkungen, denen man bei diesem Objektiv ab und an unterliegt, ist die Beschränkung in der Motivwahl. Es entstehen manchmal beinahe von selbst sehr „nahe“ Aufnahmen. Die leichte Verdichtung der Perspektive durch den Teleeffekt unterstützt die Wirkung der Nähe.
135 mm | f/2 | 1/160 Sek. | Blitz (Speedlite 580 EX II) | EF 135/2 L USM
Neben der Möglichkeit, mit der geringen Schärfentiefe zu arbeiten, ist der Vorteil einer Anfangsblende von f/2 natürlich auch die Lichtstärke, die es auch in eher dunklen Umgebungen erlaubt, noch korrekt belichtete Fotos zu bekommen, ohne die ISO zu sehr nach oben ziehen zu müssen. 135 mm | f/2 | 1/200 Sek. | ISO 1.600 | EF 135/2 L USM
Neben der Möglichkeit, mit der geringen Schärfentiefe zu arbeiten, ist der Vorteil einer Anfangsblende von f/2 natürlich auch die Lichtstärke, die es auch in eher dunklen Umgebungen erlaubt, noch korrekt belichtete Fotos zu bekommen, ohne die ISO zu sehr nach oben ziehen zu müssen.
135 mm | f/2 | 1/200 Sek. | ISO 1.600 | EF 135/2 L USM
Schlussendlich blendet dieses Objektiv bei ausreichend Raum auch bei Peopleaufnahmen selbst sehr unruhige Hintergründe so weit weg, dass sie nicht mehr ablenken und der Betrachter sich auf die Person konzentriert. Bei viel Licht sind der Offenblende allerdings irgendwann auch Grenzen gesetzt, 1/4000 Sek. ist ein Grenzwert. Im Zweifel muss dann doch abgeblendet werden oder ein Graufilter zum Einsatz kommen. Der sollte dann allerdings von hoher Qualität sein, um das Objektiv nicht in seiner Leistung zu reduzieren. 135 mm | f/2 | 1/4000 Sek. | ISO 100 | EF 135/2 L USM
Schlussendlich blendet dieses Objektiv bei ausreichend Raum auch bei Peopleaufnahmen selbst sehr unruhige Hintergründe so weit weg, dass sie nicht mehr ablenken und der Betrachter sich auf die Person konzentriert. Bei viel Licht sind der Offenblende allerdings irgendwann auch Grenzen gesetzt, 1/4000 Sek. ist ein Grenzwert. Im Zweifel muss dann doch abgeblendet werden oder ein Graufilter zum Einsatz kommen. Der sollte dann allerdings von hoher Qualität sein, um das Objektiv nicht in seiner Leistung zu reduzieren.
135 mm | f/2 | 1/4000 Sek. | ISO 100 | EF 135/2 L USM

Im klassischen Telebereich von 135 bis 200 mm Brennweite weisen die Bilder sehr ausgeprägt die typischen Telecharakteristika auf, sie werden stark verdichtet. Dieser Brennweitenbereich eignet sich gut für Architekturdetails, wenn der Vordergrund ausgeblendet werden soll, oder auch für Porträts. Letzteres gilt insbesondere für Porträts kleinerer Kinder, die nicht von der Kamera abgelenkt werden sollen. Auch die Tierfotografie im Zoo kannst Du mit solchen Brennweiten gut meistern.

200 mm an APS-C sind schon ordentlich Brennweite, völlig ausreichend, um nicht zu scheue Vögel in einer Größe zu fotografieren, die mit ein wenig Beschnitt eine passabel detaillierte Aufnahme ergibt und bei der man doch so weit wegbleiben kann, dass die nistende Möwe sich nicht gestört fühlt und zum Angriff übergehen würde (was sie im Zweifel tun würde, wobei sie sehr unangenehm werden kann). 200 mm | f/2,8| 1/2.500 Sek. | ISO 400 | EF 200/2,8 L USM
200 mm an APS-C sind schon ordentlich Brennweite, völlig ausreichend, um nicht zu scheue Vögel in einer Größe zu fotografieren, die mit ein wenig Beschnitt eine passabel detaillierte Aufnahme ergibt und bei der man doch so weit wegbleiben kann, dass die nistende Möwe sich nicht gestört fühlt und zum Angriff übergehen würde (was sie im Zweifel tun würde, wobei sie sehr unangenehm werden kann).
200 mm | f/2,8| 1/2.500 Sek. | ISO 400 | EF 200/2,8 L USM

Oberhalb von 200 mm Brennweite beginnt der extreme Telebereich. Der Bildwinkel ist hier auf einstellige Werte reduziert. Solche Teleobjektive siehst Du häufig bei großen Sportevents am Spielfeldrand: Dort tummeln sich meist jede Menge Fotografen mit den charakteristischen langen „Tüten“, die die Spieler auf dem Spielfeld möglichst formatfüllend auf den Sensor bannen sollen. 400 bis 600 mm Brennweite sind hier die Regel, ein Brennweitenbereich, der aber auch für Wildlife-Fotografen interessant ist, die sich ihrer fotografischen Beute nicht weit genug nähern können oder wollen (allerdings haben solche großen Objektive auch wahrlich große Preise)

Plane-Spotter benötigen viel Brennweite, da auch größere Fluggeräte nur selten so tief oder so nah vorbeifliegen, dass man sie mit kurzer Brennweite sinnvoll fotografieren könnte. Um dem Objekt der fotografischen Begierde sinnvoll folgen zu können, ist ein Zoomobjektiv sicher eine gute Wahl. 300 mm | f/4 | 1/500 Sek. | ISO 100 | Sigma 100–300/4 EX APO HSM
Plane-Spotter benötigen viel Brennweite, da auch größere Fluggeräte nur selten so tief oder so nah vorbeifliegen, dass man sie mit kurzer Brennweite sinnvoll fotografieren könnte. Um dem Objekt der fotografischen Begierde sinnvoll folgen zu können, ist ein Zoomobjektiv sicher eine gute Wahl.
300 mm | f/4 | 1/500 Sek. | ISO 100 | Sigma 100–300/4 EX APO HSM
400 mm | f/5,6 | 1/500 Sek. | ISO 100 | EF 200/2,8 L USM mit 2x Konverter Sigma
Kleine Vögel sind meistens sehr scheu. Ich bin sicher kein begnadeter Vogelfotograf und daher musste für dieses Foto ein schlichter Spatz herhalten. Du siehst wie klein der Vogel trotz erheblicher Brennweite ist.
400 mm | f/5,6 | 1/500 Sek. | ISO 100 | EF 200/2,8 L USM mit 2x Konverter Sigma
 Sobald die Möwen sich in die Lüfte erheben, ist es auch bei großen Vögeln mit den kürzeren Brennweiten vorbei. Übrigens sind Möwen ideal, um den Umgang mit AI Servo und Nachführen zu üben. Es ist gar nicht so einfach, das Tier immer im AF zu halten. 400 mm | f/5,6 | 1/800 Sek. | ISO 100 | EF 200/2,8 L USM mit 2x Konverter Sigma
Sobald die Möwen sich in die Lüfte erheben, ist es auch bei großen Vögeln mit den kürzeren Brennweiten vorbei. Übrigens sind Möwen ideal, um den Umgang mit dem kontinuierlich folgendem Autofokus und dem Nachführen zu üben. Es ist gar nicht so einfach, das Tier immer im Fokus zu halten.
400 mm | f/5,6 | 1/800 Sek. | ISO 100 | EF 200/2,8 L USM mit 2x Konverter Sigma

Um die Baulänge solcher Teleobjektive zu reduzieren, müssen besondere Linsen eingesetzt werden.

Es kommt dabei sehr hochwertiges Glas zum Einsatz, damit die Abbildungsfehler so weit wie möglich vermieden werden. Sehr große Offenblenden sind die Regel, denn die Lichtstärke ist bei diesen extremen Brennweiten ein kritischer Punkt. Die Korrektur der Linsen kann jedoch nur optische Störungen innerhalb des Objektivs beseitigen. Die extreme Raumverdichtung der langen Brennweiten führt dazu, dass Staub, Nebel und Dunst ebenso stark verdichtet werden und Aufnahmen daher häufig etwas flau und kontrastarm wirken. Brennweiten oberhalb von 300 mm lassen sich allein aufgrund des Objektivgewichts kaum noch aus der freien Hand fotografieren und erfordern zumindest ein Einbeinstativ als Stütze oder aber Verschlusszeiten oberhalb von 1/500 Sek.

Aufnahme mit 200-mm-Telezoomobjektiv und 2-fach-Konverter (400 mm Gesamtbrennweite). Sehr schön zu sehen ist die optische Verdichtung des Raumes durch das Teleobjektiv. Die Tribüne hinter den Spielern wirkt nah dran, ist aber in Wirklichkeit deutlich entfernt (mehr als 50 m). Trotz der Blende von f5.6 funktioniert die Motivfreistellung durch Unschärfe bei diesen langen Brennweiten gut. 400 mm | f5.6 | 1/1.000 Sek. | ISO 640 | Sigma 70-200/2,8 EX APO HSM (alte Version) mit 2x Konverter Sigma
Aufnahme mit 200-mm-Telezoomobjektiv und 2-fach-Konverter (400 mm Gesamtbrennweite). Sehr schön zu sehen ist die optische Verdichtung des Raumes durch das Teleobjektiv. Die Tribüne hinter den Spielern wirkt nah dran, ist aber in Wirklichkeit deutlich entfernt (mehr als 50 m). Trotz der Blende von f5.6 funktioniert die Motivfreistellung durch Unschärfe bei diesen langen Brennweiten gut.
400 mm | f5.6 | 1/1.000 Sek. | ISO 640 | Sigma 70-200/2,8 EX APO HSM (alte Version) mit 2x Konverter Sigma

Wie auch bei den vorhergehenden Abschnitten an dieser Stelle ein kurzer Vergleich, was verschiedene Preisklassen leisten:

Revuenon Special 135/2,8 M42 bei f/5,6 (adaptiert – manueller Fokus, manuell abgeblendet) – vom Flohmarkt für 5 €
Revuenon Special 135/2,8 M42 bei f/5,6 (adaptiert – manueller Fokus, manuell abgeblendet) – vom Flohmarkt für 5 €
Canon EF 135/2 L USM bei f/5,6 – ca. 1.000 €
Canon EF 135/2 L USM bei f/5,6 – ca. 1.000 €
Sigma 70–200/2,8 EX APO HSM (alte Version) bei f/5,6 – ca. 700 €
Sigma 70–200/2,8 EX APO HSM (alte Version) bei f/5,6 – ca. 700 €

In Grenzbereichen trennt sich dann aber doch die Spreu vom Weizen, beide Objektive im folgenden Vergleich sind laut Herstellerangaben konvertertauglich. Ein 2-fach-Konverter verdoppelt aber auch die Abbildungsfehler. Etwas abgeblendet relativieren sich diese Fehler ein wenig, daher folgt in diesem Fall ein Vergleich bei Offenblende.

Das Sigma 70–200/2,8 EX APO HSM im Vergleich zum …
Das Sigma 70–200/2,8 EX APO HSM im Vergleich zum …
… Canon EF 200/2,8 L USM, beide mit 2x-Konverter, ist sichtbar unschärfer, wenn auch beide Objektive tatsächlich noch akzeptable Ergebnisse liefern.
… Canon EF 200/2,8 L USM, beide mit 2x-Konverter, ist sichtbar unschärfer, wenn auch beide Objektive tatsächlich noch akzeptable Ergebnisse liefern.

Wir hoffen, dass Dir dieser Beitrag gefällt und eine Hilfe sein wird, wenn es darum geht, welche Objektive und Brennweiten für Dich geeignet sind.

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11 Kommentare

  1. Ronny
      Juni 6, 2017 at 12:21 PM
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    Auch bieten moderne Kameras schon Verschlusszeiten von1/32.000 durch einen elektronischen Verschluss, somit kann man auch bei Offenblende z.B. 2.0 90mm noch wunderbare Fotos erzeugen… Sonst ein toller Artikel…👍

  2. Ronny
      Juni 6, 2017 at 12:15 PM
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    Hallo, noch eine Ergänzung zum ww… Besitze ein 16mm mit lichtstärke f1.4… Damit kann ich bis auf 15cm ans Motiv ran und es gelingen trotzdem tolle Bilder mit schöner tiefenwirkung…👍

  3.   Juni 1, 2017 at 11:28 AM
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    Diesen Artikel finde ich sehr gut, auch wenn für mich keine neuen Erkenntnisse herauskamen. Für Anfänger und fortgeschrittene anfänger aber dürfte das Material, das hier geliefert wurde gut verständlich, interessant und brauchbar sein.
    Eine Anmerkung habe ich noch: Als Vielfotografierender habe ich die Feststellung gemacht, dass die Billigobjektive die ich bisher benutzt habe (Kitobjektive) in der Regel nach etwa 10 000 Auslösungen die Autofocusfunktion aufgaben und nur noch mit Offenblende genutzt werden konnten. Es kann also durchaus sinnvoll sein, etwas mehr (jedenfalls für neue Objektive) auszugeben, wenn man viel fotografiert.
    Mit (billigen, aber ehemals teuren) alten Objektiven und Adaptern habe ich jedoch gute Erfahrungen gemacht, auch wenn sie oft nur eingeschränkten Schärfebereich haben, da sie aufgrund der größeren Distanz zu Sensor nicht mehr bis Unendlich abbilden können, was aber bei manchen Objektiv-Kamera- Verbindungen durchaus nicht der Fall sein kann.

    1.   Juni 1, 2017 at 11:29 AM
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      Soll heißen: “bis Unendlich scharf abbilden”

    2. Jenny
        September 18, 2017 at 4:24 PM
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      Ui… das mit den Kit-Objektiven kann ich zum Glück so nicht bestätigen… Meins hat schon ca. 30.000 runter und funktioniert einwandfrei (18-55 mm STM). Als Manko muss ich aber anführen, dass sich mit dem Teil nunmehr kaum manuell fokussieren lässt, weil die Ringe (auch Zoom) mit der Zeit sowas von leichtgängig geworden sind.

  4.   Mai 31, 2017 at 2:24 PM
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    Herzlichen Dank für ihre Ausführungen zu Objektivkunde – Teil 2,
    ich besitze 2 Objektive – 70 mm – 300 mm mit Makro und ein 60 mm Makro,
    werde nun noch ein 14 mm – 150 mm anschaffen weil ich denke für Tier, Insekten, Blumen, Landschaften, Porträt und auf Reisen gut ausgerüstet zu sein, zur EOS 60D.

  5. Günter Hofbauer
      Mai 31, 2017 at 1:36 PM
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    WOW ! Echt toll erklärt !

  6. Norbert Kockert
      Mai 31, 2017 at 10:43 AM
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    Wow , bin begeistert , soviel Information auf einen Schlag.
    Lieben Dank , gerne mehr
    Gruß Norbert

  7.   Mai 31, 2017 at 9:07 AM
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    Beim 2. Vergleich der verschiedenen Brennweiten (Kameragehäuse als Motiv) sieht man einen zusätzlichen Effekt: Dadurch, dass mit zunehmender BW immer weniger der weißen Tischplatte mit in die Belichtungsmessung einfließt, wird die Belichtung des Hauptmotives immer genauer.

    Lange BW habe den Vorteil, daß man Bilder leichter unbemerkt aus dem Hinterhalt schießen kann (Street). Man wird aber auch feststellen, daß einem fast immer jemand ins Bild latscht, da der Abstand zum Motiv sehr groß wird. Besonders intensiv passiert das bei Foto-Workshops, wenn sich andere Teilnehmer mit WW vor das sorgfältige Arrangement stellen.

  8. Markus Krämer
      Mai 31, 2017 at 7:04 AM
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    Habe gedacht, ich kenne mich aus . Dem ist, nach Deiner Erklärung aber nicht so. Weiter so! Super erklärt.

  9. Pingback: Objektivkunde - Teil 2 - Fotoschule

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