Consumer-, Semiprofi-, Profimodell – was bedeutet denn das?

Consumer, Semiprofi und Profimodell

In Zusammenarbeit mit SIGMA
Bisher hatten wir uns mit Objektiven und mit neuen bzw. älteren Kameras einer Modellreihe beschäftigt, um Dich bei Deinen Kaufentscheidungen zu unterstützen.

Doch oft ist es so, dass es bei Deinen Kaufentscheidungen gar nicht um ein neues Nachfolgemodell geht, sondern darum, dass Du Dich „vergrößern“ möchtest, weil Dir die Funktionen Deines bisherigen Modelles nicht ausreichen. Oder weil Du an die Leistungsgrenzen Deiner Kamera gestoßen bist, weil Du zum Beispiel Fotos machen möchtest, die den Autofokus oder den ISO-Bereich Deiner Kamera besonders fordern.

Um Dir die Unterschiede der einzelnen „Kameraklassen“ aufzuzeigen, haben wir fünf verschiedene Modelle einer Marke ausgewählt, die den verschiedenen im Titel genannten Bereichen zugeordnet werden und möchten Dir anhand dieser Kameras die Unterschiede zeigen.

Es handelt sich auch in diesem Artikel wieder um Modelle der Firma Canon. Aber auch hier gilt: Es geht überhaupt nicht um die Marke. Canon wurde gewählt, weil wir diese Kameras besitzen und daher die Unterschiede konkret zeigen können, ohne uns dabei auf Datenblätter der Hersteller verlassen zu müssen.

Die Schlussfolgerungen, die wir im Rahmen dieses Artikels ziehen, sind nahezu 1:1 auf alle anderen Hersteller übertragbar, die Kameras dieser Klasse anbieten.

Es geht dabei auch nicht um die Leistungen und Funktionen im Detail, die durchaus markenspezifisch sein können, sondern um die Unterschiede im Generellen.:

  • Also was unterscheidet das Einsteigermodell vom Profimodell?
  • Welche Bedeutung haben unterschiedliche Sensorgrößen (APS-C zu Kleinbildformat bzw. FX zu DX)?

Was vergleichen wir?

Für diesen Vergleich haben wir fünf Kameras zur Verfügung:

  • die EOS 750D   – Einsteiger-(Consumer)modell (APS-C/DX) – ca. 24 MP
  • die EOS 70D     – semiprofessionelles Modell (APS-C/DX) – ca. 20,2 MP
  • die EOS 7D II   – semiprofessionelles Modell (APS-C/DX) – ca. 20,2 MP
  • die EOS 6D       – semiprofessionelles Modell (Kleinbild/FX) – ca. 20 MP
  • die EOS 5D III – professionelles Modell (Kleinbild/FX) – ca. 22 MP

Diese Einstufung wurde vom Hersteller vorgenommen. Wir teilen diese Einstufung in dieser Form nicht durchgängig und werden am Ende auch begründen, warum wir das eine oder andere Modell anders einordnen würden.

Wenn Du die Fotos anschaust, wirst Du im ersten Moment kaum einen Unterschied feststellen.

Dies verwundert auch nicht, da es sich ja alles um Modelle desselben Herstellers handelt, der aus Kostengründen bestrebt ist, viele Bauteile modellübergreifend zu verwenden.

Wenn Du genauer hinschaust, wirst Du aber einige Unterschiede feststellen:

  • die Bedienelemente sind teilweise etwas anders angeordnet
  • den kleineren Modellen fehlen einige Knöpfe auf der Oberseite
  • am augenfälligsten ist aber sicher der Sensor, den Du in dem offenen Kamerabajonett erkennen kannst. In der oberen Reihe ist er deutlich kleiner, als bei den unteren beiden Modellen. Genau genommen ist er halb so groß (von der Fläche).

Alle Modelle haben aber eine annähernd gleiche Anzahl an Pixeln.

Die unterschiedliche Pixeldichte und -größe auf den Sensoren hat natürlich Konsequenzen. Die Pixel auf den großen Sensoren sind größer. Welche Konsequenzen dies hat, zeigen wir Dir in einem der späteren Teile.

Was Du auf den Fotos nicht sehen kannst: die Kameras sind unterschiedlich groß und unterschiedlich schwer. Dies liegt nicht nur an der tatsächlichen Baugröße, sondern auch daran, dass die professionelleren Modelle einen Korpus aus einer Magnesiumlegierung haben, während die kleinen Modelle weitestgehend aus (hochwertigem) Kunststoff gefertigt sind.

So wiegt die EOS 750D ca. 550 Gramm, die EOS 5D III schon 950 Gramm. Die anderen Modelle liegen irgendwo dazwischen.

Der Unterschied klingt erst einmal ordentlich groß. In der Praxis wirst Du aber feststellen, dass er sich schnell relativiert, wenn Du große Objektive, Systemblitze oder Batteriegriffe verwendest.

Die Bedienung

Wenn Du in unseren Foren bist, wirst Du oft lesen, dass viele Anwender den Sinn einer neuen Kamera ausschließlich an der Bildqualität und dem Rauschverhalten festmachen.

Wir arbeiten täglich viel mit den unterschiedlichsten Kameramodellen und können daher sagen: Ja Rauschen und Bildqualität spielt sicher eine Rolle, aber es gibt noch einige andere ganz wesentliche Aspekte, die für uns den Wert einer Kamera ausmachen.

Wenn Du viel mit einer Kamera arbeitest, dann wirst Du schnell ein gutes und intuitives Bedienungskonzept zu schätzen wissen. In vielen Situationen ist es sogar von Vorteil, wenn Du die Bedienelemente „blind“ findest (mit einer Hand), während Du das Auge noch am Sucher und das Motiv im Blick hast. Es wäre ja schade, wenn Du ein schönes Motiv, einen besonderen Ausdruck oder eine nicht wiederkehrende Gelegenheit verpasst, weil Du gerade die Kamera vom Auge genommen hast, um sie einzustellen.

Um die Unterschiede solcher Bedienkonzepte näher zu erläutern, schauen wir uns die einzelnen Modelle von hinten an (diesmal mit Batteriegriff):

Auch hier sehen sich die Modelle natürlich auf den ersten Blick alle sehr ähnlich.

Da Tasten mit gleicher Funktion auch die gleichen Symbole und Farben verwenden, wird Dir ein Umstieg recht leichtfallen. Es gibt aber ein paar ganz wesentliche Unterschiede, dessen Bedeutung wir Dir näher erläutern wollen.

Die beiden „kleinsten“ Modelle haben einen Klappmonitor, der sich in einem weiten Bereich frei einstellen lässt.

Es ist schon fast eine philosophische Frage, ob man so einen Monitor braucht oder nicht.

Bodennahe Aufnahmen oder Fotos mit über den Kopf hoch gehaltener Kamera fallen natürlich leichter. Oft wird auch die Videofunktion angeführt, bei der der optische Sucher durch den hochgeklappten Spiegel blockiert ist.

Die EOS 7D II und 5D III werden häufiger in professionellen Videoproduktionen eingesetzt, dort verwendet man aber deutlich größere Monitore, die oben auf die Kamera in den Blitzschuh gesetzt werden. Daher ist tatsächlich bei diesen Modellen für Video der Klappmonitor eher überflüssig.

Viel wichtiger für die Bedienung ist die Anordnung und Art der Bedienelemente.

Du solltest jetzt Deinen Blick auf zwei Bereiche der Kamera konzentrieren: Die Funktionselemente rund um die Taste Set und die linke Seite der Kameramodelle.

Bei den beiden Topmodellen (7D II und 5D III) findest Du auf der linken Seite mehrere Tasten, bei den anderen Modellen nicht. Was steckt dahinter? Die Lösung ist recht einfach: Rechts findest Du die Funktionselemente für die aufnahmerelevanten Einstellungen, links sind es die Tasten für anzeigerelevante Einstellungen.

Der Sinn dahinter ist folgender: Diese Modelle werden beide im professionellen Bereich eingesetzt, zum Beispiel im Bereich Sport. Durch diese Aufteilung ist es viel einfacher, die Tasten und Stellräder blind mit dem Daumen zu bedienen, wenn Du das Auge am Sucher hast und am Motiv bleibst. Mit etwas Übung wirst Du die Kamera mit Daumen (Rückseite) und Zeigefinger (Oberseite) bedienen können, ohne hinzusehen, denn alle wichtigen Einstellungen werden Dir im Sucher angezeigt.

Die linken Tasten dienen der Bildbetrachtung und Auswertung, dafür musst Du den Monitor nutzen. Bildbetrachtung und Auswertung ist eine typische Zweihandbedienung der Kamera.

Daher machen die Tasten auf der linken Seite viel Sinn, verhindern allerdings auch, dass diese Kameras einen Klappmonitor haben. Übrigens kannst Du auch an den Batteriegriffen sehen, wie sich wichtige Bedienelemente wiederholen. Die großen Modelle haben mehr Funktionen im Batteriegriff eingebaut, was insbesondere bei Aufnahmen im Hochformat eine große Rolle spielt.

Ob sich ansonsten an der Rückseite nun ein „Daumenrad“ befindet oder Pfeiltasten, tut dem Funktionsumfang keinen Abbruch. Das Daumenrad ist insgesamt deutlich schneller, bietet aber nicht mehr Funktionen. Allerdings sind die Pfeiltasten mit mehreren Funktionen belegt, die bei den Kameras mit Daumenrad auf die Oberseite gewandert sind und sich daher dort eindeutiger bedienen lassen.

Nun werfen wir noch einen Blick auf die Oberseite der Kameras:

Auch wenn es für Dich auf den ersten Blick nicht plausibel erscheinen mag: Die größten Unterschiede im Bedienkonzept ergeben sich beim Blick auf die Oberseite der Kameras. Dabei meinen wir nicht den augenscheinlichen Unterschied des Schulterdisplays. Dieses Display ist sehr praktisch und vor allem akkusparend, wenn nicht immer der Monitor genutzt werden muss zur Einstellung.

Was Du Dir genau ansehen solltest, ist das Programmwahlrad auf der linken Seite (bei der EOS 750D auf der rechten Seite). Du wirst sehr schnell die für Dich vielleicht erstaunliche Feststellung machen, dass das kleinste Kameramodell scheinbar die meisten Einstellungen und Programme bietet.

Dieser Eindruck täuscht Dich nicht.

Allen Modellen gemeinsam sind die Programm-, Zeit- und Blendenautomatik, ein komplett manuelles Programm, Bulb und eine Vollautomatik (bei der Du selbst an der Kamera praktisch gar nichts mehr zusätzlich einstellen kannst). Die EOS 750D hat zusätzlich rund 10 Motivprogramme, bei denen Dir die Kamera motivspezifische Einstellungen abnimmt, die 70D und die 6D haben davon ca. die Hälfte (versteckt hinter der Einstellung SCN für Scene).

Die Modelle 7D II und 5D III stellen überhaupt keine Motivprogramme zur Verfügung. Dies mag im ersten Moment verwunderlich erscheinen, wo doch die professionelleren Modelle doch soviel teurer sind.

Wieso bieten sie weniger Programme?

Die Antwort ist dann aber doch recht einfach: Die Motivprogramme bieten Einstellungen, die für den Einstieg in die speziellen Motive geeignet sind. Sie lassen sich aber kaum individualisieren, wenn Du spezielle Vorstellungen hast, wie Du mit der Schärfe arbeiten willst, wenn Du ein Stativ einsetzen kannst oder wenn Du gezielt die Belichtung beeinflussen möchtest.

Wer eine Kamera professioneller einsetzt (professionell bezieht sich weniger auf den monetären Aspekt, als auf die Erfahrung im Umgang mit Motiv, Licht und Schärfe), der wird sich die Kamera sowieso immer selbst so einstellen.

Dazu bieten die großen Kameras eine unterschiedliche Anzahl von Speicherplätzen (bis zu 3), die es Dir erlauben, häufig genutzte ganz individuelle Einstellungssets in der Kamera zu speichern und über einen schnellen Dreh am Stellrad abzurufen.

Mit dieser bisher rein äußerlichen Betrachtung der unterschiedlichen „professionellen“ Modelle schließen wir diesen Teil und werden uns in den nächsten Teilen den „inneren Werten“ der unterschiedlichen Modellreihen zuwenden. Diese Unterschiede sind natürlich bedeutsamer.

Fazit zur Bedienung

Unterschiedliche Modelle sind unterschiedlich groß und schwer. Je nach Größe Deiner Hände liegen sie unterschiedlich gut in der Hand.

Die Bedienung und die Erreichbarkeit der Funktionstasten ist unterschiedlich gelöst, manchen liegt eher das eine Konzept, manchen eher das andere. Auch zwischen den einzelnen Herstellern gibt es diesbezüglich große Unterschiede. So kann es gut sein, dass Dir die hier gezeigten Modelle der Firma Canon gar nicht zusagen, Dir eine Nikon, Pentax oder Sony viel besser in der Hand liegt und Du sie intuitiver bedienen kannst.

Bevor Du Dich also für ein Modell oder eine Modellreihe entscheidest (oder einen Hersteller), solltest Du eines auf jeden Fall tun:

Nimm die Kamera in die Hand, bevor Du Dich für den Kauf entscheidest!

Was nützen Dir tolle Funktionen oder Bildqualität, wenn die Kamera Dir nicht in der Hand liegt und Du mit der Bedienung nicht klarkommst?

Eine Kamera, die Dir zu klein ist, kann Dich genauso „unglücklich“ machen, wie eine Kamera, die sich zu schwer anfühlt und die Du oft zu Hause liegen lässt, weil Du sie nicht immer „schleppen“ möchtest.

Das Innere der Kamera

Nach den äußeren Werten blicken wir jetzt in das Innere der Kamera. Es geht dabei nicht nur um den Aufbau der Kamera und die verbaute Hardware, sondern natürlich auch um das „funktionale“ Innenleben, das sich teilweise erheblich voneinander unterscheidet. Zwar verfügen auch die kleineren Kameras rein theoretisch über die Kapazitäten, um viele der Funktionen der höheren Modelle abzubilden, aber aus Gründen des Marketings werden die Funktionen der kleineren Kameras durch den Hersteller reduziert.

Auch wenn diese Unterschiede natürlich vorhanden sind, solltest Du nicht glauben, eine große Kamera macht automatisch bessere Fotos.

Die anderen Funktionen oder der bessere Autofokus sorgen nicht dafür, dass die Fotos schärfer werden oder besser belichtet sind. DU kannst auch mit den kleinen Kameras genauso scharfe und perfekt belichtete Fotos machen. Die vielen Funktionen der großen Kameras machen es nur in manchen Situationen einfach leichter und komfortabler, bzw. schneller, um an das gewünschte Ziel zu kommen.

Setze Dich mit Deinem Motiv vorher auseinander. Mach Dir Gedanken über das Licht, nutze ein Stativ, wenn es angebracht ist, fokussiere vor und mach Dich mit den Bewegungsmustern Deines Motivs vertraut.

Wenn Du diese Dinge berücksichtigst, werden Deine Fotos mit einer Einsteigerkamera deutlich besser werden. Viel besser, als durch den Umstieg auf ein größeres Modell, das viele tolle Funktionen bietet, Du aber weiter einfach darauf losknipst.

Haltbarkeit

Bevor wir Deinen Blick auf die Software (Firmware) der Kamera richten, werfen wir noch einen gemeinsamen Blick auf die Haltbarkeit der Kameras. Hier gibt es drei Aspekte, die eine Rolle spielen und bei denen sich die einzelnen Modelle zum Teil deutlich voneinander unterschieden. Es handelt sich dabei um:

  • die Robustheit der Kameragehäuse
  • die Haltbarkeit (Verschleißfestigkeit) der bewegten Teile
  • die Abdichtung gegen Umwelteinflüsse

1. Robustheit des Gehäuses

Moderne Kameras sind nicht sehr empfindlich. Bei den Bedienelementen selbst kannst Du davon ausgehen, dass sich die Tasten der einzelnen Modelle nicht unterscheiden. Es wäre viel zu teuer für den Hersteller für jedes Kameramodell einen unterschiedlichen Auslöseknopf zu entwerfen.

Bei den Gehäusen gibt es allerdings deutliche Unterschiede: Bei den kleineren Modellen besteht das Gehäuse zumeist komplett aus Kunststoff, bei den großen Modellen zu einem großen Teil aus Metall (einer Magnesiumlegierung).

Das Gehäuse der EOS 7D II besteht aus drei Teilen und wird aus einer Magnesiumlegierung gefertigt (Foto: Canon)
Das Gehäuse der EOS 7D II besteht aus drei Teilen und wird aus einer Magnesiumlegierung gefertigt (Foto: Canon)

Du musst Dir wegen des Kunststoffes keine großen Gedanken machen, es werden auch dort hochwertige Materialien verwendet.

Die Metallgehäuse spielen eigentlich erst im professionellen Bereich eine Rolle, wenn man viel im Bereich „Outdoor“ arbeitet, da stecken die Metallgehäuse einen kräftigen Stoß oder Schlag eher weg, als der Kunststoff. Wenn Du aber nicht vorhast, Deine Kamera fallen zu lassen, reicht der Kunststoff völlig aus. Er ist auch leichter und hat den Vorteil, dass in die Kameras internes WLAN eingebaut werden kann, was durch das Metallgehäuse abgeschirmt werden würde.

2, Verschleißteile

Kritische Bauteile an der Kamera sind der Verschluss (sofern noch mechanisch) und der Klappspiegel (wenn Du eine Spiegelreflexkamera hast).

Je nach Geschwindigkeit der Kamera muss der Verschluss der Kamera bei Reihenaufnahmen 5-10mal die Sekunde öffnen und wieder schließen und wieder gespannt werden. Auch der Spiegel muss genau so oft hochklappen und wieder herunterklappen. Und dies passiert im Laufe eines Kameralabens einige zehntausend Mal (oder gar öfter).

In Zeiten der Digitalfotografie können an einem Tag allein schon 1000 und mehr Fotos zustande kommen. Wenn Du Dir dann klarmachst, dass es sich um hoch präzise gefertigte Bauteile handelt, die zudem sehr klein und leicht sind, wird sehr schnell klar, wie sehr diese Bauteile beansprucht werden.

Die Verschlusseinheit der EOS 70D (Foto: Canon)
Die Verschlusseinheit der EOS 70D (Foto: Canon)

Die Verschlüsse der Kameras sind für unterschiedliche Auslösungszahlen ausgelegt.

Bei den kleineren Modellen liegt diese Auslegung bei 50.000 Auslösungen während der Gehäuselebensdauer, bei den großen Modellen bei 200.000 Auslösungen. Es handelt sich aber um rein statistische Werte. Sehr oft halten die Kameras auch deutlich länger (meine älteste DSLR hat schon 280.000 Auslösungen und ist 10 Jahre alt).

Wenn Du darüber nachdenkst eine gebrauchte Kamera zu kaufen, dann solltest Du vorher in Erfahrung bringen, für wie viele Auslösungen die angestrebte Kamera ausgelegt ist. Hat die Kamera zu viele Auslösungen, solltest Du auf den Kauf verzichten.

3. Abdichtung

Nun kommen wir zu einem Punkt, der für eine mögliche Kaufentscheidung doch eine größere Rolle spielt, sofern Du die Kamera viel im Freien einsetzen willst und dabei nicht immer Rücksicht auf das Wetter nehmen kannst. Es geht darum, dass die Modelle unterschiedlich gegen Witterungseinflüsse geschützt sind.

Die kleinen Kameramodelle sind meist überhaupt nicht abgedichtet, die größeren Modelle dagegen teilweise sehr gut.

Du solltest Dir zwei Dinge merken: Abdichtung bedeutet nicht, dass Du die Kamera in Wasser eintauchen kannst, sondern es geht eigentlich immer nur um Spritzwasser und Regen (diesbezüglich lohnt sich ein Blick in Richtung Olympus und Pentax, die da deutlich gute Leistungen bringen).

Um Dir näher zu bringen, was diese Abdichtung bedeutet, möchten wir Dir einige Fotos zeigen:

In der oberen Bildreihe zeigen wir Dir zwei Blitzschuhe. Einmal von der EOS 760D (rechts – fast baugleich mit der EOS 750D) und den Blitzschuh der EOS EOS 7D II (links).

Deutlich zu erkennen ist auf beiden Fotos der etwas erhöhte Rand um die beiden Schienen des Blitzschuhs, der nach hinten abgerundet ist. Hierbei handelt es sich um die Vorbereitung der Abdichtung des Blitzschuhs.

Was bedeutet Vorbereitung?

Wenn kein Blitz auf dem Schuh sitzt, dann liegen die Kontakte offen und sind den Witterungseinflüssen ausgesetzt.

Die Abdichtung ergibt sich erst, wenn ein geeigneter Blitz aufgesetzt wird. Betrachte daher die untere Bildreihe, die den Fuß der beiden größten Systemblitze von Canon zeigt.

Links den 600EX und rechts den 430 EX. Der 600 EX hat am Fuß ein Gummi, das zu dem Rand des Blitzschuhs der Kamera passt, der 430 EX nicht. Verwendest Du also einen 600 EX, dann ist in dieser Kombination Deine Kamera am Blitz gegen Spritzwasser abgedichtet, beim 430 EX jedoch nicht.

Gleiches gilt auch für Objektive: Die höherwertigen Objektive sind meist abgedichtet (auch am Bajonett), die günstigeren Objektive eher selten. Andere Dichtungen zum Beispiel an den Klappen der Akkufächer oder der Speicherkarten findet man dann auch nur bei den großen Kameras.

Legst Du wert auf eine abgedichtete Kamera, dann musst Du darauf achten, dass auch Dein Zubehör diese Eigenschaften aufweist

Du musst Dir aber nicht zu viele Gedanken machen. Die Kameras vertragen durchaus mal 2-3 Regentropfen. Im Zweifel leg einfach ein Geschirrtuch drüber, dann wird der Kamera nichts passieren. Nur Salzwasser solltest Du immer vermeiden, da es elektrisch leitend ist.

4. Die Funktionen und Menüs

Grundsätzlich kannst Du davon ausgehen, dass die Kameras eines Herstellers eine gleichartige Menüstruktur haben. Wer also ein Modell hat oder hatte, wird sich auch schnell in einem anderen (ggf. höherwertigen) Modell zurechtfinden. In den Menüs findest Du sehr viele Funktionen. Auf den ersten Blick sehen diese Menüs daher auch fast gleich aus.

Die Sortierung ist manchmal etwas anders, aber die Bezeichnungen sind identisch. Bei der EOS 7D II sind als Beispiel die Registerkarten in Gruppen zusammengefasst, während sie bei der EOS 70D alle nebeneinanderstehen. Der Grund liegt einfach darin, dass die Anzahl der Registerkarten der EOS 7 DII so groß ist, dass der Platz nicht ausreicht, um alle Register auf einen Blick nebeneinander zu stellen.

Wie eingangs schon erwähnt, sind die Funktionen je nach Modell vom Hersteller aber beschränkt worden. Kleinere Modelle bieten trotz gleicher Hardware (Bildprozessor) daher weniger Funktionen oder Auswahl.

Du erkennst auf den ersten Blick den Unterschied.

Beide Kameras bieten eine HDR-Funktion, aber die teurere Kamera (die EOS 7D II) hat deutlich mehr Einstellungen zur Verfügung. Natürlich kannst Du auch mit der EOS 70D HDR-Aufnahmen machen, allerdings sind Dir enge Grenzen gesetzt, wenn Du den gesamten Prozess schon in der Kamera machen möchtest. Bei der EOS 70D müsstest Du unter Umständen die Einstellungen von Hand vornehmen und die Bilder am PC bearbeiten, um dasselbe Ergebnis zu erzielen, dass Du in der EOS 7D II direkt bekommst.

An den obigen Beispielen kannst Du sehen, wie umfangreich die Unterschiede sein können.

In den Bildern siehst Du die Menüs zur Auswahl der AF-Felder. Ich glaube, hier müssen wir Dir die Unterschiede nicht groß erklären, Du wirst sie auf den ersten Blick sehen.

In der unteren Reihe siehst Du rechts noch ein zusätzliches Menü (eine von fünf Registerkarten). Diese Menüs wirst Du nur in den großen Kameras, wie der EOS 5D III oder der EOS 7D II finden. Es sind die Einstellungen zur Funktion des Autofokus. Diese Menüs fehlen bei den anderen Kameras völlig.

Einzelne Funktionen sind vielleicht an anderer Stelle versteckt, aber so umfangreich lassen sich nur die großen Kameras konfigurieren. Jetzt verstehst Du vielleicht auch, warum bei diesen Kameras die Motiv-Programme fehlen. Sie wären gar nicht in der Lage diese umfangreichen und sehr individuellen Einstellungen abzubilden.

Es macht jetzt wenig Sinn, durch die einzelnen Menüs zu gehen, denn es geht in diesem Artikel nicht darum, die Marke Canon vorzustellen, sondern darum zu zeigen, wo die Unterschiede der einzelnen Modelle innerhalb einer Marke zu finden sind, egal, für welche Marke Du Dich entscheidest.

Fazit zum Inneren der Kamera

Vergleiche nicht nur die reine Bildqualität, wenn Du ein neues Kameramodell suchst, sondern schau Dir auch die Spezifikationen der Kamera an – also die technischen Daten.

Du musst Dir überlegen, wo Du die Kamera einsetzen möchtest.

Wird es auch mal feucht oder schmutzig, ist die Abdichtung für Deine Kamera überlebenswichtig. Bist Du eher im Studio oder der Sommerfotograf, dann spielt sie keine Rolle.

Fotografierst Du sehr viel? Dann sollte Deine Kamera für viele Fotos ausgelegt sein. Geht es eher gemächlich zu? Dann reichen die kleinen Modelle völlig aus.

Geschwindigkeit, Sucher und Bildwinkel

1. Geschwindigkeit

Unter der Geschwindigkeit wird landläufig die mögliche Zahl der Bilder pro Sekunde bei Reihenaufnahmen bezeichnet. Die hier gezeigten Kameras haben folgende Werte:

EOS 750D5 Bilder/Sekunde
EOS 70D7 Bilder/Sekunde
EOS 7D II10 Bilder/Sekunde
EOS 6D4 Bilder/Sekunde
EOS 5D III6 Bilder/Sekunde

Zuerst solltest Du wissen, dass es sich um erreichbare, aber eben auch um theoretische Werte handelt.

Diese Angaben bedeuten: Die Modelle sind unter Idealbedingungen in der Lage diese Werte zu erreichen, in der Praxis spielen aber viele Faktoren eine Rolle, die die Geschwindigkeit wesentlich beeinflussen können. Viele Einstellungen reduzieren die mögliche Anzahl an maximalen Aufnahmen, dies können Einstellungen zur Schärfe- oder zur Transportpriorität sein, aber auch Einstellungen, bei denen die Belichtungsmessung mit dem Autofokus gekoppelt wird. Je geringer die Anzahl der möglichen Bilder pro Sekunde ist, desto geringer ist übrigens auch der Effekt durch andere Einstellungen.

Es gibt übrigens noch einen weiteren Unterschied:

Je schneller die Kamera in der Lage ist Fotos zu machen, umso schneller wird der interne Speicher der Kamera gefüllt, insbesondere wenn Du RAW fotografierst. Daher solltest Du Dir nicht nur ansehen, wie schnell die Kamera die Bilder in Folge machen kann, sondern wie viele Bilder die Kamera in Folge machen kann, bevor der Pufferspeicher voll ist, weil das Schreiben der Daten länger dauert, als das Aufnehmen.

Wofür brauchst Du so hohe Bildraten?

Um es ganz klar zu sagen: Selten! Wenn Du Landschaften, Architektur, im Studio, Porträt oder viele Formen des Makros fotografierst, dann brauchst Du Dir um die Geschwindigkeit der Kamera keine Gedanken zu machen.

Sie ist (fast) egal.

Hohe Bildraten werden benötigt, wenn Du Sonderfunktionen der Kameras benutzt (zum Beispiel Funktionen, die mehrere Aufnahmen zu einem besonders rauscharmen Foto oder zu einem HDR berechnen, da hier die Aufnahmen möglichst schnell hintereinander gemacht werden sollten).

Ein flexibel konfigurierbarer Autofokus ist sehr hilfreich um bei schnellen Reihenaufnahmen das Motiv im Fokus zu halten.
Ein flexibel konfigurierbarer Autofokus ist sehr hilfreich um bei schnellen Reihenaufnahmen das Motiv im Fokus zu halten.

Die klassische Anwendung für (sehr) schnelle Reihenaufnahme ist aber die Bewegung.

Entweder, weil Du einen Bewegungsablauf dokumentieren möchtest oder weil der Moment, den Du aufnehmen willst, so schnell vorbei ist, dass es schwierig ist, den richtigen Moment zu erwischen.

Du beginnst also kurz vorher eine kleine Serie von Aufnahmen und „hältst“ drauf, bis der Moment vorbei ist. Je mehr Aufnahmen Du gemacht hast, umso größer ist die Chance, genau diesen einen Augenblick erwischt zu haben. Die Erfahrung zeigt dabei aber, dass es sinnvoller ist, mehrere kurze Serien zu machen, als ein oder zwei sehr lange.

Und es entbindet Dich natürlich nicht davon, Dich mit dem Motiv und dessen Bewegungscharakteristik auseinanderzusetzen. Zwischen 4 und 10 Bildern pro Sekunde wirst Du in der Praxis deutliche Unterschiede bemerken. Ob 4 oder 6 Bilder pro Sekunde spielt dagegen keine so große Rolle.

Nachfolgende Serie zeigt einen Fall, bei dem die Kombination aus vielen Autofokusfeldern und schneller Bildzahl echte Vorteile bietet. Ohne die vielen Felder wäre es sehr schwierig so ein Motiv im Fokus zu halten, da Du die Kamera mit dem Motiv bewegen musst (einzelne Felder gleiten dann schnell ab) und die hohe Bildfolge stellt sicher, dass Du den richtigen Moment erwischst.

Trotzdem wirst Du bei genauer Betrachtung sehen: Auch schnelle Kameras sind nicht in der Lage immer jedes bewegte Bild sauber zu verfolgen. Leichte Unschärfen treten auf und sind normal.

Diese Aufnahmen sind mit einer Nikon D700 entstanden.

2. Wie funktioniert der Sucher?

Es gibt viele verschiedene Formen von Suchern. Sie können optisch oder elektronisch sein. Beiden Suchern ist gemeinsam, dass sie auch bei großer Umgebungshelligkeit verwendet werden können, ganz im Gegensatz zu Kameras, die nur über einen Monitor auf der Rückseite der Kamera verfügen.

Da wir hier in diesem Artikel aber Kameras mit optischem Sucher vergleichen, lassen wir das Für und Wider eines Vergleichs zwischen optischen und elektronischen Suchern weg.

Pentaprisma
Pentaprisma

Wir wollen jetzt nicht den exakten Strahlengang beschreiben, aber einige wenige grundsätzliche Dinge solltest Du darüber wissen, damit Du die Unterschiede der verschiedenen Modelle bewerten kannst.

Das Licht fällt durch das Objektiv und trifft auf einen Spiegel, der es auf eine darüberliegende Mattscheibe projiziert (seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend!). Ohne diese Mattscheibe würdest Du gar kein vernünftiges Bild im Sucher sehen.

Direkt über der Mattscheibe liegt oft ein durchlässiger LCD-Bildschirm, der Symbole, Gitterlinien und AF-Felder anzeigen kann. Darüber wird das Licht dann mehrfach gespiegelt (in einem Pentaprisma oder einem Pentaspiegel), bis es wieder seitenrichtig durch den Sucher gesehen werden kann.

Bei höherwertigen Modellen können diese Mattscheiben einfach gewechselt werden (mit der gebotenen Sorgfalt).

Dies ist dann interessant, wenn Du gerne manuell fokussierst, da es im Zubehör passende Mattscheiben gibt, die sich besonders gut für die manuelle Fokussierung eignen.

Der Unterschied zwischen einem Pentaprisma und einem Pentaspiegel besteht in dem höheren Gewicht des Prismas, dem der Vorteil der größeren Präzision und Stabilität gegenübersteht.

Wenn Du Dir die vier Grafiken ansiehst, die den Sucher (bzw. dessen Anzeigen) anzeigen, wirken die Sucher in dieser Darstellung gleich groß.

Sie sind es aber nicht.

Der Sucher von Modellen, wie der 700(750)D sind recht klein und nicht besonders hellt (klein bezieht sich nicht auf die physische Größe des Suchers, sondern auf die Größe des Bildes im Sucher). Die Sucherbilder der EOS 70D und der 7D II sind größer und wirken daher auch heller. Am hellsten und größten ist dann das Sucherbild der EOS 5D III, da entsprechend dem Sensor auch die Mattscheibe „Kleinbildformat“ hat.

Nun kommen wir aber zu einem ganz anderen, aber sehr wichtigen Punkt: Die neueste Kamera aus dieser Gruppe, die EOS 7D II erschlägt förmlich mit der Fülle an Anzeigen:

  • Sehr viele AF-Felder
  • die Wasserwaage (oben)
  • viele kleine Anzeigen unten

Du magst Dir vielleicht denken: Wie soll ich da denn mein Motiv noch erkennen? Diese Sorge ist aber unbegründet. Wir haben für diesen Artikel alle Anzeigen auf einmal in die Grafik gezeichnet. Sie lassen sich natürlich alle abschalten oder ausblenden.

Neben der reinen Zahl der Fokusfelder solltest Du Dir bei den Modellen aber auch die sogenannte Sucherabdeckung durch die AF-Felder ansehen. Obwohl die EOS 5D III fast doppelt so viel, wie die EOS 7D II kostet, decken die Felder der 5D III im Sucher einen deutlich kleineren Bereich des Sichtfeldes ab. Es ist daher einfacher mit der 7D II Motive zu fokussieren, die nah am Rand des Suchers sind.

3. Der Bildwinkel

Abschließend kommen wir zu dem Bildwinkel. Der Bildwinkel (meist auf Basis der Sensordiagonalen berechnet) setzt die Sensorgröße in einen Bezug zur Brennweite des verwendeten Objektivs. Genauere Informationen zu diesem Thema findest du im Artikel zum Thema Cropfaktor. Dort haben wir viel Grundsätzliches zu diesem Thema geschrieben, das werden wir an dieser Stelle nicht extra wiederholen.

Trotzdem möchten wir Dir hier noch einige Vergleichsaufnahmen zeigen, die aber nicht dazu dienen, das einzelne Modell im speziellen zu vergleichen, sondern die Modelltypen im generellen.

Hier haben wir eine Sonnenblume bei gleicher Blende und Brennweite aus identischem Abstand fotografiert. Die größere Kamera hat den größeren Bildwinkel, was dazu führt, dass auf dem rechten Foto die Blüte kleiner wirkt – sofern Du dasselbe Ausgabeformat wählst.

 

Wenn Du von beiden Fotos identische Ausschnitte nimmst (nicht bezogen auf die Pixelzahl, sondern auf den Motivausschnitt) siehst Du praktisch keinen Unterschied – sofern das Objektiv in der Lage ist hoch genug für den kleineren Sensor aufzulösen. Das rechte Bild hat in diesem Ausschnitt aber weniger Pixel, als das linke.

Möchtest Du mit dem kleineren Sensor denselben Ausschnitt haben, musst Du Dich von dem Motiv entfernen, sofern Du dieselbe Brennweite verwenden möchtest. Bei gleicher Blende ist die Schärfentiefe bei dem APS-C-Format größer und durch die Änderung der Perspektive weniger Hintergrund im Bild. Die linke Blüte wirkt näher am Zaun, als die rechte, obwohl es dieselbe Blüte ist.

Umgekehrt gilt es natürlich: Möchtest Du mit Kleinbild denselben Ausschnitt bei gleicher Brennweite, musst Du näher ans Motiv. Trotz fast gleicher Größe der Blüten ist bei Kleinbild der Hintergrund deutlich unschärfer (gleiche Blende) und die Perspektive ändert sich natürlich auch hier.

Welche Bedeutung haben diese Unterschiede?

Kleinere Sensoren haben Vorteile, wenn Du gern mit Teleobjektiven arbeitest.

Du brauchst weniger Brennweite, um einen vergleichbaren Bildwinkel zu erzielen, weniger Brennweite bedeutet weniger Kosten. Umgekehrt ist es bei Weitwinkel. Kleinbild hat bei Weitwinkel Vorteile. Allerdings haben die Hersteller hier einiges getan: es gibt viele Weitwinkel, die speziell für den kleinen Sensor gerechnet sind, sie sie sind kompakter und günstiger, erlauben auch extrem große Bildwinkel.

Verwendest Du an einer Kamera mit kleinem Sensor ein Objektiv, das für den großen Sensor ausgelegt ist, nutzt Deine Kamera nur das „Sahnestück“ des Bildkreises, die Bildmitte. Da Bildfehler meist am Bildrand auftreten, hast Du mit dem kleinen Sensor weniger Bildfehler, sofern das Objektiv in Summe in der Lage ist, die nötige Auflösung zu zeigen.

Weitere Unterschiede?

Natürlich gibt es neben den rein geometrisch bedingten Unterschieden noch einen weiteren ganz wesentlichen Faktor:

Wenn ein Sensor bei gleicher Pixelzahl die doppelte Fläche hat, können die einzelnen Pixel größer gebaut werden.

Größere Pixel bedeuten eine bessere Lichtausbeute und damit weniger Rauschen. Natürlich zeigen wir Dir auch hier den Unterschied anhand einiger Fotoausschnitte:

Ich denke die Ergebnisse sind offensichtlich, der große Sensor hat hier eindeutig die Nase vorn. Nebenbei sind die Dateien der Kamera mit kleinem Sensor (bei gleicher Pixelzahl und gleichem Bildausschnitt) erheblich größer, da eben das Rauschen mehr Speicherplatz benötigt. Die Originaldatei der 5D III aus der unteren Reihe hat ca. 9 MB, die Datei der 7D II 14 MB!

Wie das der Speicherbedarf mit zunehmenden ISO steigt, zeigt die folgende Bilderreihe (aufgenommen mit einer Nikon D700):

Hier siehst Du, wie viel Speicherplatz die Dateien benötigen:

Bildschirmfoto 2015-08-26 um 13.53.37

Zwischen ISO 100 und ISO 6.400 besteht ein Unterschied von fast Faktor drei. Wenn das Motiv sehr komplexe Strukturen hat, dann können die Unterschiede noch größer werden.

Daher kann es Dir passieren, dass bei hohen ISO nur halb so viele Fotos auf Deine Speicherkarte passen, selbst wenn der Unterschied in den Bildern selbst kaum zu sehen ist.

Fazit

Wir haben Dir in diesem Artikel den Unterschied zwischen den verschiedenen Kameraklassen erläutert. Diese Unterschiede sind nicht markenspezifisch, sondern betreffen im Grunde alle Kameramarken.

Ziel ist es nicht, Dir zu einer speziellen Kameraklasse oder -marke zu raten.

Jedes Modell ist in der Lage fantastische Fotos zu liefern, wenn Du es bedienen kannst.

Dieser Artikel wird Dir aber hoffentlich helfen, dass Du selbst für Dich entscheiden kannst, was Du wirklich für eine Kamera kaufen möchtest.

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8 Kommentare

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  4. Karl-Heinz Görmann
      August 20, 2015 at 10:45 PM
    Kommentar bewerten

    Diesen, wie auch manch anderen fotocommunity-Artikel, archiviere ich mir sehr gerne.
    Doch leider fehlt dafür die DRUCK-Funktion am Ende oder Anfang der Artikel-Seite.
    So muss ich leider alles per Copy & Paste in ein Textblatt kopieren und noch formatieren.
    Das alles würde bei der DRUCK-Funktion entfallen.
    Vielleicht gibt es ja mal eine Verbesserung, denn die Druckfunktion ist ja nichts Exotisches.

    1. Norbert Eßer
      Norbert Eßer
        August 21, 2015 at 10:29 AM
      Kommentar bewerten

      Wir überlegen/diskutieren uns da bereits Lösungen. Im Raum stehen natürlich Printfunktionen wie auch ein PDF-Download. Wir werden zu gegebener Zeit euch allen mitteilen wie die aussehen wird.

    2. Tom Schimmelpfennig
        August 21, 2015 at 12:16 PM
      Kommentar bewerten

      Hallo Karl-Heinz,

      kurzfristig können wir Dir und allen anderen die Funktion jetzt schon anbieten. Oben beim Beitrag (neben facebook, google+,…) findest Du jetzt auch einen „Drucken“-Knopf (öffnet sich als Popup).

  5. Michael jaster
      August 20, 2015 at 4:06 PM
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    Ist der Vergleich zwischen den Modellen von der Firma Ca….. Bezahlt worden es gibt noch pentax, Sony und Nikon im SLR Sektor .

    1. Martin Schwabe – fotoschule
        August 20, 2015 at 4:30 PM
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      Nein, er ist nicht bezahlt worden. Ich weise in den Beiträgen auch immer wieder daraufhin, dass es andere Marken und Hersteller gibt, die gleiche oder ggf. bessere Kameras bauen. Und ich bemühe mich nur Bereiche zu vergleichen, die nicht markenspezifisch sind, auch wenn es nicht immer klappt.
      Bei den Kameras handelt es sich um meine selbst gekauften Kameras (ohne Rabatte von Canon). Es würde meine Möglichkeiten überschreiten nun auch parallel eine gleiche Anzahl an Nikons und Pentaxen nebst den nötigen Objektiven zu beschaffen.
      Wenn mir jmd andere Kameras zur Verfügung stellt, habe ich kein Problem entsprechende Artikel und Vergleiche auch über andere Kameras zu schreiben. Mein Mitredakteur arbeitet übrigens mit Nikon, entsprechend wird man in seinen Artikel viel Nikonausrüstung sehen.

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