Wildlife, ein Erlebnisbericht – Teil 3: Ergebnisse und Checkliste

In Zusammenarbeit mit SIGMA
In diesem Teil der Artikelserie geht es endlich um Ergebnisse. Und zwar weitestgehend um die geglückten. Denn bei den 312 Fotos, die ich an dem Tag geschossen habe, sind viele Serien dabei. Diese Serien sind genau dazu gut, um ein gutes Foto aus vielen zu haben.
Doch dazu später mehr.
In diesem Artikel zeige ich Dir auch, dass es darum geht, die vielen Motive um Dich herum zu entdecken und warum ich diese aber kaum fotografiert habe.
Und im Abschluss findest Du eine Checkliste, die nicht für alle Fälle Gültigkeit hat, Dir aber eventuell als Start für eigene Projekte dienlich ist.

Serienfotografie

Es ist zwingend notwendig die Kamera auf den Serienfoto-Modus zu stellen. Denn so ein Vogel lässt sich nicht um einen wiederholten Anflug bitten. Dafür benötigt man bei DSLR Kameras oft eine flotte Speicherkarte und bei semiprofessionellen D-SLR Modellen erreicht man die höchste Serienbildgeschwindigkeit häufig nur mit einem Batteriegriff.
Ich habe auf diesen aber verzichtet, da meine D810 auch ohne nicht langsam ist, aber viel stabiler auf dem Stativ steht.

Dies sind die Serien, die ich an diesem Tag gemacht habe. Je nach Flugbahn und Szenerie habe ich auch länger oder kürzer draufgehalten.
Witzigerweise haben professionelle und teure Spiegelreflexkameras einen großen Nachteil gegenüber spiegellosen Kameras und sogar Smartphone-Kameras: Sie sind in der Lage viel schnellere Fotoserien zu schießen.
Manche machen dies sogar ohne, dass Du darauf Einfluss nehmen kannst und zusätzlich noch bevor man eigentlich abdrückt. Das kann sich bei dieser Art der Fotografie als sinnvoll erweisen. Wie dies genau funktioniert, ist aber von Kamera zu Kamera unterschiedlich und daher kann ich Dich nur auf die Bedienungsanleitung oder auf die Foren der fotocommunity verweisen.

Begleitmotive

Natürlich fielen mir beim Warten auf die Action im anvisierten Nest noch viele interessante Motive um mich herum auf. Dazu zählten typische Makromotive wie Pilze, Käfer und Blüten und im Nahbereich noch eine Entenmutter mit ihren frisch geschlüpften Kindern auf. Diese hatten zum Glück meinen Hund noch nicht entdeckt. Nach der Sichtung kamen sie nicht mehr in meine Nähe und so musste ich mit diesem einem gelungenen Foto vorliebnehmen.

Nikon D810 | SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Sports | 600mm | f/11 | 1/1000 Sek. | ISO 2000 |
Diese vielen Drum-Herum-Motiv konnte ich nicht akzeptabel fotografieren. Denn ich hatte ja mein Kamera-Objektiv-Gespann für die zu erwartende Action in und um das Nest festmontiert.
Erst ein Objektivwechsel hätte mich in die Lage versetzt, die schönen beiläufigen Motive zu fotografieren, doch dann hätte ich sicher etwas Besonderes im Nest verpasst. Daraus ergab sich die erste und fotografisch wichtigste Konsequenz für ein mögliches Nachshooting für mich: Eine zweite Kamera mitzunehmen.
Waren die Tiere weit genug entfernt, habe ich hier und da die Arretierung des Stativs gelöst und kurz auf diese Motive geschwenkt. Dabei hatte ich kaum Zeit den Zoom schnell genug zu ändern oder gar die „guten“ Einstellungen für das primäre Ziel, das Nest, zu ändern.
Ich hatte ebenfalls immer ein drittes Auge auf das Nest gerichtet, um nichts Wichtiges zu verpassen. Das war zeitweise sogar Stress, daher wiederhole ich mich nochmal: Eine zweite Kamera ist durchaus sinnvoll.

Ergebnisse

Hier sind einige Fotos, die mir bereits bei dem ersten Versuch weitestgehend geglückt erscheinen. Manche habe ich einfach aus Spaß an der Sache im RAW-Konverter extremer entwickelt, bin also von der eigentlichen dokumentarischen Art und Weise abgewichen.
Hoher Kontrast, knackige Farben und viel anderer Klimbim, nicht um Kunst zu erschaffen, sondern um dem Motiv eine andere Sichtweise zu geben. Ich habe nicht den Anspruch an mich selbst gestellt, die Fotos allesamt dokumentarisch zu bearbeiten, sondern einzig mir gefällig. Ich freue mich, wenn auch Dir die überspitzten Entwicklungen gefallen.

Anmerkung: Wer nicht so zart besaitet ist, sollte das letzte Foto in der Fischreihersektion nicht unbedingt zum Zoomen anklicken.

Fischreiher

In dieser Auswahl erkennst Du gut, wie sich die Einstellung ISO-Automatik verhält. Bis auf ein Foto mit 1/1800 Sekunde Belichtungszeit habe ich 1/1.000 fix genutzt, die ISO-Automatik hat dann den ISO-Wert entsprechend variiert.

Interessant ist sicherlich, dass ich bei der Bearbeitung jedes Foto einzeln bearbeitet habe. Ich hatte also keine Ambition, die Fotos zueinander gleich zu setzen. Dies ist für Dokumentationen zwingend nötig, aber für meine Intention nicht. Somit erklären sich die Sprünge in der Färbung des Himmels und der unterschiedlichen grünen Farbe der Kiefer. Ursache dafür ist aber auch die in diesem Moment vorherrschende Wetterlage.
Nikon D810 | SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Sports | 600mm | f/11 | 1/1.000 Sek. | ISO 1.800 | Invertierte Graustufenvariante mit starker Vignettierung.

Nur Querformat?

Alle Fotos sind Querformate, und dies hat einen guten Grund. Denn die Bewegung eines Vogels ist fast immer horizontal. Du hast ergo viel mehr „Platz“ den Vogel bei einem Schwenk im Sucher zu halten. Natürlich gibt es Stativköpfe, die Ruckzuck von Quer- auf Hochformat wechseln können, doch auch dies benötigt Zeit. Daher empfehle ich bei einer guten Pixelleistung der Kamera im Querformat zu fotografieren und bei der Bearbeitung das ein oder andere Foto hochformatig zu schneiden.

Fehlerliste

Hier findest Du eine Liste mit meinen Fehlern bei diesem ersten Wildlife-Foto-Selbstversuch und natürlich derer Lösung. Diese Fehler sind nicht sortiert, denn alle Fehler hätten bei besserer Planung verhindert werden können und hätten schlussendlich zu besseren Fotos geführt, auch wenn mir das ein oder andere in meinen Augen bereits gelungen ist.

  • Nicht jedes Motiv muss fotografiert werden!
    Weil man viel Zeit in einer solchen abwartenden Situation hat, passieren um einen herum noch viele andere Dinge. Man bekommt schnell ein schlechtes Gewissen, wenn sich auf einmal eine andere fotografisch interessante Situation ergibt.
    Lösung: Verzichte auf diese Motive, oder nimm eine zweite Kamera mit.
  • Vertrau nicht dem Wetterbericht!
    Ich musste es am eigenen Körper erfahren, wie unangenehm der kleinste Nieselregen sein kann. Man wird schnell unleidlich in solchen Situationen und frieren ist verwacklungstechnisch nicht zu empfehlen.
    Lösung: Nimm genug Kleidung mit, sorge für einen guten und trockenen Sitz und ein kleiner Pocketregenschirm passt noch in jede Tasche.
  • Timing
    Am Vorbegehungstag war viel mehr Action in der gesamten Tierwelt an diesem See zu sehen und zu hören. Aber woran lag das? Es war die viel zu späte Nachmittagszeit des Shootings gegenüber des frühen Morgens meiner Vorbegehung.
    Lösung: Vögel und andere Tiere sind in den Morgenstunden viel aktiver. Also: Früher am Ort sein und die genaue Position entsprechend wählen. Denn die Sonne wandert und die Sonnenrichtung kann sich erheblich auf die Gestaltung der Fotos auswirken.
  • Informationen
    Ich kannte grob 50% der gesichteten Vögel nicht, oder besser, ich konnte sie nicht benennen.
    Lösung: Es ist sinnvoll zumindest den Wikipedia Eintrag der zu erwartenden Tiere zu lesen. Denn es macht durchaus Spaß, das gelesene dann auch zu erleben oder durch die Informationen das Shooting besser planen zu können. Die Studie vor Ort ist zu vermeiden, denn dann ist man nicht mehr auf das Geschehen konzentriert.
  • Hund
    Mein Hund ist noch jung und sehr agil. Er rannte oft mit der Schleppleine durch mein Setup. Einmal sogar just in dem Moment, in dem das Fischreiherpärchen nebeneinandersaß.
    Lösung: Den Hund entweder zu Hause lassen oder vorher den Hund so scheuchen, dass er nur noch neben einem schläft.
  • Hund und andere Tiere
    Ein Hund wird von anderen Tieren sofort als gefährlich erkannt und so meiden sie die Nähe.
    Lösung: Keinen Hund mitnehmen.
  • Unterhaltung
    Langeweile ist nicht dienlich. Zu schnell gibt man auf oder verzichtet auf gute Motive.
    Lösung: Ein Kopfhörer mit einem Hörbuch oder guter Mucke ist nie verkehrt. Lesen sollte man jedoch nicht.
  • Transport
    Schleppen macht keinen Spaß. Besonders dann nicht, wenn man unnütze Dinge mitnimmt. Dazu zählt auch die vielleicht nicht passende Tasche.
    Lösung: Alles was Du zu einem solchen Shooting mitnehmen willst am Vortag auslegen, nochmals drüber nachdenken und schlussendlich eine passende Tasche auswählen. In meinem Fall würde ich mir sogar einen Koffer mit Rollen kaufen.
  • Tüten und Tücher
    Müll entsteht, doch wohin damit? Ohne eine Tüte ein Problem. Auch Regentropfen müssen entfernt werden, nicht nur auf den Linsen. Ich hatte nur ein kleines Objektivreinigungstuch dabei, und musste so viel Schmutz an meinem Equipment vor Ort hinnehmen. Hier schon einmal vorab eine Entschuldigung an SIGMA. Die tolle Objektivtasche hat etwas Schaden genommen.
    Lösung: Verschiedene Tücher/Lappen und ein paar Tüten haben überall Platz und sollten nie fehlen.
  • Equipment-Check
    Wie schön ist es doch, wenn ein solches Projekt gut läuft, man auf seinem Kameradisplay schon vorab tolle Fotos sieht und dann am Rechner die ersten Fotos öffnet…… mit vielen Sensorflecken!
    Lösung: Einfach die gesamte Ausrüstung einmal durchchecken. Sind die Akkus voll, habe ich genug Speicherkarten mit, sind die Objektive sauber und in Ordnung und habe ich eine Sensorreinigung nötig.

Und zum Schluss noch eine Lösung in Sachen Hund: Sie kann einfach beim nächsten Mal beim Tragen helfen :-)

Fazit

Was soll ich sagen, ich bin angefixt. Wenn es auch nicht zu einem total neuen Hobby reicht, werde ich mich dennoch häufiger auf die Pirsch machen. Das „Nachshooting“, bei dem ich meine Anfängerfehler nicht mehr machen möchte, ist eh fest geplant. Leider ist im Moment das Wetter nicht so konstant. Vielleicht werde ich dies mit dem Schlüpfen der Babyfischreiher synchronisieren.
Ich hoffe, ich konnte Dich mit diesem Bericht ein wenig unterhalten, Dir viele Informationen vermitteln und Dich vielleicht auch inspirieren, einmal so ein Dir fremdes Projekt anzugehen.
Lass Dich nicht von dem eingesetzten Equipment abschrecken, sondern stell Dir selbst Aufgaben, die Deiner Ausrüstung entsprechen könnte. Denn Wildlife ist nicht nur Löwenfotografie in der Serengeti, sondern eben auch im Wald vor der Tür möglich. Wildlife ist zudem auch Makro und nicht nur Superzoom.

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13 Kommentare

  1. Uwe
      Juli 31, 2018 at 8:33 AM
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    Ich möchte nicht alles o.g. wiederholen, Fakt ist es wird mir und allen anderen die Ähnliches vorhaben extrem viel helfen, Lernen durch Erfahrung …. DANKE für das abnehmen und weitergeben dieser Erfahrungen.

  2. fotogirly
      Juli 24, 2018 at 9:27 AM
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    Hallo @ all,
    zunächst großes Danke an Dich Norbert für die Vielseitigkeit an Infos im fröhlich leicht verständlich geschriebenen Text !
    Als Hundebesitzerin einer sehr alten Hundelady und lebenslanger Hundeerfahrung kenne ich Situationen, wo ein junger Wildling eher störend ist , aber das weiß ein verantwortungsvoller Mensch hoffe ich .
    Für Norbert war es ein Hundespaziergang mit Kamera als Anfänger, genauso bin ich auch derzeit täglich frühmorgens unterwegs und kann alles was er beschreibt genau nachvollziehen , positives und negatives .
    Diese unerwarteten plötzlichen Begegnungen , Motive , die sich förmlich aufdrängen und mich ganz hektisch machen , unbedingt dies und auch noch gut zu fotografieren …..lach, und haste alles eingestellt , ätsch , Motiv entfleucht … !
    Es gibt aber auch schöne Momente, wo meine Hündin auf dem Bootssteg steht , an der Leine zieht und wie gebannt den fauchend heranschwimmenden Schwan beobachtet …das ist so faszinierend zu beobachten, das genieße ich ohne den Drang und Griff zur Kamera !
    Weil ich halt auf Hunderunde bin und nicht auf ,, Fototour,, so hat jeder seine eigenen Vorstellungen vom Hobby Fotografie und am wichtigsten ist doch , man fühlt sich gut und ist glücklich ! :)
    Lieben Dank und lieben Gruß an Alle für die Gedanken und Anregungen hier, hat jedes seine individuelle Berechtigung und ist wichtig finde ich !
    Gabriela B.

  3. Jost Hartmann
      Juli 15, 2018 at 11:11 AM
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    Sehr geehrter Herr Esser,
    Ihr Artikel zur Tierfotografie ist für Anfänger sehr lehrreich. Auch Ihr Abstand zu den, in Parks an Menschen gewöhnten, Fischreiherhorsten ist meines Erachtens „tierfreundlich“ genug.
    Die D800 ist eine Vollformatkamera. Wenn sie auf Halbformat eingestellt wird, gewinnt man noch einmal 50% Brennweite. Bei 600 mm Brennweite sind das 900 mm, d.h. 18-fache Vergrößerung. Da spielt schon das Flimmern der Luft eine große Rolle.
    Ich stelle fast immer die größte Blende (kleinster Wert) ein, da das Tele Objekte somit wunderbar Tiere aus der Umgebung herausstellt.
    Die Sache mit der kurzen Belichtungszeit löse ich oft damit, daß ich die Kamera auf „manuell“ einstelle, also Zeit und Blende voreinstelle und dann die Iso-Werte auf Automatik stelle (das wird nicht bei jeder Kamera funktionieren). So konnte ich abends auf einem Spaziergang einen Dachs ganz problemlos mit voreingestellter 1/250 Sekunde, Blende 5,6 und automatischen 1600 ISO fotografieren. Sie haben da ganz recht, lieber höhere Iso-Werte, als ein verwackeltes, unscharfes Bild.

  4. Christin Renner
    Tina
      Juli 15, 2018 at 7:55 AM
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    Ich kann mich gut an meine ersten Male erinnern als ich anfing Vögel zu fotografieren, eine meiner ersten Anschaffungen war ein Gimbalhead als Stativkopf, dieser ermöglicht es wunderbar den fliegenden Vogel zu verfolgen. Gute Flugaufnahmen zu machen ist tatsächlich auch eine Übungssache hier sollte man nicht so schnell Aufgeben. Dein Tipp mit den Kopfhörern macht mich allerdings ratlos, es ist doch gerade das schöne an der Wildlifefotografie die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Wenn das Vogelbuch nicht mehr in den Rucksack passt empfehle ich die App vom Kosmos Vogelführer, die sehr hilfreich beim Bestimmen der Arten.

  5. Gabriela
      Juli 12, 2018 at 9:36 AM
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    Nachdem ich alle 3 Artikel gelesen habe und auch die Kommentare dazu, möchte ich Norbert bestärken, genauso weiterzuschreiben. Die Artikel waren unterhaltsam, lesenswert und, ja, ganz nebenbei haben die Leser technische Tipps und Tricks mit auf den Weg in die „Wildlife“-Fotografie bekommen. Mich hat es besonders gefreut, dass der Hund dabei war und Teil der Geschichte wurde, denn: wollen wir nicht alle mit unseren Fotos Geschichten erzählen? Das ist real life story telling, jeder, der einen Hund und eine Kamera hat, wird die eine oder andere geschilderte Situation erkannt und sich schmunzelnd den weiteren Ausführungen gewidmet haben .
    Ich wäre nicht im Traum auf den Gedanken gekommen, dass Norbert hier eine Anleitung zur „Nestfotografie“ geben wollte und käme auch nicht auf die Idee meinn Hund mit ins Naturschutzgebiet zu nehmen.

  6. Andreas Bracke
      Juli 11, 2018 at 11:50 PM
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    Als fotografierender Hundehalter nehme ich die Kamera oft auf Hundespaziergänge mit und erlebe… wie das Tier genau dann an der Leine ruckt, wenn ich ein Bild mit Tele und „zu langer“ Belichtungszeit machen möchte, das Bild dadurch verreisse; … wie das Tier sich sehr über andere wilde Tiere freut und diese sogar anbellt, leider mögen die Rehe das gar nicht und verschwinden aus dem Foto; …wenn ich sinnierend über Ausschnitt und Foto grübele das Hundetier sich zu Tode langweilt und mich zum Spielen auffordert. Also: wenn ich mal an einem Fotokurs teilgenommen habe oder mir ein Projekt ausgedacht habe, dann bleibt der Hund zu Hause (oder spaziert mit Frauchen woanders). Selbstschutz? Vor unangenehmen Menschen, die vor Hunden Angst haben vielleicht- die könnten weg bleiben, die wilden Tiere werden im Zweifel wohl (je nach Größe) eher ein Problem für den Hund darstellen.
    Alle Vögel kann man nicht kennen-logisch. Noch nicht mal, wenn man sich dafür interessiert. Also würde ich nicht am Tag vorher Wikipedia frequentieren: welche Vögel, die ich nicht kenne, will ich den so finden? Sondern würde empfehlen, ein Bestimmungsbuch mitzunehmen! Empfehlung: Kosmos Verlag, Welcher Vogel ist das? (12x20cm, 580g-passt in die Mantel/Jackentasche, wenn der Fotorucksack voll ist.)
    Vögel im Flug schön aufzunehmen ist schwierig, ein guter Autofokus hilft und sichert Bilder, die manuell kaum zu schaffen sind. Trotzdem ärgert mich sogar die D800e manchmal, wenn sie den Fokus auf zB einen sich im Wind bewegenden Ast neben dem Vogel setzt. Mit Geduld und Übung ist das manuelle Fokussieren da -zumindest wenn sie sitzen- erfolgreich genug.
    Kopfhörer, Hörbuch und Musik? Gehören zum Erleben der „Wildnis“ nicht auch die Geräusche dazu? Ein Knacken, wenn die Rehe oder Wildschweine durchs Unterholz laufen-oder: wenn man hinter dem Dickicht (neben dem Wanderweg) ein Grunzen hört, das als Empfehlung zu nehmen, unauffällig zu verschwinden. Ich höre hier bei uns die Kraniche viel früher, als dass ich sie sehe – mit Musik oder konzentriert auf ein spannendes Hörbuch??!? Im Ernst?
    Equipment: gute Empfehlung von Dir, vorher Batterien, Speicherkarte, (Filme), zu prüfen und eine Reinigung durchzuführen- das ist vermutlich schon jedem passiert, dass hier was nicht passt!
    Vielleicht noch: (je nach Alter) die Brille nicht vergessen und je nach Tageszeit eine Taschenlampe mitnehmen.
    Aber: die Absicht des Artikels, Neugier auf das „wilde Leben in unserer Umgebung“ zu wecken und die Lust, gleich das Tele in den Wald oder übers Feld zu tragen, das erreichst Du. Die Reiherfotos finde ich großartig und freue mich auch auf weitere Artikel!
    Schöne Grüße, Andreas (PS ich suche noch den Wolf, der sich ab und zu bei uns im Wald herumtreiben soll… Jäger mit Wildkameras haben schon so ein Tier mal aufgenommen)

  7. Sabine
      Juli 11, 2018 at 9:27 PM
    Kommentar bewerten

    Was ist das denn für eine interessante Hundetasche?
    Würde mich über eine Antwort freuen.

    1. Norbert Eßer
        Juli 11, 2018 at 10:18 PM
      Kommentar bewerten

      Die haben wir bei Amazon gefunden. Ich glaub aber, die findest Du auch bei Fressnapf und Ko. Diese nennt sich: Kerbl 81198 Rucksack für Hunde
      :-)

  8. Arne Weigel
      Juli 3, 2018 at 2:10 PM
    Kommentar bewerten

    Ich bin ziemlich zwiegespalten was diesen Artikel anbelangt, weshalb ich mich bis zum dritten Teil mit einem Kommentar zurückgehalten haben.
    Ihre bisherigen Artikel als Maßstab heranziehend, kann dieser mich einfach nicht überzeugen. Dafür haben Sie deutlich bessere Artikel verfasst.
    Zugegeben im Vorwort haben sie ja definiert was sie erreichen wollen und diesen „geringen“ Anspruch erfüllt ihr Artikel auch. Nur ehrlich war der notwendig? Die Ergebnisse und Erkenntnisse entsprechen dem, was bei einem ersten Wildlife-shooting rauskommt. Ihre Argumentation ist nun, die Fehler habe ich für Euch gemacht, jetzt könnt ihr es besser machen. Ist sicherlich ein Ansatz. Nur wenn ich lernen möchte, wie ein Omelett gemacht wird, brauche ich niemanden der mir vormacht, wie es nicht geht, sondern jemand der mir es zeigt wie es geht. Zumal es zu Wildlifefotografie einen riesigen Fundus an Artikeln, Blogs und Büchern von hervorragenden Tierfotografen gibt.
    Zugegeben der dritte Teil, speziell die Fehlerliste, bringt hier dann doch einige gute und praktische Tipps.
    Womit ich aber am meisten Bauschmerzen habe, ist, dass dieser Artikel als Vorbild und Motivation zur Wildlifefotografie dienen soll und man als Einstieg sich Nestfotografie mit Hund aussucht. Dies ist in meinen Augen, höflich formuliert, eine schlechte Idee. Gut, Sie haben die Bilder an einem Ort gemacht, an dem die Tiere Menschen und letztendlich auch Hunde gewohnt sind. Sie haben auch lediglich den Nestbau gezeigt und nicht die Brutphase und waren gar nicht in der Lage zu nahe ranzukommen. Von daher ist von Ihrer Seite soweit alles OK. Und sie haben klargestellt, dass der Hund fehl am Platz war.
    Mir fehlt aber ein deutlicher Hinweis, darauf, dass man als Fotograf auch eine entsprechende Verantwortung hat. Sie können nicht ausschließen, dass jemand ihrem Beispiel folgend, sich ein Bodenbrüter raussucht oder um jeden Preis versucht so nah wie möglich an das Nest, am besten mit geschlüpften Jungtieren, heranpirscht.
    Speziell Nestfotografie ist eins der sensibelsten Bereiche in der Tierfotografie überhaupt. Es gibt genug Vögel, die bei Störungen durch den Menschen ihre Brut aufgeben. Und das ist ein absolutes NO-GO für jeden, der Tiere fotografieren möchte. Nestfotografie ist auch unter erfahrenen Fotografen ein umstrittenes Thema in der Hinsicht, wie weit darf ich gehen. Daher bitte solche Punkte in zukünftigen Artikeln klarstellen.

    1. Norbert Eßer
        Juli 4, 2018 at 6:01 PM
      Kommentar bewerten

      Vielen lieben Dank für Deinen umfangreichen Kommentar. Bei dieser Mühe Antworte ich gerne, wenn vielleicht auch für Dich nicht umfänglich genug.
      Betrachte den Artikel am besten wie einen Aufsatz. Ich habe, wie in der Einleitung beschrieben, keine Erfahrung mit Wildlife-Fotografie. Und ich wollte den Anfängern unter unseren Schülern ein wenig mitnehmen auf dieser Erfahrung. Ich denke, das ist mir zumindestens gelungen. Das es sich nicht um eine Konkurenz zu Sachbüchern zu diesem Thema drehen kann, ist wohl alleine durch die im Vergleich zu einem Buch geringe Länge deutlich.
      Das mit dem Hinweis zum Hund versteh ich aus Deiner Sicht und bedanke mich für den Hinweis. Ich wollte im Text auch nicht dazu anleiten einen Hund mitzunehmen, sondern hab ja auch dargestellt, dass mein Hund in keiner Form das Nest erreichen konnte. Dazwischen lagen 50m Wasser und das Nest war in 20 m Höhe.
      Ein gut ausgebildeter Hund kann aber theoretisch sicher auch für andere Wildlife-Fotos nützlich sein. Ich nenne da zum Beispiel Selbstschutz und Fährtenlesen. Aber es sollte denoch jedem klar sein, dass ein Stadthund ohne Leine nichts in Wald und Flur verloren hat.
      Wie im Artikel angedeutet, werde ich noch weitere Wildlife Session machen. Die daraus entstehenden Artikel sind dann sicher lehrreicher und ich nehme dann sicher auch wieder mehr Bezug auf die eigentliche Fotografie und erwähne dann nicht mehr soviele Umstände.
      Nochmals danke für Deine Hinweise, den gute Kommetare wie Deiner machen diese Fotoschule erst rund.
      P.S.
      Anmerkung getippt auf dem IPhone. Rechtschreibung wird später korrigiert.

      1.   Juli 18, 2018 at 8:38 PM
        Kommentar bewerten

        Hallo Norbert,
        ich kann den Ausführungen von Arne Weigel und Andreas Bracke nur beipflichten. Mir haben sich bei einigen ihrer „Tips“ schlichtweg die Nackenhaare gesträubt.
        Wie Arne schon geschrieben hat, ist es auch m.E. ein No-Go, „einfach mal in den Wald oder auf die Wiesen zu stiefeln“ um ein paar Naturfotos von mehr oder weniger seltenen Tieren zu machen. Das Wild/Vögel nicht zu stören, hat für mich als Naturfotografin oberste Priorität. Ebenso bemühe ich mich, so wenig Spuren in Form von Lärm, abgebrochenen Ästen und und und… zu hinterlassen. Ich verzichte lieber auf ein Foto/Fotos, als z.B. Vögel beim Brüten oder Füttern der Brut zu stören oder eine Wiese niederzutrampeln, um Bodenbrüter zu finden. Schlimmstenfalls verlassen die Elterntiere nämlich die Brut und die Küken verhungern.
        Über den Tipp mit der Musik gegen die Langeweile beim Warten, habe ich schallend gelacht. Meistens hört man Tiere eher als man sie überhaupt sieht. Oft hört man aber auch, wie z.B. Geocacher, Nordic Walker oder Wanderer durch die Natur trampeln. Die Unterhaltungen und die Lautstärke, die diese Spezies an den Tag legen, übertreffen jedes Hörbuch bei Weitem. :-)
        Zum Thema Hund mitnehmen kann ich nur Folgendes sagen: Mein Hund darf an der Leine mit, um etwas auszukundschaften, zum Fotografieren bleibt er zu Hause. Es sei denn, ich gehe „Blümchen“ (Makros) fotografieren. Auch hierbei beachte ich, nichts zu zerstören. Und als Schutz vor Wildschweinen taugt kein Hund. Im Gegenteil – wenn ich im Wald unterwegs bin und rieche Wildschweine (ja, man kann Wildschweine sehr gut riechen), dann bleibt meine Hand in der Nähe des Leinenkarabiners und ich beginne mit lauten Selbstgesprächen, in der Hoffnung, dass die Schweine sich verdrücken. Sollte ein Wildschwein doch angreifen, kann ich meinen Hund wenigstens von der Leine lassen und ihm so eine kleine Chance geben, dem Wildschwein auszuweichen. Wenn man sich in den Hunde-foren mal Bilder ansieht, auf denen Hunde von Wild-schweinen angegriffen wurden, dann weiß man, warum ich das tue. Meistens überleben die Hunde solche Angriffe leider nicht. Jäger können von solchen Situationen sicher auch „ein Lied singen“. Also Selbstschutz durch den Hund ist nicht.
        Ebensowenig taugt der gewöhnliche Haushund zum Spurenlesen. Das muss man schon selbst übernehmen. Ich stelle mir gerade vor, wie mein Hund gucken würde, wenn ich ihm ein Foto von einem Reh zeige und dann von ihm erwarte, dass er für mich eins findet…
        Naturfotografie fängt bei mir immer damit an, dass ich mich über das „Objekt der Begierde“ in Büchern oder auf einschlägigen Internetseiten schlau mache, dann folgt intensives Beobachten und erst ganz zum Schluss erfolgt der Ansitz mit der Kamera. Wenn ich dann sehr viel Glück habe, bekomme ich schöne Fotos. Manchmal allerdings auch nicht, aber dann hatte ich wenigstens einen spannenden Tag/Tage in der Natur und habe wieder einiges über sie gelernt.
        Die Illusion, dass man mal „eben schnell“ in den Wald geht, um ein paar tolle Fotos zu „schießen“, möchte ich den potentiellen Naturfotografen nehmen. Für gute Naturfotos benötigt man in erster Linie Arten- und Ortskenntnisse, Geduld und vor allem Sitzfleisch und viel Glück!

        1. Norbert Eßer
            Juli 18, 2018 at 10:52 PM
          Kommentar bewerten

          Ich hoffe, Sie haben den ganzen dreiteiligen Artikel gelesen. Den daraus ergeben sich einige Punkte Ihres ansonsten super guten Kommentars als bereits gegeben. In Ihrem ersten Absatz sagen Sie vermeintlich, dass ich die Tiere gestört habe oder willentlich dies in kauf genommen habe. Wie Sie im ersten Teil lesen und sehen können, ist dies nicht der Fall. Es handelt sich um einen städtischen See mit vielen hunderten Besuchern pro Tag. Es ist sogar ein Teil des Sees mit Tretboten zu befahren. Die „INSEL“ ist hingegen von kundigen Naturschützern vollkommen isoliert worden.
          Im zweiten Absatz gehen Sie auf meinen Tipp mit den Kopfhörern ein. Neben den vielen Besuchern, Spaziergängern und Ausflüglern der Anlage ist dort, und auf diese Anlage beziehe ich mich ja gänzlich im Text, eine Autobahn in circa 100 m Entfernung und eine kreuzende Schnellstraße/Landstraße. Sicher ist Ihr Einwand in einer unbelebteren Situation berechtigt und ich bin fern ab vom dem vielleicht geschriebenen Eindruck der Natur den Stinkefinger zu zeigen. Aber an diesem speziellen Ort meines „Ergebnisberichtes“ werde ich bei einem geplanten Nachshooting mir mit Musik, Büchern oder ähnliches die Zeit vertreiben. Das bedeutet ja nicht automatisch, dass ich mich gänzlich isoliere.
          Ihrer Einlassung zum Thema Hund finde ich sehr gut. Nur hätten Sie dies sicher als Ergänzung/Tipp formulieren können. Meine Bemerkungen zum Thema Hund ist sicher klar als amüsantes Nebenbei im Text zu erkennen. Ich bin nicht ganz unbeleckt was das Thema Selbstschutz, Wildschweine und anderes angeht. Aber dies würde jeden Rahmen eines Fotoschulartikels sprengen. Daher ist Ihr Kommentar, als Solches, eine tolle Ergänzung. Danke dafür.
          Zum letzten Punkt Ihres Kommentars würde ich gerne eine Kritik an meinem Headlinefoto von Ihnen hören. Ich finde das Foto super und ich habe das Gefühl, dass ich bei dem nächsten „Versuch“ noch weitere gute Fotos machen werde.

        2. Martin Schwabe
            Juli 18, 2018 at 11:14 PM
          Kommentar bewerten

          Hallo Sabine,
          ich kenne Norbert, ich kenne den Hund, ich kenne die Örtlichkeit UND ich habe die fachlichen Kompetenzen. Ich habe die Artikel vorher alle gelesen und aus (natur-)fachlicher Sicht geprüft.
          (Nur zur Info: Ich bin nicht nur Fotograf, sondern habe auch eine jagdliche Ausbildung).
          Eine Niststörung ist an dieser Stelle komplett auszuschließen, da dieser Ort derart von Menschen frequentiert ist, dass der mit Tele bewaffnete Fotograf dort für nistende Vögel das geringste Problem ist.
          Was Hunde anbetrifft, ein Hund ist ein Raubtier, ein Wildschein nicht. Und grundsätzlich hat die Sau vor dem Hund mehr Respekt, als der Hund vor der Sau. Es KANN für den Hund schlecht ausgehen, aber in den meisten Fällen wird die Sau vor dem Hund Reißaus nehmen. Insofern ist ein Hund immer auch ein Schutz.
          Und ja, Du hast völlig Recht. Naturfotografie in seiner speziellen Form fordert Erfahrung, Zeit und Geduld, wenn man die 100% erreichen will. Aber ich kann Dir in den Revieren, die ich begehen Dutzende Stellen zeigen, wo auch der Laie ganz ausgezeichnete Motive finden wird, mit wenig Aufwand und wenig Sitzfleisch. Ich kenne diese Stellen aus meiner jagdlichen Erfahrung.
          Ich könnte Dir stellen zeigen, wo Du ohne Probleme zu fast 100% Kraniche und Graureiher beim füttern der Jungen und beim tanz sehen kannst, ohne warten, ohne anschleichen, einfach so. Mache ich aber nicht,, denn dann „schleichen“ da dauernd Fotografen rum, die dann die Tiere stören und man nicht mehr einfach so in deren Nähe kommt.
          Die Tiere sind nämlich deutlich toleranter, als es uns viele Naturfotografen weiß machen wollen.

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