Das solltest Du über Kamera Stative wissen

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In letzter Zeit haben wir in diversen Fotogruppen und -foren immer wieder Fragen rund um Kamera Stative gelesen und dabei festgestellt, dass dort aufgrund des riesigen Angebots und der deutlich unterschiedlichen Preise eine große Unsicherheit besteht.

Tatsächlich gehört das Stativ zu der Zubehörgruppe, die nach der Kamera (und ggf. weiteren Objektiven) zu den ersten Anschaffungen gehören sollte. Vor allem dann, wenn Du auch bei langen Belichtungszeiten Wert auf scharfe Bilder legst und wenn Du oft mit schweren Objektiven unterwegs bist. Und wenn Du Dich mit Deiner Kamera an Orten befindest, an denen Du darauf wartest, dass das passende Motiv an einer bestimmten Stelle auftaucht.

Die Bandbreite angebotener Kamera Stative geht von echtem Billigschrott (man muss es tatsächlich so deutlich aussprechen) bis zu hochprofessionellen und spezialisierten Spezialstativen, die dann auch gern mal vierstellige Summen kosten können.

In diesem Artikel wollen wir Dich ein wenig über Stative aufklären und Dir helfen, für Dich eine erste richtige Entscheidung zu treffen, wenn es darum geht herauszufinden: Welches Kamera Stativ passt zu Dir? Für die Erstellung dieses Lernartikels haben wir das Stativ C5i Carbon von Rollei verwendet.

Einige grundlegende Informationen

Es gibt sehr unterschiedliche Stativformen bis hin zu sehr schweren Säulenstativen, die im Studio für die Aufnahme von Fachkameras verwendet werden, da diese auch heutzutage oft nicht digital sind, sondern in denen immer noch analoges Filmmaterial verwendet wird. Mit diesen Sonderformen wollen wir uns aber in diesem Beitrag nicht beschäftigen, sondern eher mit den klassischen Stativformen, die Du im fotografischen Alltag als Hobbyfotograf verwenden wirst. Es wird hier um zwei Stativformen gehen, das Dreibein und das Einbein.

Das Dreibein Stativ

Das Dreibein Rollei Stativ hat – wie der Name schon sagt – drei Beine, die eigentlich immer teleskopartig in der Länge verstellbar sind. Ein Dreibeinstativ bietet einen stabilen Stand. Du kannst also die Kamera auf das Rollei Stativ montieren und sie bleibt von alleine stehen. Dreibeine verwendest Du z. B. für Langzeitbelichtungen, für Belichtungsreihen oder wenn Du immer wiederkehrende Aufnahmen von immer demselben Standort ausmachen, und sichergehen möchtest, dass sich der Bildausschnitt nicht verändert. Dreibeine kommen auch häufig in der Makrofotografie zum Einsatz, wenn es darum geht, den Abbildungsmaßstab zu maximieren oder die bei der Makrofotografie sehr knappe Schärfentiefe (-ebene) möglichst präzise ins Motiv zu legen.

Rollei Stativ: Einbein oder Dreibein
Ein Einbein hat – wie der Name schon impliziert – nur ein Bein und steht nicht von alleine. Die hier gezeigte Lösung von Rollei ist besonders pfiffig, da sich im Handumdrehen aus dem Dreibein ein Einbein zusammenschrauben lässt.

Das Einbein Stativ

Das Einbein Rollei Stativ bietet dagegen keinen stabilen Stand. Es hat eben nur ein Bein und soll die Kamera gar nicht alleine tragen. Im Wesentlichen hat es zwei Aufgaben: Bei sehr schweren Objektiven entlastet es Dich von dem Gewicht des Objektivs, wenn Du keine andere Möglichkeit hast, die Kamera anderweitig für die Aufgabe zu fixieren. Es ersetzt sozusagen die Auflage in einer für Dich bequemen Arbeitshöhe. Zweitens werden durch den einen Fixpunkt die Bewegungen der Kamera soweit reduziert, dass Du auch so noch Verschlusszeiten verwenden kannst, die Freihand kaum möglich wären, ohne das Foto zu verwackeln. Ein Einbein ist allerdings nicht für Langzeitaufnahmen oder Belichtungsreihen geeignet.

Rollei Stativ: Einbein
Das Einbein entlastet bei großen Objektiven den Fotografen und reduziert die Unschärfe durch Verwackeln (Du wackelst mit Einbein deutlich weniger).

Ein Stativ setzt sich dabei fast immer aus zwei wesentlichen Komponenten zusammen, die maßgeblich den Verwendungszweck bestimmen: Das eigentliche Stativ mit den Teleskopbeinen und dem Stativkopf. Beide Elemente werden mittels einer meist genormten Schraube fest miteinander verbunden.

Kamera Stative: Stativköpfe

Während das eigentliche Stativ nur für den sicheren Stand sorgt, kommt dem Stativkopf eine viel größere Bedeutung zu, denn der Kopf bestimmt die Freiheiten, die Du in der Positionierung der Kamera hast. Es gibt Panoramaköpfe (die eben auf Panoramaaufnahmen spezialisiert sind), Kugelköpfe (zur schnellen Einstellung in nahezu jede Richtung), Getriebeneiger (zur sehr exakten, aber auch langsamen Einstellung des Bildausschnittes) und z.B. Videoneiger (die von der Bedienung her auf Kamerafahrten optimiert sind) und noch viele andere Varianten, mit teils großer Spezialisierung.

Für den Anfang sollten Dir Kamera Stative mit Kugelkopf reichen. Er ist eigentlich der universellste Stativkopf und gehört daher schon fast zum standardisierten Lieferumfang, wenn Du ein Rollei Stativ, inklusive mitgeliefertem Kopf, kaufst. Auf die Funktionsweise gehen wir im weiteren Verlauf des Artikels noch genauer ein.

Kamera Stative: Schnellwechselplatten

Unten an Deiner Kamera befindet sich zur Befestigung am Stativ ein Gewinde. Dieses Gewinde hat im Normalfall die Größe 1/4″. Manch alte Stative besitzen das Gegenstück direkt am Stativkopf. Willst Du die Kamera kurz abnehmen, weil Du eine Freihandaufnahme machen möchtest, wird es schnell fummelig. Daher besitzen moderne Stative heutzutage ein Schnellwechselsystem in Form einer Schnellwechselplatte. Diese kleine Platte kannst Du direkt an der Kamera anschrauben. Sie stört dort meist nicht.

Kamera Stativ Schnellwechselplatten
Schnellwechselplatten werden unten an die Kamera oder die Stativschelle geschraubt und erlauben den schnellen Wechsel der Kamera vom Stativ. Wenn die Platten mit dem System arca-swiss kompatibel sind, kannst Du sie jederzeit im Zubehör nachkaufen und auf unterschiedlichen Stativen verwenden (die auch zu diesem System kompatibel sind)

Um die Kamera auf dem Stativ zu befestigen, kannst Du die Platte dann mittels Klemmmechanismus fest mit dem Stativ verbinden, bzw. sie schnell wieder trennen. Du musst dann nicht jedes Mal die Schraube lösen. Zudem kannst Du mittels einer zweiten oder dritten Platte auch schnell zwischen verschiedenen Kameras oder Objektiven wechseln.

Diese Schnellwechselplatten können durchaus sehr unterschiedlich aussehen und sind nicht immer untereinander kompatibel. Viele Hersteller haben sich aber untereinander auf ein System geeinigt, das diese Platten dann doch austauschbar macht. Wenn Du also am Stativ, dem Stativkopf oder der Verpackung den Hinweis liest: „Arca-swiss-kompatibel“, dann hast Du ein solches System und Du kannst die Schnellwechselplatten untereinander austauschen oder nachkaufen.

Kamera Stative: Das Material

An dieser Stelle wird es kompliziert. Wir haben dazu eine Meinung, die wir Dir auch mitteilen werden. Aber Du wirst einen für Dich eigenen Kompromiss finden müssen. Denn im Grunde ist jedes Stativ ein Kompromiss. Außer Du hast drei – fünf Stative (was sicher eher die Ausnahme sein wird).

Oben siehst Du ein Stativ aus einer Metalllegierung (Magnesium als wichtiger Bestandteil), das über 2 Meter weit ausgefahren werden kann und eine hohe Tragkraft bietet. Es wiegt dafür auch gut 3,5 kg und ist daher eher für den stationären Einsatz gedacht. Das Stativ darunter ist aus Karbon. Es wiegt mit Stativkopf nur 1,3kg und lässt sich aufgrund der vierstufigen Teleskopbeine auf ein kompaktes Maß zusammenfalten. Damit ist es ein idealer Allrounder.

Kamera Stative werden aus sehr unterschiedlichem Material hergestellt aus:

  • Kunststoff
  • Aluminium
  • Magnesiumlegierungen
  • Karbon
  • oder sogar aus Holz und Stahl

Du wirst es vielleicht ahnen: Es geht bei der Wahl des Materials um Stabilität, Gewicht und letztendlich auch um die Tragkraft des Stativs bzw. des Kopfes. Vier Kriterien, die sich gegenseitig oft widersprechen. Wir steigen daher gleich mit unserer Meinung ein: Hast Du ernsthafte fotografische Ambitionen, dann solltest Du die Materialien Aluminium und Kunststoff gleich vergessen. Solche Stative sind zwar verlockend günstig, aber sie gehen schnell kaputt. Die Beine verbiegen, sie schwingen schnell und die Verschlüsse leiern aus. Wenn Du nur ab und an mal eine Kompaktkamera auf ein Stativ stellen willst, dann mag so eine Lösung reichen. Aber ansonsten gilt der Grundsatz: Wer billig kauft, der kauft zweimal. Meine Fotostativ Empfehlung:

Kamera Stative aus Holz

Holzstative (Berlebach) sind sehr gut, aber auch sehr teuer und keine Leichtgewichte. Sie sind daher eher etwas für Liebhaber (auch wenn die Schwingungsdämpfung von Holz sehr gut ist). Wir konzentrieren uns in den Betrachtungen daher auf die beiden hauptsächlich verwendeten Materialien: Karbon und Leichtmetalllegierungen.

Kamera Stative aus Karbon

Karbonstative werden aus Kohlefasern hergestellt und sind daher sehr stabil und leicht. Sie können aber aufgrund des geringen Gewichts Schwingungen nicht so gut absorbieren und sind in der Tragkraft etwas beschränkt.

Kamera Stative aus Magnesiumlegierungen

Stative aus Magnesiumlegierungen haben meist Aluminiumröhren, die Beschläge bestehen dann aber aus sehr stabilen Leichtmetalllegierungen, sie sind sehr stabil und (im Vergleich zu Stahl) noch relativ leicht, aber deutlich schwerer als Karbonstative. Sie absorbieren Schwingungen recht gut und besitzen eine hohe Tragkraft.

Du erkennst schnell das Dilemma. Entweder oder.

Ganz so dramatisch ist es dann allerdings auch nicht. Auf Dauer (wenn bei Dir der Bedarf vorhanden ist), spricht nichts dagegen auch ein zweites Kamera Stativ zu besitzen. So habe ich z.B. ein leichtes Reisestativ aus Karbon, dass sich bequem mitnehmen lässt und sich flexibel auch zu einem Einbein umbauen lässt. Für Einsätze im Studio oder sehr schwere Objektiv-Kamera-Kombinationen habe ich ein schweres (und deutlich größeres) Stativ aus der Kombination von Aluminium und Magnesiumlegierung.

Worauf Du bei Stativen achten solltest

Ich möchte mit Dir zusammen jetzt ein Rollei Stativ einfach mal von unten bis oben im Detail betrachten und Dir erklären, worauf ich achte, wenn ich mir ein Kamera Stativ suche und vor allem warum ich dies tue. Diese Ausführungen haben jetzt nicht den Anspruch, für jeden und immer gültig zu sein. Muss es ja auch nicht. Aber das wird Dir sicher helfen, die für Dich relevanten Kriterien für die Auswahl ausfindig zu machen.

Die Füße

Die Stativfüße haben mehr mit der Stabilität des Stativs zu tun, als Du vielleicht denken magst. Gerade, wenn Du in der Natur unterwegs bist, sind so genannte Dornen (auch Spikes genannt) sehr hilfreich für einen sicheren Stand. Sie sind allerdings nicht immer ideal. Wenn Du einmal die Gelegenheit bekommst, bei Freunden auf dem neuen Parkettboden ein Stativ aufzubauen, dann könnte es sein, dass die Dornen auf wenig Begeisterung stoßen werden. Gute Kamera Stative haben also entweder schraubbare Füße aus Kunststoff/Gummi, in denen die Dornen verschwinden oder, wie hier im Beispiel gezeigt, Gummikappen, die sich einfach entfernen und wieder aufsetzen lassen.

Die (Teleskop-)beine

Kamera Stative sollten in der Höhe verstellbar sein. Ich denke, dass ich mit dieser Aussage niemanden überrasche. Für ein Alltagsstativ sollte die maximale Arbeitshöhe nicht unter 1,5 Metern liegen, darunter wird es für den normal gebauten Europäer sehr unkomfortabel. Gelöst wird die Höhenverstellung über die Teleskopbeine. Meist haben sie drei oder vier Beinsegmente, die nacheinander ausgefahren und dann wieder arretiert werden können. Je mehr Stufen ein Teleskopbein hat, desto kürzer ist es im zusammengelegten Zustand. Aber umso dünner (und empfindlicher) ist damit auch der dünnste Teil des Beines (wieder so ein typischer Stativkompromiss).

Stative haben meist Teleskopbeine, um sie in der Höhe zu verstellen und um sie besser transportieren zu können. Wenn Du die Beine nicht ganz ausfährst, solltest Du oben anfangen und das jeweils dünnste Teil des Beines nicht ausfahren. Es steht dann einfach stabiler.
Stative haben meist Teleskopbeine, um sie in der Höhe zu verstellen und um sie besser transportieren zu können. Wenn Du die Beine nicht ganz ausfährst, solltest Du oben anfangen und das jeweils dünnste Teil des Beines nicht ausfahren. Es steht dann einfach stabiler.

Achte bei einem Stativ auf die Arretierung. Es gibt Klemmvarianten und Schraubvarianten. Beide sollten das Bein sicher arretieren. Nichts wäre schlimmer, als ein kippendes Stativ mit Deiner wertvollen Kamera darauf. Die Beine sollten leichtgängig ineinander gleiten, aber kein Spiel haben. Kannst Du die Beine nicht nur vor und zurück bewegen, sondern auch kippeln, dann lass die Finger von dem Stativ.

Die Stativschulter mit der Klappmechanik

Am oberen Ende der Beine befindet sich jeweils ein Gelenk, mit dem die Beine an der Mittelplatte befestigt sind. Ohne dieses Gelenk könnten die Beine im zusammen geschobenen Zustand nicht für den Transport zusammengeklappt werden. Einfache Varianten bieten genau zwei Stellungen: Zusammengelegt und geöffnet. Sinnvoll sind allerdings mehrere Raststufen für jedes einzelne Bein, um Stative auch auf sehr unebenem Boden sauber und sicher aufstellen zu können. Zudem kann durch ein weites Aufspreizen der Beine auch eine stabile und zugleich bodennahe Position erreicht werden.

An der Stativschulter befindet sich meist eine Öffnung mit einer Schraube zur Arretierung. Diese Öffnung dient der Aufnahme der Mittelsäule.

 

Die Mittelsäule

Die Mittelsäule dient zum einen der Aufnahme des Stativkopfes, aber auch zur Feinjustierung der Stativhöhe (sofern nötig). Es klingt natürlich verlockend, dass Du das Stativ über die Mittelsäule nochmal um 20-30% erhöhen kannst. Ich kann davon aber nur abraten. Bezüglich der Mittelsäule gilt für mich: So hoch wie nötig, so niedrig wie möglich.

Während die eigentlichen Beine sich gegenseitig stützen, balanciert die Kamera selbst sozusagen einarmig auf der Mittelsäule. Je schwerer das Objektiv und die Kamera ist, um so labiler wird diese Konstruktion. Insbesondere dann, wenn es windig ist oder der Verschluss der Kamera bewegliche Teile enthält (also z.B. bei der DSLR der Spiegel und der Verschlussvorhang).

An dieser Stelle möchten wir Dir den ersten Praxistipp geben. Du weißt jetzt, dass trotz Stativ Schwingungen entstehen können, die zu Verwacklungen führen. Das Foto wird im besten Fall etwas unscharf, wenn es aber ganz schlecht läuft, ist es völlig verwackelt. Wenn Du Dich im kritischen Bereich der Verschlusszeiten von ca. 1/60 Sek. – 2 Sek. (bei kürzeren Zeiten führt die Bewegung nicht zu Verwacklungen. Bei längeren Zeiten spielt die Bewegung auf die Dauer der Belichtung gesehen keine Rolle) bewegst, solltest Du zwei Dinge tun: 1.: Einen Fernauslöser nutzen (ob per Kabel, Funk oder Infrarot ist für diesen Fall egal) oder alternativ den Selbstauslöser und 2.: Die Spiegelvorauslösung benutzen.

Was ist die Spiegelvorauslösung? Bei einer DSLR klappt der Spiegel vor der Aufnahme nach oben (kritischer Vorgang) und nach der Aufnahme nach unten (unkritischer Vorgang) und führt dazu, dass die Kamera durch die sich bewegenden Teile schwingt. Je höher die Mittelsäule ausgefahren ist, umso größer wird diese Schwingung. Bei der Spiegelvorauslösung wird der Spiegel vor der Aufnahme nach oben geklappt. Danach vergeht eine kurze Zeit, bis die Schwingung vorbei ist und erst dann wird die eigentliche Aufnahme gemacht.

Wenn Deine Kamera keine Spiegelvorauslösung (Spiegelverriegelung) kennt, dann schalte sie auf das Livebild, da dort der Spiegel dauerhaft oben steht. Allerdings ist der Optische Sucher dann dunkel und Du musst über den Kameramonitor arbeiten. Kameras ohne Spiegel (z.B. DSLM und andere Systemkameras) haben hier systemische Vorteile.

Schön ist es, wenn Du die Mittelsäule entfernen und umdrehen kannst. Dies erlaubt Dir z.B. für Makroaufnahmen sehr bodennah zu arbeiten, ohne dabei auf ein stabiles Stativ verzichten zu müssen. Die Bedienung über Kopf ist etwas gewöhnungsbedürftig (wohl dem, der seine Kamera mittels WLAN fernsteuern kann). Auch hier ist also ein Fernauslöser hilfreich. Dies stellt einen der wenigen Fälle dar, bei dem ich persönlich einen Klappmonitor bevorzuge, wenn er denn verfügbar ist.

Gleichzeitig dient die Mittelsäule der Aufnahme des Stativkopfes und sollte auswechselbar sein.

Der Stativkopf

Der Kopf nimmt die Kamera auf und ist für die Beweglichkeit (Positionierung) zuständig. Ich hatte schon erwähnt, dass es sehr viele unterschiedliche Stativköpfe für die unterschiedlichsten Aufgaben gibt. Da ein Stativ ohne geeigneten Kopf recht wertlos ist, stellen wir Dir in diesem Abschnitt den in unseren Augen universellsten Kopf vor, nämlich den Kugelkopf.

Auch hier gehen wir beispielhaft von unten nach oben. Der Kugelkopf befindet sich auf einer beweglichen Platte, auf der eine Skala vermerkt ist. Damit lässt sich der Kopf um die vertikale Achse drehen. Die Gradeinteilung erleichtert genaue Panoramaaufnahmen mit festen Winkeln, sofern kein Nodalpunktadapter nötig ist. Die vertikale Achse kann mittels einer Stellschraube fixiert werden. Weiter oben befindet sich die eigentliche Kugel, die es erlaubt, die Kameraposition nahezu beliebig frei zu wählen.

Kamera Stativ: Der Stativkopf
Ein typischer Kugelkopf – unten befindet sich eine Skala, mit der Du die Gradzahl für Panoramen genau einstellen kannst (die Feststellschraube siehst Du hinten links). Rechts siehst Du die große Schraube zur Fixierung der Kugel, die Skala auf dem roten Band zeigt die Friktion, also die „Leichtgängigkeit“ der Kugel für die Verstellung. Oben siehst Du die Kugel in ihrer Führung mit der Aussparung für Hochformataufnahmen und darüber die Aufnahme für die Schnellwechselplatte.

Die Stellschraube am Kugelkopf hat zwei Funktionen. In der ersten Funktion fixiert sie die Kamera bzw. die Kugel in der gewählten Position. Die Skala auf der Stellschraube ist für die so genannte Friktion zuständig. D.h. dort stellst Du ein, wie leicht oder schwergängig die Änderung der Position sein soll. Bei manchen Kugelköpfen ist die Arretierung und Friktion technisch voneinander getrennt. Diese Stative haben dann zwei Schrauben.

Du kannst die Kamera in alle Richtungen um ca. 45 Grad kippen. An einer Seite des Kugelkopfes befindet sich zusätzlich eine Nut, die es erlaubt die Kamera um 90 Grad zu kippen. Darüber kannst Du mit der Kamera Aufnahmen im Hochformat machen. Hilfreich für die exakte Ausrichtung besonders auf unebenen Untergrund, sind die einzelnen Libellen für das Querformat (Foto 2) oder das Hochformat (Foto 1). Wer eine Kamera mit integrierter elektronischer Wasserwaage hat, kann natürlich auf dieses Gadget verzichten.

Ganz oben befindet sich die Aufnahme für die Schnellwechselplatte (hier das Format Arca-swiss). Die Platte hat einen kleinen Spielraum in der Positionierung (ca.2 cm). Das ist insbesondere bei Verwendung von Stativschellen wichtig, um das gesamte System auszubalancieren.

Die Stativschelle

Die Stativschelle ist zwar kein eigentlicher Bestandteil des Stativs, ist aber ohne Stativ sinnlos. Daher möchte ich die Stativschelle kurz vorstellen und zeigen, wofür sie verwendet wird.

 

Die Stativschelle
Der rote Pfeil zeigt auf die Feststellschraube der Schelle. Wenn Du diese leicht löst, kannst Du die Kamera um die Objektivachse drehen, ohne den Bildmittelpunkt zu verändern.

Bei großen Teleobjektiven gehört die Stativschelle meist zum Lieferumfang. Bei kleineren Objektiven ist sie oft als Zubehör erhältlich. Eine Stativschelle ist nur ab einer bestimmten Baulänge des Objektivs geeignet, da sie sonst nicht sinnvoll montierbar ist. Diese Schelle umschließt das Objektiv an der dafür vorgesehenen Stelle. Sie hat einen oder mehrere Anschlüsse für die Stativschraube. Daran kannst Du den ersten Sinn solch einer Schelle erkennen: Sie sorgt für die richtige Balance.

Wenn Du ein großes und schweres Objektiv an der Kamera hast und die Kamera selbst auf dem Stativ befestigst, dann wirkt das gesamte Objektivgewicht der Kamera auf das Bajonett. Da solche Objektive oft um ein Mehrfaches schwerer sind als die Kamera selbst, wird nicht nur das Objektiv unnötig belastet, sondern das Stativ in einen instabilen Zustand versetzt, der viel stärker zu Schwingungen neigt, als Dir lieb sein sollte.

Mittels der Stativschelle kannst Du die Kombination aus Kamera und Objektiv nahe dem Schwerpunkt dieser Kombination montieren. Das gesamte System wird stabiler und neigt weniger zu Schwingungen.

Ein weiterer Vorteil betrifft insbesondere die Makrofotografen. Wenn Du mit maximalem Abbildungsmaßstab arbeiten möchtest, dann kommt oft ein Makroschlitten zum Einsatz, mit dem Du über die Distanz die Schärfe einstellst. Nun stell Dir vor, Du hast die Kamera auf Querformat eingerichtet, alles optimal eingestellt und dann kommt Dir die Idee, Du möchtest doch lieber im Hochformat fotografieren. Ein Kugelkopf (und viele andere Stativköpfe) bietet Dir die Möglichkeit die Kamera um 90 Grad zu kippen. Du hast dann unzweifelhaft Hochformat.

Rollei Stativ: Die Stativschelle
Im Querformat liegt das Gewicht der Kamera und des Objektivs mittig auf dem Stativ.

 

Allerdings hängt die Kamera dann seitlich vom Stativ, was wiederum der Stabilität nicht zuträglich ist. Der wesentlichere Punkt ist allerdings, dass Du das Format nicht um die Objektivachse herum um 90 Grad gedreht hast. Du hast damit den Bildausschnitt ganz wesentlich geändert und musst die ganze Szene komplett neu einrichten, das Stativ verrücken und die Schärfe neu justieren. Änderst Du das Format unter Zuhilfenahme der Stativschelle, kannst Du im Idealfall im neuen Format einfach weiter fotografieren und musst nichts verändern.

Um zu verdeutlichen, was dies in der Praxis bedeutet, habe ich ein einfaches Beispiel fotografiert:

Stative: Fokus
Die Kamera wurde so eingerichtet, dass die abgebrochene Ecke der roten Kreide im Mittelpunkt liegt und fokussiert wurde.

 

Fazit

Es ging diesmal nicht um Fotos, sondern um sinnvolles Zubehör. Dieser Beitrag soll Dir das Handwerkszeug an die Hand geben, um bei einem Kauf von Kamera Stativen eine erste eigene Entscheidung zu treffen. Ein paar kleine Tricks zum Umgang haben wir Dir natürlich trotzdem mitgegeben. In zukünftigen Artikeln werden Stative bei manchen Themen eine Bedeutung haben und von uns eingesetzt werden. Immer dann, wenn wir dies gemacht haben, werden wir Dir erklären warum. Auch, wie wir es gemacht haben und worauf Du dann achten musst.

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38 Kommentare

  1. Micha
      Februar 27, 2018 at 1:47 PM
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    Leider bin ich erst jetzt (vermutlich durch eine Wiederveröffentlichung auf G+) auf diesen Artikel aufmerksam geworden und habe ihn mit Interesse gelesen. Ich störe mich an der recht schlecht recherchierten Empfehlung für das Marketingwort „Magnesit“ von Cullmann. Lt. der Cullmann-Wesbeite sind „Magnesit“-Stative aus Aluminium und nur Klemmen und Verbinder aus einem anderen Material. Die Empfehlung gegen Aluminium als Material in diesem Artikel macht also keinen Sinn. Andere Hersteller verkaufen erfolgreich Aluminium-Stative, die problemlos mehrere Kameraleben durchhalten und müssen dafür keine neuen Materialien dazuerfinden.

    1. Martin Schwabe
        Februar 27, 2018 at 2:50 PM
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      Hallo Micha,

      erst einmal vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich glaube aber, Du unterliegst da einigen Irrtümern. Die Firma Cullmann habe ich in dem ganzen Artikel nicht ein einziges Mal erwähnt und für mich sollte klar sein, dass ich mit Magnesit Magnesiumlegierungen meine, die eben deutlich stabiler sind als reines Aluminium (Mit dem ich persönlich bei Stativen sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe).

      Es handelt sich bei dem Artikel auch weder um einen Test, noch um eine umfangreiche Marktanalyse, sondern um einen auf persönlichen Erfahrungen beruhenden Erfahrungsbericht nebst einiger Tipps, um Stativkäufer bei der Entscheidungsfindung zu helfen, sie Ihnen aber nicht abnehmen sollst.

      Wenn Du ein persönliches Interesse hast bestimmte Hersteller oder Materialien zu fördern, steht es DIr frei eigene Erfahrungen ergänzend zu dem obigen Artikel hier in den Kommentaren zu posten, die Fotoschule lebt auch vom Austausch der tw. unterschiedlichen Erfahrungen.

  2. B. T.
      Juni 11, 2017 at 10:18 PM
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    Hallo, alle diese Artikel sind lobend zu betrachten. Vielen Dank.
    Kann es evtl. Auch mal einen Bericht über die Wahl von Filtersytemen (Graufilter) geben. Z. B. 10×10 cm MIT Adapter Lee oder Nisi oder Rollei oder Cokin usw. Einschließlich bequem drehbarem Polfilter.
    Es gibt hier Qualitätsargumente und Farbargumente. Es gibt nirgends Tests oder Vergleiche über diese Systeme der verschiedenen Firmen.
    Darüber wäre ich sehr dankbar. Bester Gruß. Beatrice

  3. Marco
      April 10, 2017 at 7:32 PM
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    Informativer Artikel, Danke.
    Ich pers. halte gar nichts von einer Mittelsäule und bevorzuge Stative, die gar keine haben. Es gibt dann auch Versionen, die eine Nivelierung und/oder Panoramaplatte direkt mit in der Schulter haben. Wegen Stativbeinen aus Alu bin ich etwas anderer Meinung. Es gibt gute von Linnhof oder Novoflex, die besser wie manche aus Karbon sind. Ich halte Karbon bei Stativen für überzogen teuer. Das sind relativ einfache Rohre mit gleichmäßiger Wandstärke. Jede Bike-Sattelstütze o. Angelrute aus Karbon ist aufwändiger und muß wesentlich mehr aushalten. Karbon ist etwas besser in der Dämpfung als Alu. (Bei vergleichbaren Rohrstärken und Konstruktion bzw. Segmentanzahl! Das Novoflex Stativsystem kann z.B. mit versch. Alu- oder Karbonbeinen betückt werden.) Holz ist natürlich unschlagbar in der Dämpfung. Tipp für Makro, das Berlebach Mini aus Holz. Ich möchte noch zufügen, egal welcher Werkstoff, weniger Segmente sind stabiler und besser gedämpft. Natürlich ist das Packmaß dann bei gleicher Auszuglänge, z.B. bei 5 Segmenten kleiner, als nur mit 2en. Gute Stativtests und Info gibt es bei stativfreak.de. Ein gutes Stativ mit Kopf kostet 500 – 1000 Euronen oder mehr, daher möchte ich diese Seite potentiellen Stativkäufern empfehlen.
    Ciao Marco!

  4. Anita
      März 9, 2017 at 7:26 PM
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    Hallo Martin,

    Danke für deinem Tip zum Kauf eines passendem Stativ zu meiner schweren Foto-/Objektiv Kombi.
    Ich hab mich tatsächlich für das größere entschieden.
    Ich muss sagen es sieht total stabil aus.

  5. Gerd
      März 6, 2017 at 4:41 PM
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    Zunächst einmal Danke für das vermittelte Wissen. Einiges kannte ich so noch nicht. Ich bin eigentlich kein Mensch, der große Worte macht und beschränke mich meisten auf die Sternevergabe bei den gelesenen Artikeln.
    Und das Ganze ist dann auch noch für lau. Aber wenn ich mir hier einige Kommentare durchlese, wird mir regelrecht schlecht. Wenn die Betreiber dieser Seite Sponsoren benutzen, ist das für mich völlig in Ordnung, schließlich brauchen wir alle für die Wissensvermittlung nichts zu bezahlen. Und so eine Seite kann auch nicht allein von Luft und Liebe leben. Niemand zwingt mich, meine Ausrüstung von einem bestimmten Hersteller zu kaufen. Mich interessiert hier auch nicht, wer welches Stativ gut findet und welches nicht. Es geht allein um Wissen und Erfahrungen, die hier weitergegeben werden; mehr nicht. Was man daraus macht, bleibt jedem selbst überlassen. Für anderen Diskussionen gibt es andere Foren.

    1. Dominik
        März 16, 2017 at 7:07 AM
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      hinzuzufügen ist, dass für Menschen wie mich, die erst seit 1 1/2 Jahren fotografieren und daraus resultierend noch Einsteigerausrüstung verwenden, echt Hilfreich ist, 15% bei qualitativen Stativen in der Preiskategorie zu sparen.
      Ich finde diesen Artikel echt super da ich den Kauf eine neuen Statives wegen mangelnden Wissen weit vorgeschoben habe. Jetzt habe ich den Einblick erhalten und etwas Startkapital.. Ich finde es einfach super!

  6. Hubert Kathke
      März 6, 2017 at 3:34 PM
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    Ich fand den Artikel sehr hilfreich und mir ist völlig egal welches Fabrikat zur Veranschaulichung des Textes verwendet wird. Wer sich daran stört mag die Seite ingnorieren. Auf Klugsch….. die überall ihren Senf dazugeben müssen, ohne selbst einen vernünftigen Artikel zustande zu bringen kann ich gut verzichten. Ich freue mich auf weitere informative und sachliche Beiträge.
    Mit freundlichen Grüßen Hubert Kathke

  7. wolfram Becker
      März 6, 2017 at 12:25 PM
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    Hallo, Danke für den guten Artikel. Klar, dass es hierbei nicht um Marken sondern um Sachinfos geht. Das mit dem Namen sollten wir nicht so eng sehen.
    Ich nutze seit vielen Jahren Stative und habe jetzt das B.I.G. TMC -1300 Carbon. Das hat einen vernünftigen Kugelkopf , ausdrehbare Spikes , Gummifüße, ( keine losen Gummikappen die man verlieren kann ), Neoprengriff , Einen Haken an der Mittesäule für die Fototasche ( Stabilisierung !! ), ein abschraubbares Bein als Monostativ und eine umdrehbare Mittelsäule für bodennahe Aufnahmen. Für den “ Normalverbraucher “ ein tolles Stativ. Die Bezeichnung 1300 ist irreführend. Mit Tasche geht das eher in Richtung 2 Kg. Die Angaben variieren. Aber für eine DSL mit 275 mm Objektiv sehr gut, zu leicht darf das Stativ wegen der Stabilität nicht sein und der Kopf hält die Kamera auch bei ausgezogenem Objetiv sicher. Und es kostet ca. 200.- !!

  8. Torsten Rehbinder
      März 6, 2017 at 9:21 AM
    Kommentar bewerten

    ihre fotoschule finde ich ganz hervorragend. ich bin seit 1960 profi, habe mindestens 8 stative, ohne deren hilfe ich meinen wunderbaren beruf nicht hätte ausführen können. meines erachtens ist das stativ eines der wichtigsten teile des fotografischen equipments. und was in ihrem artikel deutlich angesprochen wurde, die qualität und die stabilität ist entscheidend und zusätzlich meine ich, die handhabung muß idiotensicher sein. ich habe in all den jahren die tollsten dinge erlebt, nur weil z.b. die schnellwechselplatte nicht fixiert war und die kamera sich gelöst hat, oder weil sich ein stativbein zusammengeschoben hat.

  9. Volker
      März 5, 2017 at 11:18 PM
    Kommentar bewerten

    Hallo Leute,
    vielleicht könnten wir mal dazu übergehen den guten
    Beitragsschreibern in der Schule in die wir uns alle einge-
    schrieben haben nach jedem Artikel dazu zu bringen
    sich tapfer für diese und jene seiner Worte zu ent-
    schuldigen.
    Danke

  10. Bianca
      März 5, 2017 at 10:22 PM
    Kommentar bewerten

    Ich bin gerade auf der Suche nach meinem 1.Stativ. Vielen Dank für diesen Artikel!!!! Verstehe die Aufregung hier ehrlich gesagt überhaupt nicht. Mir völlig wurscht was hier für Namen bzw. Hersteller fallen, ging doch um Stative generell oder hab ich da was falsch verstanden?? Danke jedenfalls für diesen Artikel und freu mich auf weitere!!!

  11. AngelikaE.
    Angelika Lang
      März 5, 2017 at 4:55 PM
    Kommentar bewerten

    Genauso habe ich es auch verstanden. Es geht um das Zubehör und nicht um verschiedene Marken oder Anbieter.
    Mit hat der Artikel sehr geholfen, da ich vieles noch nicht wußte.
    Vielen Dank Martin!

  12. Fleido
      März 4, 2017 at 11:14 PM
    Kommentar bewerten

    Hallo Martin,
    ganz herzlichen Dank für deinen Artikel.
    Mir gefällt er sehr gut und mir war es gleichgültig welcher Hersteller auf dem abgebildeten Equipment gezeigt wurde.

    Ich freue mich schon auf deinen nächsten Artikel.

    Schöne Grüße

  13. Nils
      März 4, 2017 at 7:13 PM
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    Hallo,
    mir war damals beim Kauf wichtig, dass ich aufrecht stehend fotografieren kann, ohne mich zu bücken und auch ohne die Mittelsäule ausziehen zu müssen. Beim Kauf sollte man also zum einen die Höhe des Stativs bei eingeschobener Mittelsäule und zum anderen die Höhe des Kopfes beachten. Die Summer sollte ca. 15cm niedriger sein wie die eigene Körpergröße. Der Sucher der Kamera ist ja auch nicht auf der Wechselplatte und die Augen nicht oben auf den Haaren. Das nur so als Anhaltspunkt.

    Weiterhin ist es hilfreich, wenn eine Wasserwaage / Libelle an dem Anschluss für den Kamerakopf angebracht ist, wenn man den Kopf später drehen möchte. Ich habe einen einfachen 3d-Neiger, würde heute aber mehr Geld für einen Getriebeneiger ausgeben.

    Auch sollte man bedenken, dass man einem Dreibein oftmals eine Ausrüstung vom >1000€ anvertraut, daher denke ich, dass man für ein Stativ auch dementsprechend mehr als 50€ ausgeben muss.

    Ein weiterer Tipp sind Schaumgummi-Griffe oben an den Beinen. Die lassen ein Stativ auch in dieser Jahreszeit noch angenehm tragen, ohne dass die Finger anfrieren – zumindest bei Metall. Bei Holz und Carbon fehlt mir die Erfahrung.

    Gruß
    Nils

  14. Skorpionmann
    Peter Rimbrecht
      März 4, 2017 at 11:06 AM
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    Wegen der hohen Auflösung meiner Sigma SD1M geht bei mir ohne Stativ nichts. Deshalb habe ich auch mehrere für verschiedene Zwecke. Für Fotografen, die stolz sind ohne Stativ auszukommen, habe ich ein müdes Lächeln übrig….

    1. Gerd
        März 6, 2017 at 4:57 PM
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      Bevor Du über andere Fotografen müde lächelst, solltest Du daran denken, daß es Situationen gibt, wo der Einsatz eines Stativs nicht möglich ist. Da sollte man die Freihandfotografie schon beherrschen, auch mit großem Objektiv. Und nicht jeder schleppt immer sein Stativ mit durch die Gegend.

    2. Dominik
        März 16, 2017 at 7:19 AM
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      Habe vor kurzem mit einem 95er BJ 400mm f\2.8 7kg Objektiv Freihand fotografiert. Dank der besseren Flexibilität konnte ich (im Tierpark) so am besten auf wechselnde Szenen reagieren. Kann da nur müde lächeln wer da noch Platz für ein Stativ brauch..

  15. Johann Böttjer
      März 4, 2017 at 10:47 AM
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    Ein guter, informativer Artikel. Es fehlt aber ein für die Auswahl eines geeigneten Stativs wichtiges Kriterium: Die maximale Belastbarkeit von Stativ und Stativkopf.
    Interessant wären auch noch Infos zu Schnellwechselsystemen (vielleicht in einem separaten Artikel).

  16.   März 4, 2017 at 10:11 AM
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    Schade daß die Werbung für Rollei und Canon so offensichtlich ist.

    1. Martin Schwabe
        März 4, 2017 at 1:23 PM
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      Da muss ich mich wohl entschuldigen, dass ich einen Artikel kostenlos zur Verfügung stelle und versäumt habe die Markenzeichen sorgfältig aus jedem Bild zu retuschieren.
      Übrigens möchte ich noch erwähnen, dass das Objektiv an der Kamera von Sigma ist. Leider habe ich kein so großes Objektiv von einer anderen Firma, sonst hätte ich die Objektive auf den Bildern zur Illustration der Funktion der Stativschelle selbstredend einmal gewechselt.

      Bezüglich der Kamera gibt es allerdings ein Problem, ich besitze nur Kameras von Canon, das Modell zu wechseln hätte ja vermutlich nichts gebracht?

      Ich verspreche aber fleißig zu sparen, vielleicht kann ich mir dann ja irgendwann auch noch eine Kamera von Nikon, Pentax, Sony, Fujifilm und Leica leisten, damit ich in den Artikeln, die wir frei zur Verfügung stellen keinen Unmut hervorrufen, dass man erkennen kann, dass wir Systeme von bekannten Marken für unsere Arbeit benutzen :-(

      1.   März 8, 2017 at 1:31 PM
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        Hi Martin
        Ich habe da wegen Produktplacing auch ein kleines Problem, sehe aber hier ein, dass du ja auch was verdienen musst und dass du eben auch nur auf dein Equipment zurückgreifen kannst, was die Beispielbilder angeht.
        Außerdem finde ich die Art, wie die Artikel aufgezogen sind trotz alledem doch ziemlich neutral und offen.
        Abgesehen davon, dass ich wenig mit Stativ arbeite, weil meist zu faul, eines mitzuschleppen- viele der Infos hier sind für mich nicht neu, abereiniges habe ich trotzdem noch dazugelernt bzw. ist mir jetzt ein bisschen bewusster geworden.
        Habe darum auch 5 Sterne gegeben.

  17. tabooh
    Tabooh
      März 3, 2017 at 9:52 PM
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    Interessanter Artikel, aber diesmal bin ich nicht voll zufrieden! So habe/hatte ich Stative aus fast allen von Dir genannten Materialien; aber ich teile nicht die Meinung, daß Alu schlecht und billig ist! Ich filme(fotografiere) seit beinahe 6 Jahrzehnten, mein ca. 1000 DM Ali-Stativ von Linhof von ’74 ist eines der stabilsten Stative, das ich habe. Mein Alu Stativ von Manfrotto bekam bei einem Test (Chip) 100% für Stabilität. Ein kleines Reisestativ aus Carbon war mir zu wackelig, ich tauschte es gegen die stabilere Alu-Variante aus! Holz ist schwer genug verwittert aber (je nach Qualität und Einsatz!)!
    Und: Vor (und neben) Arca-Swiss gibt es u. a. auch das System von Manfrotto (für größere Kameras!!).
    Nicht böse sein, ich finde die Reihe ansonsten recht gut, vor allem für Neulinge im Metier!!

    1. Dietrich Kunze
      Dietrich Kunze
        März 6, 2017 at 8:42 AM
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      Ich muss (leider) die Einschätzung des Artikels zu Alu bestätigen: das CT5-A von Rollei, was ich mir mal zugelegt habe, ist aus Alu. Wird angegeben mit Tragkraft von 8 kg, ist aber bei einer Belastung von unter 4 kg (EOS 7D + Tamron 16-300 + Nodalpunktadapter) schon absolut am Anschlag und zittert nach Berührung (Kameraeinstellung u.ä.) deutlich nach.

      Ein sehr guter Artikel in der Fotoschule.

      1. tabooh
        Tabooh
          März 7, 2017 at 8:48 PM
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        Lieber Dietrich, ich glaube, das liegt am CT5-A (kenn ich nicht), nicht am Alu! Das oben erwähnte Linhof- Stativ hat zum Filmen semi-professionelle Kameras (mit allem Zubehör über 9kg) mit einem stabilen Kopf ohne die geringsten Wackelerscheinungen getragen! Durch die Verlagerung der Produktionsstätte nach Singapur 1970 (Consumer-Bereich)
        hat die ehemalige Präzisionsmarke eh die Qualität und das Vertrauen der Verbraucher verloren.

  18. Inge Hoffmann
      März 3, 2017 at 8:51 PM
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    Danke für diesen Beitrag. Seit Jahren will ich mir ein Stativ anschaffen für Langzeitbelichtungen. Doch das riesige Angebot der verschiedenen Stative im www. erschlägt mich bei jedem Versuch das richtige Stativ zu finden, so dass ich jedesmal aufgebe. Der Bericht gibt mir einige Kriterien an die Hand, die mir die Entscheidung leichter machen. LG

  19. Hardy Pillokeit
      März 3, 2017 at 7:49 PM
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    Sehr guter Artikel.
    Besitze das Rollei CT-5A. Benutze es auf Reisen mit Mft- Olympuskameras. Einbeinstativ dabei. Auch lässt sich ein kleines Stativ daraus umbauen.Für Reisen ist es genial. Für andere Aufnahmen z.B. stationäre Tier- Macroaufnahmen benutze ich das Berlebach Report 332.
    Darauf lassen sich auch sehr schwere Geschütze aufbauen.
    Bin seit Jahren mit diesen beiden Stativen zufrieden. Sie erfüllen ihren Zweck.
    Gruß Hardy Pillokeit

  20.   März 3, 2017 at 7:03 PM
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    Wow – ich hätte NIE im Leben gedacht, dass man sooo viel über Stative wissen kann. Vor allem, dass mit den Wechselplatten ist für mich interessant, denn davon wusste ich noch gar nichts.

    Liebe Grüße

  21. Dieter Matthe
      März 3, 2017 at 5:48 PM
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    Höllenberg 27A

  22.   März 3, 2017 at 5:24 PM
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    Da lobe ich mir doch Lumpp Stative um mal zu erwähnen dass es auch noch andere gute Dinge außer Rollei gibt

    1. Martin Schwabe
        März 3, 2017 at 8:08 PM
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      Es gibt Stative von Berlebach, Manfrotto, Bilora, Cullmann, Hama und wie sie alle heißen.

      Dem aufmerksamen Leser wird aber nicht entgangen sein, dass es in dem Artikel gar nicht darum ging eine möglichst vollständige Liste aller Stativhersteller zu bringen,sondern darum einige wichtige Hinweise bezüglich Ausstattung, Gewicht, Packmaß und der kleinen Helferlein rund um die Stative zu bringen. Dazu reicht es ein Stativ zu nehmen, es ist nicht nötig deshalb gleich 7 Stative zu besorgen und von jedem Foto sieben Versionen zu bringen.

      Wir haben nämlich keinen Stativtest gemacht!

      1. Werner Glorius
          März 4, 2017 at 1:15 PM
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        >Dazu reicht es ein Stativ zu nehmen, es ist nicht nötig deshalb gleich 7 Stative zu besorgen und von jedem Foto sieben Versionen zu bringen.<
        Aber muss denn immer, wenn nur irgendwie möglich, ROLLEI so aufdringlich präsentiert werden. Apropos – Sirui, wenn auch nur Chinese, sind hervorragende Stativ.
        Ansonsten bin ich mit Ihren Artikeln zufrieden.

        1. Martin Schwabe
            März 4, 2017 at 1:33 PM
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          Moin Werner,

          nein müssen muss das nicht. Norbert und ich versuchen auch oft Artikel zu schreiben, in denen wir die Ausrüstung benutzen, die wir für unsere tägliche Arbeit sowieso benutzen (wobei es da auch schon vereinzelt Unmut gab, denn ich nutze z.B. Canon, Norbert nutzt Nikon, wir beide haben schlichtweg keine Kamera von z.B. Sony und wir können auch nicht alles selbst kaufen, soweit wir die Sachen nur für die Fotoschule benötigen.= Insofern sind wir froh, dass uns einige Hersteller immer mal Ausrüstung überlassen, damit wir bestimmte Dinge zeigen können. Wir haben einfach nicht jeden Monat 1000€ über, um uns dauernd neue Sachen zu kaufen.

          Und wenn Du den Artikel selbst liest, dann wirst Du feststellen, dass es ein ganz allgemeiner Artikel über Stative ist und kein spezieller, der auf einen Hersteller zugeschnitten ist.

        2. Anita Schmidt
            März 6, 2017 at 7:56 AM
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          Hallo Martin,

          danke für die geniale Info zum Thema Stative.
          Ich bin auch grad am überlegen mir eins anzuschaffen
          Meine schwerste Ausrüstung wiegt ca 3 kg
          Das von dir vorgestellte, ich denke das ist das Objektiv 150 – 600, das ich auch habe.
          Gibt es Probleme vom Gewicht bei dem von dir gezeigten Stativ aus carbon

        3. Martin Schwabe
            März 6, 2017 at 8:31 AM
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          Nein, das Objektiv auf dem Stativ ist das Sigma 120 – 300/2,8 Sports, das ist nochmal einen Ticken größer und schwerer. Von der Tragkraft her reicht es schon, liegt damit aber eher im oberen Bereich. Wenn Du öfter damit arbeitest, würde ich eine Nummer größer einsteigen, zumal dann auch die Arbeitshöhe ohne Mittelsäule dann eher in Augenhöhe kommt.

        4. Anita Schmidt
            März 6, 2017 at 9:47 AM
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          Hallo Martin,

          Du meinst dann das c6i ?
          Ist das stabiler wie das c5
          Aber ich denke dass ich mit dem c5i
          Ohne Ausgefahrener Mittelsäule klar komm
          Ich bin nur 1.60 gross
          Meine nächste Frage, hat das carbon und das aluminium den gleichen kugelkopf?
          Danke für deine Hilfe.

        5. Martin Schwabe
            März 6, 2017 at 12:25 PM
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          Hallo Anita,

          damit wir uns nicht missverstehen: Solange Du keine Monsterobjektive auf das Stativ montierst, wird das alles funktionieren (man muss ja die Mittelsäule nicht ganz ausfahren) und bei 1,60 passt sicher auch das C5i (in bin 1,97). Welchen Kugelkopf die Variante aus Alu hat, weiss ich nicht, den serienmäßigen Kugelkopf des Carbonstativs siehst Du auf den Fotos im Arrtikel.

      2. Dervis Demirovic
          März 13, 2017 at 1:34 PM
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        Danke für deine Informativen Artikel.Ich Fotografiere seit meinem 10ten Lebensjahr und habe es zu meinem Nebenberuf gemacht!
        Es tut mir leid für dich, das die Leutete, teilweise, nicht richtig lesen können, oder wollen. Ich finde deine Artikel Informativ und Verschlinge sie regelrecht. Vieles davon würde als Buch viel Geld kosten, deswegen sollten die K…sch….r nicht so ein Trara machen, sondern es erst mal selber Versuchen solche Artikel zu schreiben. Dann wüßten sie nämlich wieviel Zeit und Aufwand es ist!
        Weiter so und noch mehr. Ich freu mich schon darauf!
        Gruß, Derry.

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