Stativköpfe: Dreiwegeneiger, Videoneiger und Panoramakopf

stativkoepfe-dreiwegeneiger-videoneiger-panoramakopf

Im vorherigen Artikel habe ich Dir bereits die grundlegende Funktionsweise von Stativköpfen erklärt. Dabei bin ich auch auf den Kugelkopf als Beispiel für einen Stativkopf eingegangen. Drei weitere Stativköpfe stelle ich Dir in diesem Beitrag vor:

  • den Dreiwegeneiger
  • den Videoneiger
  • und den Panoramakopf

Beginnen werde ich mit dem Dreiwegeneiger:

Der Dreiwegeneiger

Der Aufbau eines Dreiwegeneigers

Der Dreiwegeneiger hat ähnliche Freiheitsgerade wie der Kugelkopf. Er kann also in alle Richtungen gedreht und gekippt werden. Allerdings erfolgen diese Drehungen nicht um einen gemeinsamen Mittelpunkt (der Kugel), sondern um den Mittelpunkt der jeweiligen Achse.

Der Dreiwegeneiger hat also, wie der Name es vermuten lässt, drei voneinander unabhängige Achsen, die einzeln eingestellt werden können/müssen. Dies hat Vorteile, aber auch Nachteile.

Nachteile eines Dreiwegeneigers

Anders als beim Kugelkopf reicht es nicht nur eine Arretierung zu lösen, um dann die Kamera in alle Richtungen frei drehen zu können. Der Dreiwegeneiger ist also „langsamer“.

Vorteile eines Dreiwegeneigers

Dieser Nachteil ist aber gleichzeitig auch wieder ein Vorteil, da Du die Kamera auch ganz gezielt nur um eine Achse bewegen, die beiden anderen Achsen aber arretiert lassen kannst. Dies ist zum Beispiel ein großer Vorteil, wenn Du die Kamera entlang einer bestimmten Achse bewegen willst, während Du zum Beispiel Serienaufnahmen machen möchtest.

Über die Griffe kannst Du noch während der Bewegung durch Drehen des Griffes um die eigene Achse bestimmen, wie leicht- oder schwergängig die Bewegung um die Achse erfolgen soll.

Weitere Hinweise zum Dreiwegeneiger

Dreiwegeneiger sollten idealerweise auch über Libellen zum Austarieren der Senkrechten und Waagrechten verfügen und eine Aufnahme für eine Schnellwechselplatte haben (natürlich auch am besten ArcaSwiss-kompatibel). Der Wechsel von Hoch- auf Querformat (und zurück) ist schnell und komfortabel möglich.

In manchen Situationen lässt sich die Kameraposition auch einfach präziser einstellen, wenn man eine Achse nach der anderen löst und justiert. Dreiwegeneiger gibt es auch als so genannte Getriebeneiger. Dort löst Du nicht die Achse, um sie schnell zu verstellen, sondern veränderst den Winkel mithilfe von Stellrädern und Zahnrädern langsam um die jeweilige Achse. Getriebeneiger sind sehr präzise, aber auch sehr langsam und sehr teuer und eher etwas für Spezialisten. Daher stelle ich sie hier nicht vor.

Der Videoneiger

Der Aufbau eines Videoneigers

Der Videoneiger ist eher ein Spezialist. Er ist vergleichbar mit dem Dreiwegeneiger (funktional), hat allerdings nur zwei Achsen. Er lässt sich somit nur um die Senkrechte und um die Waagrechte drehen und bewegen. Du kannst den Videoneiger für die Fotografie nutzen. Sein eigentlicher Zweck liegt aber in Videoaufnahmen.

Wenn Du die Feststellschrauben für die beiden Achsen löst, kannst Du die Kamera mit Hilfe des langen Hebels um beide Achsen bewegen. Beide Achsen sind aber „gedämpft“ (meist über ein spezielles Öl- Fluid). Diese Dämpfung verhindert schnelle Bewegungen und ruckeln. Über den langen Hebel sind so langsame und sehr gleichmäßige Schwenks nach oben und unten bzw. nach links und rechts möglich.

Videoneiger sind sehr stabile Köpfe, da sie dafür ausgelegt sind auch schwere Kameras zu tragen. Sie lassen gleichmäßige Kamerafahrten zu.

Der Sinn und Zweck solcher Videoneiger ist es auf sehr stabilen Stativen gleichmäßige Kamerafahrten zu erlauben, während Du ein Video aufzeichnest. So kannst Du zum Beispiel einen Panoramaschwenk in einer Landschaft machen, der auf dem Video nachher viel gleichförmiger wirkt, als wenn Du ihn mit einem Kugelkopf oder einem Dreiwegeneiger gemacht hättest.

Die Schnellwechselplatte auf dem Videoneiger ist meist etwas größer, damit Du nicht nur Fotoapparate, sondern auch große Camcorder auf dem Kopf sicher befestigen kannst. Unterhalb der Wechselplatte befindet sich eine Libelle zur Ausrichtung des Stativs.

Die Skala hilft beim genauen Austarieren des Schwerpunktes (wichtig für gleichmäßige Kamerafahrten und -schwenks). der rote Knopf sichert die Wechselplatte gegen herausfallen, wenn sie nicht festgeschraubt ist. Links siehst Du einen kleinen roten Flansch (auf beiden Seiten vorhanden). Diese Flansche verhindern ein Verdrehen der Kamera auf der Wechselplatte.

Der zweite kleine PIN ist abnehmbar und wird auch als Videopin bezeichnet, um Camcorder mit entsprechender Sicherung auf der Platte zu arretieren. Gleiches gilt für die beiden roten Flansche, die sich Hochklappen lassen und so die Position der Kamera zur Schnellwechselplatte fixieren können.

Der Panoramakopf

Diesen Kopf möchte ich an dieser Stelle nicht erklären, sondern nur zeigen, denn er ist sehr komplex in der Bedienung und ein echter Spezialist. Mit so einem Panoramakopf lassen sich 360-Grad-Panoramen und Kugelpanoramen aufnehmen. Er stellt sicher, dass die einzelnen Schritte auf das Grad genau erfolgen, um die Fotos später präzise miteinander verrechnen zu können.

Zudem lässt sich der Nodalpunkt einstellen.

Auch den Nodalpunkt werden wir Dir noch genauer erklären.

An dieser Stelle nur so viel: Für saubere Panoramen ist es wichtig, dass die Drehachse und die Objektivachse sich schneiden. Wenn Du Panoramen aufnimmst, bei denen sich Motivteile gegenseitig überdecken, darfst Du die Kamera nicht um die Bildebene drehen, denn dann käme es zu Parallaxefehlern, die das Verrechnen der Fotos erschweren.

Parallaxefehler bedeutet in diesem Fall, dass der weiter vorliegende Gegenstand des Motivs je nach Kamerawinkel unterschiedliche Teile des weiter hinten liegenden Motivs verdeckt. Durch eine Verschiebung der Kamera in den Nodalpunkt kannst Du diesen Fehler korrigieren und sehr saubere Panoramen aufnehmen.

Fazit

Du kennst nun nicht nur die Unterschiede und wichtigen Kriterien bei Stativen, sondern kennst Dich nun auch mit den wichtigsten Stativköpfen aus und bist nun in der Lage eigenständig zu entscheiden, welche Kombination für Dich richtig ist. In den nächsten beiden Teilen werde ich Dir den Umgang mit dem Panoramakopf zeigen und wie Du mit dem Makroschlitten tolle Makros machen kannst. Einen genauen Veröffentlichungszeitpunkt kann ich Dir noch nicht nennen, lange wird es aber nicht mehr dauern.

Du möchtest Dein Fotowissen vertiefen?

Lerne jetzt unser neues Kursangebot kennen!



Wie hat Dir dieser Artikel gefallen?

Wie gefällt Dir dieser Lerninhalt?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Teile diesen Link mit einem Freund