Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II: Einfach besser

Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II im Test
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Sony stellt die zweite Generation des FE 2,8/70-200 mm GM OSS vor. Mit einem neuen optischen Aufbau ist es dem Hersteller gelungen, den Randabfall deutlich zu senken und zugleich den Kontrast stark anzuheben. In der Bildmitte gehen zwar teilweise 100 Linienpaare verloren – in der Praxis dürfte dies aber kaum auffallen.

Objektiv Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSSSony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II
Preis ca.2950 Euro3000 Euro
Linsen, Gruppen, Bildkreis23 Linsen, 18 Gruppen, KB17 Linsen, 14 Gruppen, KB
äq. KB-Brennweite, AF-Bereich70-200 mm, 0,96-[:inf:] m70-200 mm, 0,40-[:inf:] m
effektiver Bildwinkel diagonal34-12 °34-12 °
Filter (Größe, Typ)77 mm, Schraubfilter77 mm, Schraubfilter
Länge, Durchmesser, Gewicht200 mm, 88 mm, 1480 g200 mm, 88 mm, 1045 g
Ultraschallmotor, BildstabilisatorUSM Ring, BildstabilisatorLinear, Bildstabilisator
Lieferbare AnschlüsseSony ESony E
Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II / Sony A7R II - Verzeichnung
Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II / Sony A7R II – Verzeichnung
Die zweite Generation des professionellen Telezooms hat einen schnelleren Autofokus und wiegt 400 Gramm weniger als der Vorgänger. Beides stand laut Sony im Fokus der Entwickler und hat sich in unserem Testlabor bestätigt. Das FE 2,8/70-200 mm GM OSS II kommt Ende Oktober für 3000 Euro in den Handel, der Vorgänger erschien 2016 auf dem Markt.

Ausstattung

Um das Objektiv leichter und zugleich besser zu machen, haben die Entwickler einerseits den optischen Aufbau verschlankt: Statt 23 Linsen stecken nur noch 17 Linsen im Tubus. Andererseits hat Sony bei den einzelnen Linsen nachgelegt und verwendet nun mehr asphärische Linsen und Spezialgläser. So lassen sich auch mit weniger Glas die Abbildungsfehler reduzieren: Neben dem XA-Element (extreme aspherical) und einer Asphäre wie im Vorgänger gibt es nun zusätzlich zwei weitere asphärisch geformte Linsen aus ED-Glas sowie eine aus ED- und noch mal zwei aus Super-ED-Glas. Asphärische Linsen reduzieren Bildfehler dank eines Schliffs mit einer anderen als der üblichen kreisförmigen Krümmung. Bei den ED-Gläsern sind die von normalem Glas abweichenden Berechungsindices entscheidend. Die Nano-AR-II-Vergütung minimiert unerwünschte Streulichteffekte.

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Das Zoom fokussiert weiterhin mit zwei AF-Gruppen, die unabhängig voneinander bewegt werden. Doch beim GM 70-200 II setzt Sony nun komplett auf Linearmotoren – und zwar zwei für jede Fokusgruppe. In der ersten Generation wurde eine der Gruppen noch mit einem Ring-Ultraschallmotor angetrieben. Mit dem Fokusbegrenzer kann der Fotograf den AF-Bereich einschränken und die automatische Fokussierung so noch weiter beschleunigen. Für die manuelle Fokussierung gibt es einen breiten Fokusring und die Sony-typische DMF-Funktion: Wenn sie aktiv ist und der manuelle Fokusring betätigt wird, werden die AF-Funktionen übersteuert, ohne dass man sie ausschalten muss. Das ist praktisch, um schnell manuell nachzufokussieren und beim nächsten Auslösen dennoch erneut die volle AF-Funktionalität verfügbar zu haben.

 

Die Blende des Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II

Auch die Blende lässt sich natürlich manuell anpassen. Filmern steht eine De-Click-Funktion zur Verfügung, mit der sie die Blende geräuschlos schließen und öffnen können. Außerdem profitieren sie vom minimierten Fokus-Breathing, also einer geringeren Veränderung des Bildwinkels beim Fokussieren, sowie von den nun leiseren Linearmotoren des Autofokus.

Eine objektivseitige Bildstabilisierung ist weiterhin integriert und mit der kameraseitigen kompatibel. Es stehen drei OSS-Modi mit unterschiedlichen Leistungsspektren zur Wahl.

Das 2,8/70-200 mm GM OSS II ist auch mit den beiden Telekonvertern SEL14TC und SEL20TC kompatibel. Damit kann die Brennweite auf bis zu 400 mm KB verlängert werden – die Lichtstärke nimmt zugleich um den Faktor zwei ab. Staub- und Spritzwasserschutz bleiben. Geliefert wird das Zoom mit einer Stativschelle.

 

Messergebnisse des Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II

Bei 70 mm ändern sich die Auflösungswerte gegenüber dem Vorgänger kaum, aber der Kontrast steigt bei beiden gemessenen Blenden stark an: Wir erhalten in der Bildmitte schon bei Blende 2,8 Topwerte und zugleich einen sehr maßvollen Randabfall, der bei Blende 5,6 allerdings steigt.

Bei 120 mm und Blende 2,8 sinkt die Auflösung in der Bildmitte um 160 Linienpaare gegenüber dem Vorgänger-Zoom, zugleich stellten wir aber nahezu keinen Randabfall mehr fest. Blende 5,6 bringt in der Bildmitte dann gut 100 Linienpaare mehr. Beim Kontrast hat das alte Objektiv keine Chance gegen seinen Nachfolger: In der Bildmitte sind die Werte nun durchgehend sehr gut, der Randabfall ist zugleich minimal – während die ältere Optik am Rand deutliche Schwächen bei beiden gemessenen Blenden zeigt.

Sehr ähnlich liegen die Dinge bei 200 mm: In der Bildmitte sinkt die Auflösung des GM II gegenüber dem GM um rund 100 Linienpaare. Zugleich erreicht aber auch der Randabfall schon bei Blende 2,8 ein Minimum. Die Kontrastwerte sind mittig beim GM II sichtbar besser, der Randabfall sichtbar geringer. Auch das gilt für beide Blenden. Damit erhält das Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II unsere Empfehlung – in Summe ist es eine sehr gelungene Weiterentwicklung.

 

Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II: Weitwinkel- bis Telebereich

Sony FE 2,8/5,6 GM OSS II bei 70 mm

 Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSSSony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II
1. Brennweite2,8/5,6 bei 70 mm2,8/5,6 bei 70 mm
Auflösung Mitte (LP/BH)2438/24872493/2466
Auflösung Rand (%)84/8687,5/82
Kontrast Mitte (k)0,77/0,840,94/0,98
Kontrast Rand (%)74/77,584/75,5
Punkte Auflösung/Kontrast35/39,5 P.36/56,5 P.
Vignettierung (Blenden)0,8/0,2 4,5 P.0,4
chrom. Aberration (Pixel)0,40,1 5 P.
Rauschanstieg (V/N)/AF-Zeit0,3/0,3 / 0,65 s0,4/0,2 5 P.
Verzeichnung (%)-0,3 4,5 P.0,3/0,3 / 0,16 s
Gesamtwertung 1. Brennweite83,5 Punkte102,5 Punkte

 

Sony FE 2,8/5,6 GM OSS II bei 118 mm

 Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSSSony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II
2. Brennweite2,8/5,6 bei 118 mm2,8/5,6 bei 118 mm
Auflösung Mitte (LP/BH)2488/24892323/2457
Auflösung Rand (%)77,5/7998/93,5
Kontrast Mitte (k)0,83/0,840,92/0,97
Kontrast Rand (%)66,5/6393,5/90,5
Punkte Auflösung/Kontrast31,5/38 P.39,5/60,5 P.
chrom. Aberration (Pixel)0,30,3
Verzeichnung (%)0,1 5 P.0,1 5 P.
Vignettierung (Blenden)0,8/0,5 4,5 P.0,2/0,1 5 P.
Rauschanstieg (V/N)/AF-Zeit0,4/0,3 / 0,51 s0,3/0,3 / 0,26 s
Gesamtwertung 2. Brennweite79 Punkte110 Punkte

 

Sony FE 2,8/5,6 GM OSS II bei 200 mm

 Sony FE 2,8/70-200 mm GM OSSSony FE 2,8/70-200 mm GM OSS II
3. Brennweite2,8/5,6 bei 200 mm2,8/5,6 bei 200 mm
Auflösung Mitte (LP/BH)2439/24732354/2344
Auflösung Rand (%)84,5/8294,5/96
Kontrast Mitte (k)0,83/0,840,95/0,95
Kontrast Rand (%)77/7487,5/87,5
Punkte Auflösung/Kontrast34,5/43,5 P.38,5/59,5 P.
chrom. Aberration (Pixel)0,40,4
Verzeichnung (%)0,3 4,5 P.0,0 5 P.
Vignettierung (Blenden)0,8/0,5 4,5 P.0,4/0,2 5 P.
Rauschanstieg (V/N)/AF-Zeit0,5/0,3 /0,48 s0,3/0,3 /0,36 s
Gesamtwertung 3. Brennweite87 Punkte108 Punkte
Gesamtpunktzahl83 Punkte, 4 Punkte unter Durchschnitt Sony CSC, 43 MP, KB107 Punkte, 20 Punkte über Durchschnitt Sony CSC, 43 MP, KB

Werner Lüttgens

 

3 Kommentare

  1. Hallo nochmals.
    Habe heute in ruhigen Räumen festgestellt, dass das Sony 70-200 GM II bei mir ab Blende 3.2, also beim Abblenden (jede Blende > 2.8) beim Autofokus jedesmal ein Klackgeräusch macht, dass ich neben dem Piepton zur Bestätigung des AF, jedoch als störend empfinde. Bei meinem 24-70 GM II ist das Geräusch auch wahrnehmbar, aber nur wenn man genau hinhört. Meine es kommt aus dem Objektiv.
    Bei Blende 2.8 keinerlei Geräusche, nur der Fokusbestätigungston.
    Ähnliche Erfahrung gemacht, normal?!

  2. Toller detaillierter Test, danke dafür. Ich habe mir das Objektiv gekauft und muss sagen, dass für den Laien – also Nicht Berufsphotographen – der Unterschied zu dem Tamron 70-180 2.8 in der Optik nicht sofort, oder nur in bestimmten Situationen offensichtlich wird.
    Ich habe beide Objekte für meinen Bedarf getestet und darf sagen, dass der Preisunterschied schon heftig ist, knapp 2Tsd. Euro.
    Merkbare Unterschiede konnte ich allerdings in der Verarbeitung ausmachen. Insbesondere bei den verwendeten Motoren für das Autofokus ist der Unterschied gravierend. Während in der Natur das Tamron beim Fokusieren hörbar ist, ein Surren/Schnarchen, hört man das Aony überhaupt nicht. Das ist m.E. in dem Tele Zoom Bereich in wesentlicher Vorteil beim Sony, lautlos. Erst Recht wird es bemerkbar wenn man die Kamera mit samt Objektiv zum Filmen nutzen sollte.
    Weiter ist mir aufgefallen, dass das Tamron einen „Lock“ Mechanismus hat, um das rausrutschen des Tubus zu verhindern. Einen solchen Mechanismus sucht man beim Sony vergebens, braucht es aber auch nicht.
    Hinsichtlich des Autofokus musste ich feststellen, dass dieser mit der Alpha7 IV beim Tamron alles andere als flott funktionierte, jedenfalls dann, wenn man die Brennweite wechselte. Da suchte das Autofokus schon einmal, stellte völlig unscharf und dann scharf. Auch hier lag das Sony in der Performance besser, es gibt kein „Suchen“ das fokussierte Objekt wird scharf gestellt und zwar unverzüglich.
    Was mir allerdings nicht ganz so gut gefällt ist, dass es hier, anders als beim 24-70 GM II keine haptische Einstellmöglichkeiten gibt für den Brennweitenring, das fühlt sich alles sehr smooth an, um es mal sehr positiv auszudrücken. Ich hätte mir hier mehr Feedback gewünscht.
    Apropos Brennweiteneinstellung, dieser Ring ist mir beim Tamron zu weit vorne.
    Ein weiterer wesentlicher Vorteil dieses Objektives ggü. dem Tamron ist, dass es z.B. im Nachführautofokus diese Präzision gibt, die ich beim Tamron komplett vermisse. Hier gibt es aufgrund des Steady Shot und der drei Modi im Tele Bereich nichts zu meckern, knackscharfe, unverwackelte Aufnahmen. Das kann das Tamron leider nicht. Fehlt doch hier entsprechende technische Unterstützung am Objektiv.
    Was das Gewicht anbelangt ist das Sony unwesentlich schwerer, wenn man Bedenkt dass es eine Brennweite von 70-200 und das Tamron 70-180 hat. 200 Gramm sind dann nicht wesentlich für eine höhere Telemöglichkeit.
    Die von mir beobachteten Unterschiede sind schon für einen Hobbyfotografen wesentlich, ähnlich wie der Preisunterschied.
    Es ist also eher die Frage des Portemonnaie, als eine Frage der Qualitätsunterschiede.
    Für mich waren für den Kauf des doch teuren Sony Objektivs zwei Punkte entscheidend, die Geräuschkulisse des Tamron (lt. Hersteller eigentlich leise – ist aber wohl ein subjektives Element), als auch die Autofokusfunktion bei bewegten Motiven.

    Ob man also 2Tsd. mehr ausgibt ist eine Frage des Könnens und des Wollens, wenn man ein Zoom Objektiv aber so nutzen möchte, wie es eigentlich gedacht ist, so ist das 70-200 GM II für mich aktuell konkurrenzlos.

    Grüsse

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