Olympus Pen E-P7: Leicht und kompakt

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Die kompakte Olympus Pen E-P7 haben wir bereits in der ColorFoto 7-8/2021 als Vorserienmodell getestet. Nun haben wir den Labortest der handlichen MFT-Kamera mit 20-Megapixel-Sensor für 800 Euro nachgeholt.

Der stärkste Trumpf des MFT- Systems ist die Möglichkeit, besonders kompakte Systeme zu bauen. Das gilt besonders für die E-P-Modelle ohne Sucher – wie die E-P7. Diese Kamera ist denn auch nur 119x69x38mm groß und 337 Gramm schwer. Ein 200-mm-Objektiv liefert zudem an der MFT-Kamera den gleichen Bildwinkel wie ein 400 mm-Objektiv an einer KB-Kamera. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Aufgrund ihrer kleineren Sensorfläche bieten MFT- Kameras bei höheren Empfindlichkeiten weniger Reserven als Kleinbildmodelle.

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Technisch basiert die Olympus Pen E-P7 auf der OM-D E-M10 IV. Sie hat einen 20-Megapixel-Live-MOS-Sensor, einen TruePic VIII- Bildprozessor und einen eingebauten Blitz, aber keinen Sucher. So bleibt der bewegliche, 7,5cm große touchfähige LCD-Monitor mit 613333 RGB-Bildpunkten zentrales Element für die Bildkontrolle und die zusätzlichen Touchbedienoptionen. Zwangsläufig fallen bei einer so kompakten Kamera die Bedienelemente eher klein aus. Die drei Haupteinstellräder an der E-P7 sind allerdings ausreichend groß und gut zu bedienen.

Mit der E-P7 adressiert der Hersteller nicht nur sehr technikaffine Fotoamateure wie die klassischen ColorFoto-Leser, sondern – nach eigenen Worten – auch stark auf stil-, komfort- und qualitätsbewusste Menschen, vor allem Frauen mit individuellen kreativen Ansprüchen.

Bildqualität der Olympus Pen E-P7

Im Labor schneidet die Olympus Pen E-P7 ähnlich wie die E-M10 IV ab: mit kleinen Vor- teilen durch insgesamt höhere Werte, aber sehr ähnlicher Abstimmung der Fotos. Bei ISO200 erreicht sie auf monochromatischen Siemenssternen Auflösungswerte von 1851/1672 LP/BH: Der erste Wert steht für die hohen Kontraste, der zweite für die niedrigen. Bis ISO800 geben Erstere um nur 50 LP/BH nach, Letztere verlieren dop- pelt so viel – was ebenfalls in Ordnung ist. Auf den farbigen DL-Feldern sind die Verluste der E-P7 etwas höher: Bei hochkontrastigen Strukturen ereignet sich im selben ISO-Bereich ein Rück- gang von 1186 auf 1046LP/BH; bei niedrigen Kontrasten fallen die Messwerte von 997 auf 768 LP/BH.

Die Strukturzeichnung bleibt gut bis ISO 800, ab ISO 1600 muss man größere Kompromisse eingehen. Kanten zieht die E-P7 kräftig nach – und das sowohl in den Schatten als auch in den Lichtern. Hier und da kann damit knackiges Aussehen erzeugt werden – allerdings auf Kosten der feineren Strukturen.

Das Rauschen ist bis ISO800 ebenfalls kein Problem – VN von 1,2. Erst danach steigen die Werte auf VN 1,7, und das ist dann in den Bildern auch sichtbar und wird mit weiter steigender ISO-Empfindlichkeit zunehmend störend.

Der Rückgang der Feinzeichnung zwischen ISO200 und ISO800 ist sichtbar, aber nicht kritisch: Details nehmenmäßig ab, Artefakte und Rauschen nehmen zwar zu, wirken aber noch nicht zu störend. Ab ISO1600 lässt die Abbildungsleistung kräftiger nach.

Vor allem feine Strukturen mit niedrigen Kontrasten sind davon betroffen. Ab ISO 3200 lässt die Zeichnung in diesen Bildbe­ reichen noch stärker nach. Das feine Rauschen nimmt zu, bleibt aber weiterhin unproblematisch.

Fazit

Bei der Bildqualität überrascht die E-P7 nicht. Sie erreicht das typische Niveau einer 20-MP-Olympus-Kamera, kann aber den Technikspender E-M10 IV dank Optimierung der Signalverarbeitung am Ende überholen. Bis ISO 800 liefert die Kamera eine gute Qualität, lässt aber ab ISO 1600 nach. Ihre Stärken liegen in der Kompaktheit und der unkomplizierten Handhabung. Das schicke Gehäuse dürfte ebenfalls Punkte sammeln.

Wadim Herdt

Testergebnisse der Olympus Pen E-P7

Bildsensor/Datei

GerätOlympus Pen e-P7
durchschnittlicher Marktpreis800 Euro
Auflösung, Pixelgröße (Pixelpitch)5184 x 3888 Pixel, 3,3 μm
Sensorgröße, Bildwinkelfaktor, förderliche Blende17,3 x 13,0 mm, 2,0x, f5,4
Bildstabilisator, BildformateBildstabilisator, JPEG, RAW

Aufnahmesteuerung

Fokussierung
Kontrast-AF, 121 Felder; Tracking, Gesichts/Augen-AF, MF (Lupe)
Verschlusszeiten: mechanisch, elektronisch1/4000 -60 s, 1/16 000-60 s
Belichtungsmessungmittenbetont, Spot, Matrix
Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur±5 Blenden, ±3 Blenden
EmpfindlichkeitISO-Auto, man: 200-25 600, –
Weißabgleichauto, messen, Presets, Kelvin
kürzeste Blitzsynchronzeit, B, Farbräume1/250 s, B, –

Sucher/Monitor

Sucher-
Monitor3,0", 345667 RGB-Bildpunkte, touchfähig, verstellbar
einblendbare InformationHistogramm, Lichterwarnung, Lupe

Anschlüsse und Ausstattung

Bajonett, SpritzwasserschutzMFT,–
Schulterdisplay, int. Blitz, Anschluss ext. Blitz, Zubehörschuh–, int. Blitz, –, Blitzschuh
Schnittstellen, GPSUSB 3.0, WLAN, Bluetooth, HDMI
Video3840 x 2160 Pixel, 30 B/s
Maße (H × B × T), Gewicht mit Batterie69x118x38mm, 337 g

Bildqualität

getestet mit Olympus M.Zuiko 2,8/60, bei f5,6
ISO100 Auflösung high/low / DL high/low1851/1672 / 1186/997
ISO100 Artefakte high/low / Rauschen26/32 / 1,1 // 28 Punkte
ISO400 Auflösung high/low / DL high/low1813/1566 / 995/676
ISO400 Artefakte high/low / Rauschen31/50 / 1,4 // 21 Punkte
ISO800 Auflösung high/low / DL high/low1797/1552 / 1046/768
ISO800 Artefakte high/low / Rauschen35/55 / 1,2 // 21 Punkte
ISO1600 Auflösung high/low / DL high/low1592/1259 / 740/442
ISO1600 Artefakte high/low / Rauschen39/73 / 1,7 // 6,5 Punkte
ISO3200 Auflösung high/low / DL high/low1718/1419 / 728/476
ISO3200 Artefakte high/low / Rauschen53/73 / 1,7 // 8,5 Punkte
ISO6400 Auflösung high/low / DL high/low1536/1208 / 399/305
ISO6400 Artefakte high/low / Rauschen35/83 / 1,7 // 0 Punkte

Performance

mögliche Bildserie JPEG7,8 B/s, bis Karte voll
mögliche Bildserie RAW7,8 B/s, bis Karte voll
Ausstattung14,0 Punkte
Gesamtpunktzahl48 Punkte, 10 Pkt. unter Durchschnitt

Bei ISO 200 verfehlt die Kamera knapp 1900 LP/BH bei hohen Kontrasten und 1790 LB/BH bei den niedrigen. Doch die Auflösung (blaue Kurven) bleibt bis ISO 800 vergleichsweise stabil, obwohl die Werte für niedrige Kontraste stärker nachlassen. Für den 20-MP-MFT-Sensor sind die Werte insgesamt überzeugend. Etwas besser als die E-M10 IV schneidet die Kamera bei den farbigen Dead- Leaves ab (rote Kurven). Zum einen erreichen hier die Messwerte für ISO 200 bei hohen sowie niedrigen Kontrasten rund 200 LPBH mehr. Zum anderen bleiben sie auch bei hohen Kontrasten stabiler.

Die Kantenkurven (violett) zeigen dagegen einen deutlichen Ausschlag – sowohl in den Lichtern als auch in den Schatten. Entsprechend können in den Aufnahmen schwarze und weiße Linien stören. Das Artefakte-Niveau (grüne Linien) ist hingegen angenehm niedrig und steigt erst bei ISO 1600 deutlicher an. Probleme treten zuerst bei den feinen Strukturen mit weniger Kontrast auf.

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