10 Tipps, die Deine Makrofotos verbessern

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Du hast Lust, Deine Makrofotos zu verbessern? Im heutigen Gastbeitrag verrät Valentin vom Makrotreff seine 10 Tipps zur Makrofotografie:

1. Achte auf gutes Licht!

Das Licht spielt in der Fotografie, insbesondere der Makrofotografie, im Grunde die wichtigste Rolle.

Für ein gutes Foto braucht es gutes Licht. Doch was ist „gutes“ Licht eigentlich?

Die Antwort ist einfach: diffuses (weiches) Licht! Diese Art von Licht umspielt Dein Motiv förmlich und leuchtet es gleichmäßig aus. Damit vermeidest Du Bereiche auf dem Motiv, die überstrahlt oder zu dunkel (schattig) sind.

Für Dich als Makrofotograf heißt das:

Meide das harte Licht der prallen Mittagssonne und gehe vorzugsweise entweder früh am Morgen (kurz vor oder kurz nach Sonnenaufgang) oder am späten Nachmittag (kurz vor Sonnenuntergang) auf Fototour.

Du hast zu diesen Tageszeiten keine Lust oder Zeit?

Dann mache aus dem harten Sonnenlicht einfach „gutes Licht“, indem du beispielsweise ein Diffusor über Dein Motiv hältst. Oder positioniere Dich so vor das Motiv, dass Dein Schatten es komplett abdeckt. Damit blendest Du das harte Licht förmlich aus.

Gleiches gilt natürlich auch bei bewölktem Himmel. Das ist, wenn es nicht gar zu dunkel ist, ebenfalls ein guter Zeitpunkt, um auf Motivjagd zu gehen.

Für Blitzlicht gilt übrigens dasselbe Prinzip des diffusen Lichtes. Verwende dazu Softboxen, ein kleines Lichtzelt um das Motiv oder ein Diffusor.

2. Spiele mit der Schärfe!

Eine knackige Schärfe an der richtigen Stelle des Motivs ist ebenfalls ein Charakteristikum für ein tolles und schönes Foto.

In der Makrofotografie solltest Du dazu den automatischen Fokus deaktivieren und voll auf den manuellen Fokus setzen.

Die Automatik stellt grundsätzlich die Stelle des Motivs scharf, die man eben gerade nicht scharf haben möchte ;-)

Mit dem manuellen Fokus lässt sich die gewünschte Stelle wunderbar einfach und schnell auswählen und man kann förmlich mit der Schärfe „spielen“. Man sieht beim „durchscrollen“ der Schärfeebene durchs Motiv gut wie das Foto wirkt, wenn etwa ein anderer Bereich scharf wäre.

Die Funktion Focus Peaking

Hat Deine Kamera die Funktion des „Focus Peaking“ solltest Du diese auf jeden Fall aktivieren. Dadurch wird das manuelle Scharfstellen noch leichter, da die Kanten des Bereichs, der gerade scharf ist, durch farbige oder weiße Punkte hervorgehoben werden.

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3. Stelle das Motiv richtig frei!

Eigentlich hätte man ja gerne das komplette Motiv schön gleichmäßig scharf und trotzdem einen weichen Hintergrund ohne die vielen störenden Objekte im Vorder- oder Hintergrund.

Das ist mittels Focus Stacking heute zwar kein Problem mehr (siehe dazu Tipp 9 – Focus Stacking). Doch eine durchgängige Schärfe des Motivs macht noch lange kein gutes Foto aus, im Gegenteil!

Ein gelungenes Spiel mit der Schärfe wirkt für den Betrachter meist deutlich stimmiger und damit schöner. Das liegt daran, dass unser Auge ebenfalls Motive nicht komplett im Ganzen scharf wahrnimmt, sondern weiter hinten liegende Bereiche, insbesondere der Hintergrund, auch unscharf erscheinen. Übertriebene Focus Stacks wirken somit oft „unnatürlich“ auf den Betrachter.

Ein Motiv freistellen heißt, es aus dem Hintergrund herauszuholen und die Aufmerksamkeit auf das Motiv zu lenken. Das gelingt Dir indem Du sehr offenblendig (zum Beispiel f/2.8) arbeitest. Eben gerade so, dass das Motiv oder der Bereich um den, den Du hervorheben willst, noch scharf ist.

Der Hintergrund samt störenden Objekten wie zum Beispiel Grashalme oder andere Pflanzen sollten jedoch komplett in Unschärfe untergehen.

4. Wähle die richtige Perspektive!

Natürlich ist es leichter einen Frosch oder eine schöne Blüte stehend von oben herab zu fotografieren.

Doch schon während ich den Satz geschrieben habe, kam mir das Gähnen, denn diese Perspektive ist zumeist langweilig. Das liegt wiederum daran, dass wir es in unserem Alltag gewohnt sind, die kleinen Dinge aus der „Vogelperspektive“ zu sehen.

Deshalb mein Tipp:

Gehe auf Augenhöhe mit dem Motiv! Lege dich, wenn es sein muss, auch mal in den Schlamm! Wähle außergewöhnliche Perspektiven! Das macht Deine Fotos interessant und aufregend!

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5. Sei geduldig!

Das wichtigste in der Makrofotografie ist die Geduld.

Die meisten Tiere haben eine relativ hohe Fluchtdistanz. Das merkst Du zum Beispiel bei Schmetterlingen, die sofort das Weite suchen, wenn du ihnen zu Nahe kommst. Hier muss man sich in Geduld üben, sich ruhig in eine gute Stellung bringen und warten, warten und warten und nochmals warten. Bis der Falter, die Biene oder das gewünschte Motiv sich an die Stelle setzt, an der man seine Kamera bereits ausgerichtet hat.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Gerade Insekten sind in den frühen Morgenstunden oder in den späten Abendstunden viel träger und damit leichter zu fotografieren. Versuche nicht in der prallen Mittagssonne einem Schmetterling nachzujagen (Er ist schneller! Glaube mir ;-))

6. Schau genau hin!

Im Grunde könnte dieser Punkt auch unter „Sei geduldig“ stehen, doch er ist mir so wichtig, dass ich ihn nochmal extra aufführen möchte.

Der Tipp erklärt sich von selbst:

Schau genau hin! Nur wer seine Umwelt richtig wahrnimmt und auskundschaftet entdeckt Dinge, ob Pflanzen oder Tiere, die man sonst nie wahrgenommen hätte.

Ich empfehle Dir deshalb:

Nimm Dir die Zeit und setze Dich einfach mal an ein Stück Blumenwiese, an einen Baumstamm, an einen Bach oder Waldboden und beobachte genau. Du wirst überrascht sein! Nur so fallen einem Tiere, wie kleine Springspinnen, Kugelspringer, Springschwänze, aber auch seltene Pflanzen auf.

Meine Makrotouren sind meist gar nicht von großer Distanz, sondern ich verbringe eher viel Zeit an einer tollen Stelle und schaue genau hin, anstatt einen Halbmarathon zu laufen. Getreu dem Motto „an der nächsten Wegkreuzung wartet sicher das tolle Motiv“ ;-).

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7. Informiere Dich!

Der Spruch „Wissen ist Macht“ ist zwar bereits etwas ausgelatscht, doch auch in der Makrofotografie können die richtigen Informationen sehr hilfreich sein.

Deshalb mein Tipp:

Informiere Dich! Schaffe Dir Naturführer an und lege dir ein Basiswissen über Insekten, Spinnen, Pflanzen und Co. an. Nur wenn Du weißt wo und wann zum Beispiel bestimmte Insekten oder Pflanzen vorkommen, kannst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und sie fotografieren.

Bewahre Deine Geheimnisse

Du hast eine seltene Pflanze oder Tier gefunden? Behalte den genauen Standort für Dich und poste ihn nicht auf Facebook oder sonst wo, denn das führt dazu, dass sich eine Masse an Hobbyfotografen auf den Weg macht. Sind diese abgezogen, ist meist nicht mehr viel übrig von Tier oder Pflanze.

8. Gehe näher ran!

Spätestens wenn das fotografierte Insekt nur als Punkt auf Deinem Foto erkennbar ist, sollte Dir klar sein, dass das nicht unbedingt der Weg zu einem schönen Foto sein kann.

Deshalb gilt: Näher ran!

Versuche das Motiv möglichst formatfüllend abzulichten. Dadurch erkennt man viel mehr Details und das Foto wirkt interessanter und beeindruckender. Allerdings kommt auch ein Makroobjektiv mit einem Abbildungsmaßstab von 1:1 bei kleinen Insekten schnell an seine Grenzen.

Deshalb sind weitere Hilfsmittel wie

  • Nahlinsen
  • Zwischenringe
  • oder Retroadapter

nötig, um das Motiv noch größer darzustellen.

Diesen Tipp solltest Du allerdings nicht als Dogma betrachten und immer so nah ran gehen wie nur möglich, denn auch das Fotografieren von Motiven, die nicht komplett formatfüllend sind und zum Beispiel dafür noch die Blüte oder der Grashalm auf der sie sitzen mit auf dem Foto ist, haben ihren Reiz.

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9. Mache von Focus Stacking Gebrauch!

Bei zunehmenden Abbildungsmaßstäben, sprich bei umso höheren Vergrößerungen, desto kleiner wird der Bereich (Schärfeebene) des Motivs der noch scharf ist.

Zum Beispiel: Die Augen einer Libelle sind zwar scharf, der Rest verschwindet jedoch bereits in Unschärfe.

Ein extremeres Beispiel: Nur die Antenne eines Kugelspringers ist noch scharf, der Rest nicht.

Was kann man tun, um dennoch das Motiv und nicht nur ein Detail ansprechend darstellen zu können?

Die Antwort ist: Focus Stacking.

Diese Methode ist mittlerweile relativ einfach geworden und funktioniert im Grunde so: Man macht mehrere Fotos und schiebt dabei die Schärfeebene durchs Motiv. Das heißt auf dem ersten Foto ist die Antenne scharf, auf dem nächsten bereits die Augen und dann der Vorderkörper usw. Abschließend stacked man diese Fotos mittels Software zu einem Bild zusammen.

Das funktioniert auch bei „größeren“ Motiven wie beispielsweise einer Blüte, die man je nach Größe schon mit 3-4 Einzelfotos komplett scharf zusammengestacked bekommt.

Nun stellst Du dir sicherlich die Frage: Warum nicht einfach Abblenden ohne Ende, dann wird der Schärfebereich doch auch größer?

Der Gedanke ist zwar im Grunde nicht falsch, doch in der Makrofotografie, insbesondere bei hohen Abbildungsmaßstäben, kommt mit kleiner werdender Blende schnell die Beugungsunschärfe ins Spiel. Das Foto wird also ab einer gewissen Blende nicht mehr schärfer, sondern wieder unscharf.

10. Fotografiere im RAW-Format!

Die Zeiten von begrenztem Fotospeicher sind schon lange vorbei. Mittlerweile sind selbst 64 GB SD-Karten relativ günstig zu haben. Demzufolge ist es eher nebensächlich, ob ein Foto nun 10 MB oder 5 MB hat.

Deshalb der Tipp: Fotografiere im RAW-Format!

Gerade im Makrobereich, wo oft Lichtmangel herrscht, lässt sich so noch einiges aus Fotos, die unter- oder überbelichtet sind, herausholen. Aber auch bei Farbverläufen und nachträglichem Weißabgleich zeigt das RAW-Format seine Stärke.

Da das Handling von RAW-Dateien inzwischen durch Lightroom, LightZone etc. sehr einfach geworden ist, spricht im Grunde nichts mehr gegen das Fotografieren im RAW-Format.

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Zum Abschluss dieser „TOP 10 Makrofotografie Tipps & Tricks“ sei noch auf folgendes Zitat verwiesen:

Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo andere bereits gegangen sind. – Alexander Graham Bell

Der Autor:

claudy-b Valentin ist der Betreiber von Makrotreff und selbst ein ambitionierter Makrofotograf. Mit seinen Fotos möchte er den Menschen die Faszination und Schönheit der Natur und deren Geschöpfe wieder näher bringen. Und damit das Bewusstsein schaffen, dass es gilt, diese Artenvielfalt zu bewahren!
Mehr Informationen rund um die Makrofotografie gibt es auf makro-treff.de

 

 

 

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11 Kommentare

  1. Stefan
      Oktober 14, 2018 at 7:55 AM
    Kommentar bewerten

    Insekten eine Fluchtdistanz zu unterstellen ist Quatsch. Ich nahm diese Jahr an einem Schmetterlingsprojekt teil. Schmetterlinge saßen regelmäßig auf mir oder auch mal in der Gegenlichtblende. Wenige Zentimeter Abstand sind problemlos machbar.

  2.   Oktober 5, 2018 at 1:18 PM
    Kommentar bewerten

    Hallo, zurück nach langer Pause,
    ich habe mittlerweile meine Ausrüstung verändert/ergänzt, weil ich mein Interessengebiet in der Fotografie etwas geändert habe, ein Teil davon ist Makro. Da jedoch Kleingetier entweder für mich zu schnell ist, im Gegensatz zu mir oft auch fliegen kann und nicht still hält oder in Panik von meinem Weib erschlagen wird, konzentriere ich mich mehr auf technische Kleinteile und andere tote Gegenstände… Frage dahin gehend: kann ich hier Bilder zur Beurteilung hochladen, wenn ja, welche Ladebedingungen gelten bezgl. Größe, Kantenlänge, Format etc.?
    Welche Daten werden gebraucht? Bei bearbeiteten Bildern (Crop etc.) gehen die EXIFs verloren, was dann?
    Beispiel unter: http://nrw-presse.com/Fotos/Leitax/50er/Makroswatch7206TR2sh.png
    Gruß von der Käsefront (Grenze D/NL)

  3. Pingback: Objektivkunde – Teil 2 – Fotoschule

  4. Pingback: Nah- und Makroaufnahmen in der Naturfotografie, Outdoorfotografie und Studiofotografie – Fotoschule

  5. Radmilla Harder
      Februar 22, 2017 at 7:11 PM
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    Du hast mir viele tolle Tips gegeben und ich bin sehr angetan von den schönen Makroaufnahmen die Du uns hier zeigst.Danke Dir ganz herzlich.Es gibt doch etliche Möglichkeiten wie man schöne Bilder zustande bringen kann, besonders mit Deinen Ausführungen hier.Lieben Gruß
    R.

  6. As-foto-comm-franz
    Annette Schauer
      Februar 14, 2017 at 8:07 PM
    Kommentar bewerten

    Hallo Valentin, vielen Dank für deine Tipps, für mich als Fotoanfänger sind sie sehr hilfreich. Die Fotos auf Makrotreff sind echt der Hammer :-).

  7. Pingback: Die fantastische Welt der Makrofotografie: Tiere und Insekten – Fotoschule

  8. Peter Stollmann
    Peter Stollmann
      Oktober 22, 2016 at 10:59 AM
    Kommentar bewerten

    Sehr informativ und lehrreich

  9. Pingback: Weitere Motivideen für den Herbst – Fotoschule

  10. Penninger
      November 26, 2015 at 6:40 PM
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    Hallo Valentin, ich bin einfach begeistert von deinen Bildern. Deine Ideen, dein Blick zu den kleinen Dingen, die für den Normalbürger schier unsichtbar sind, einfach toll. Deine kreativen Ideen, wie man auch mit kleineren Ausgaben, hervorragende Bilder hinkriegen kann, das finde ich einfach faszinierend.
    Und jetzt noch im Voraus mein Glückwunsch für die Auszeichnung von den Vereinten Nationen, die du am 08.12.2015 erhalten wirst, da freue ich mich für dich sehr darüber, dass du so eine besondere Auszeichnung bekommen wirst. Ich werde als Zuhörer dabei sein und deine Bilder vor Ort bewundern. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir Beide an diesem Abend zu einem kurzen Zwiegespräch kommen könnten.

    Freundliche Grüße
    Franz

  11. Franz Kremhelmer
      Oktober 19, 2015 at 1:27 PM
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    Deinen Beitrag sollte man mit zu seinen Objekten minehmen.
    Dann bekäme man bestimt gute Macros.
    Klasse Beschreibung !!

    VieleGrüße und noch viele gute Objekte

    Franz

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