Nikon Z9 – Spiegellose Profikamera

Nikon Z9 Spiegellose Profikamera
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Nikon gibt die Entwicklung seiner nächsten Profikamera bekannt. Sie wird spiegellos sein und ein Nikon-Z-Bajonett haben. Die Z9 soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden und 2022 auf den Markt kommen. Damit endet zugleich eine Ära, denn über Jahrzehnte basierten Nikons Profimodelle auf dem F-Bajonett.

Nikon D6 Profi SLR-Kamera
Spiegel adé: Mag die D6 auch noch so leistungsfähig sein, sie wird wohl die letzte Profi-SLR von Nikon sein. Die Entwicklung kostet viel Geld, das Nikon nun offenbar in Spiegellose – und damit in die Zukunft – investiert. Die Ära des Spiegels neigt sich ihrem Ende zu, es waren gute Zeiten. Foto: Hersteller

Nach dieser Ankündigung halten wir eine D7 für ausgeschlossen. Zugleich wird Nikon nach Sony dann der zweite Kameraanbieter mit einem spiegellosen Profimodell sein. Wir wären sehr überrascht, wenn Canon diesem Beispiel nicht bald folgen würde.

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Im Fall von Nikon könnte die Ära neuer SLR-Kameras bereits vorbei sein. Echte neue SLRs erwarten wir von Nikon nicht mehr, ein überarbeitetes Kleinbildmodell könnte noch kommen – aus unserer Sicht. Von Ausnahmen abgesehen, werden aber alle kommenden Nikon-Modelle spiegellos sein.
Die Z9 muss das Leistungsspektrum der D6 erweitern und optimieren – sonst ist das Modell nicht sinnvoll. Wir erwarten darum auch neue Technologien. Viele Details verrät Nikon aber noch nicht.

Neuer Stacked-Sensor

Der Kleinbildsensor wird neu entwickelt werden und soll einen Stacked-Aufbau haben. Diesen Begriff verwendet Sony für seine Sensoren mit einer integrierten Prozessor- und Speichereinheit, die das Auslesen der Daten beschleunigt und zudem als Pufferspeicher dient. Diese Technologie ist zentral für schnelle Bildserien, 8K-Video und eine flüssige Sucherdarstellung. So schafft die neue Sony A1 dank des Stacked-Sensors trotz 50-Megapixel-Auflösung Bildserien mit bis zu 30 B/s inklusive AF-Tracking. Das wird sicher auch die Leistungsmarke sein, an der sich die kommende Nikon orientieren muss, um Sportfotografen anzusprechen.

Eine konkrete Angabe zur Auflösung macht Nikon nicht, doch da die Kamera auch 8K-Video beherrschen wird, muss sie die 35-MP-Grenze zwingend überschreiten und eher mehr als 40 Megapixel haben. Man darf spekulieren, ob auch Nikon auf 50 MP wie Canon und Sony aufrüstet. Um ein hohes Tempo bei der Datenverarbeitung gewährleisten zu können, dürfte Nikon auf zwei – neue und rechenstärkere – Bildprozessoren setzen.

Schneller Phasen-AF

Gespannt sind wir auf das AF-System. Dieses dürfte noch mal zulegen und leistungsfähiger werden in dem aktuellen Topmodell Z7 II. Die Z7 II bietet 493 Phasen-AF-Felder, Gesichts-, Augen- und Tiererkennung. Die Funktionalität der Z9 wird weitgehend die gleich Optionen bereitstellen – nur eben noch etwas schneller, präziser und flexibler. Der Phasen-AF wird die führende Rolle übernehmen – die Kamera muss ja schnell sein – aber komplett auf die Kontrastmessung verzichtet sicher auch die Z9 nicht.

Kommunikativ

Eine zentrale Rolle wird dem Sucher zufallen.Viele Sportfotografen halten optische Sucher den elektronischen immer noch für überlegen. Um erfolgreich zu sein, muss die Z9 diese Bedenken zerstreuen. Es reicht nicht, nur eine feinere Auflösung zu bieten; sie wird sich dennoch eher an den 3 Millionen RGB-Pixeln der Sony A1 orientieren als an den 1 230 000 RGB- Pixeln des Z7-II-Suchers. Die Reaktionsgeschwindigkeit und Bildabstimmung müssen in unterschiedlichen Lichtsituationen ebenfalls überzeugen. Konnektivität ist gerade für Profis wichtig. WLAN mit Unterstützung der 2,4-GHz- und 5-GHz- Frequenzen, aber auch LAN und Bluetooth sind deshalb sicher. Intern speichert die Z9 auf CFe-Karten, anders sind datenfressende 8K-Videos nicht zu bändigen. Ob die Kamera zusätzlich SD-Karten (UHS-II) unterstützt, ist fraglich.

Vertraute Bedienung

Die einzige veröffentlichte Aufnahme vermittelt einen ersten Eindruck von der nächsten großen Nikon. „Groß“ meinen wir hier wörtlich. Die Kamera bietet wie die aktuellen D-Mo- delle einen zweiten Handgriff mit zusätzlichen Tasten für Hochkantaufnahmen – freilich spiegeln diese die Tastenanzahl nicht komplett wider. Eine zweite Video Start/Stopp-Taste sehen wir am Hochkantgriff nicht.
Die Oberseite scheint große Ähnlichkeit mit der der Z7 II zu haben: Schulterdisplay und Belichtungsmoduswahlrad sind an der gleichen Position platziert. Auch die Rückseite dürfte der Z7-II-Logik folgen und neben Joystick und Q-Menü weitere Schnellzugriffe auf die Aufnahmeeinstellungen erlauben. Wie die D-Kameras mit Spiegel wird auch die neue Z9 eine der bestgeschützten Nikons sein, wenn es um Staub und Spritzwasser geht. Für Robustheit und Langlebigkeit wird der Body sicher auf eine Magnesiumlegierung setzen. Ein Thema wird die Wärmeregulation sein – schließlich heizt sich die Kamera bei Videoaufnahmen mit 4K und 8K auf und muss die Hitze ableiten.

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