Kleine Tricks, Große Wirkung: Panorama mit dem Smartphone

Panorama mit dem Smartphone

In Zusammenarbeit mit SIGMA
Zum Abschluss unseres kleinen „Ausfluges“ in die Phonographie wollen wir mit Dir zusammen ein Thema betrachten, das wir als eine der großen Stärken des Smartphones betrachten – die Panoramafotografie.

Gegenüber der Erstellung von Panoramen mit „klassischen“ Digitalkameras funktioniert dies mit den Smartphones wesentlich komfortabler mit sehr ansprechenden Ergebnissen.

Wir behaupten natürlich nicht, dass ein Handypanorama ein echter Ersatz für ein aus 20 Einzelaufnahmen sauber gestitchtes Ergebnis ist, das zudem von einem Stativ mit Panoramakopf und Nodalpunktadapter aufgenommen wurde.

Ein Smartphone liefert Panoramen mit einer Pixelgröße von 10.000 x 2.500 Pixel (mal mehr, mal weniger), ausreichend für einen Großdruck. Wir möchten Dir kleine Tricks verraten, wie Du mit wenig technischem Aufwand beeindruckende Panoramen mit Deinem Smartphone erzeugen kannst.

Die Grundlagen

Es gibt eine schier undurchschaubare Zahl von Apps, die verschiedenste Formen von Panoramen aufnehmen können. Teils durch kontinuierliche Bewegung des Smartphones, teils durch einzelne Aufnahmen, die vor Deinen Augen zu einem immer größeren Foto zusammengesetzt werden.

Es geht uns aber nicht um die einzelne App im speziellen, daher verwenden wir für alle Panoramen in diesem Artikel nur die im Smartphone sozusagen mitgelieferte Panoramafunktion der Kamera. Die prinzipielle Funktion ist immer ähnlich.

Panorama mit dem Smartphone – 7 wichtige Hinweise

Dabei solltest Du folgende sieben Punkte beachten, damit Du ein sauberes, scharfes und klares Panorama bekommst:

  1. Halte das Smartphone im Hochformat (damit der Kamerachip die längere Seite für ein höheres Panorama nutzen kann). Viele Smartphones lassen Panoramen auch nur im Hochformat zu.
  2. Halte das Smartphone möglichst senkrecht, damit die Verzerrungen nicht so stark werden.
  3. Warte mit dem Beginn der Panoramaaufnahme, bis die Belichtungsmessung abgeschlossen ist. Während der Aufnahme werden nämlich die Belichtungsparameter eingefroren auf die Werte der ersten Messung.
  4. Starte Dein Panorama möglichst an einer Stelle mit einer durchschnittlichen Beleuchtung.
  5. Halte das Smartphone am kurzen Arm, am langen Arm bewegst Du es unter Umständen zu schnell.
  6. Vermeide Schwankungen in der Höhe während der Bewegung.
  7. Vermeide bewegte Motive im Bild, besonders, wenn sie zu nah sind, sonst bekommst Du Geisterbilder.

Panorama Foto mit dem SmartphoneSo kann das Panorama aussehen, wenn Du alles richtig gemacht hast.

Unruhiges Panorama Foto mit dem SmartphoneBei diesem Beispiel kannst Du sehen, was passiert, wenn Du das Smartphone nicht ruhig hältst (schwarze Bereiche unten links und oben rechts). Zudem ist es in weiten Teilen überbelichtet, da das erste Bild zu Beginn zu sehr im Schatten lag.

Um Dir einige der beschriebenen Effekte besser zu verdeutlichen, haben wir aus zwei Panoramen die fehlerhaften Bereiche heraus vergrößert.

Links siehst Du ein typisches Geisterbild, die Person hat sich aus dem Bild bewegt, bevor sie komplett aufgezeichnet war und ist daher nur in Teilen zu sehen.

Im rechten Bild kannst Du zwei Fehler finden: Die Bretter auf dem Holzsteg sind mitten im Bild versetzt. In der Verlängerung des Versatzes in den Himmel kannst Du Helligkeitsunterschiede sehen. Dieser Fehler entsteht, wenn Du das Smartphone nicht gleichmäßig bewegst, sondern zu lange an einer Stelle verharrst. Die Kamera liefert dann der Panoramafunktion mehr Informationen als diese verarbeiten kann und es kommt zu diesen Sprüngen.

Wenn Du aber alles richtig machst, eignet sich diese Funktion nicht nur für Architektur, wie im ersten Beispiel, sondern auch für tolle Landschaften und sogar Innenaufnahmen:

Landschaftspanorama

Panorama Innenaufnahme

Panoramatuning mit Vorsatzlinsen

Erinnerst Du Dich an die beiden folgenden Fotos aus dem vorherigen Artikel?

Wie wir schon festgestellt haben, treten in den Randbereichen des Weitwinkelvorsatzes deutliche Verzerrungen auf, die nach erstem Anschein gegen eine Verwendung für die Anfertigung eines Panoramas sprechen. Eher aus Neugierde haben wir es trotzdem versucht.

Neugierde und Experiment sind übrigens gerade im Hobby der Fotografie eine tolle Kombination, wenn Du mit Deinen Fotos weiterkommen möchtest.

Das Ergebnis siehst Du hier:

Panorama mit WeitwinkelvorsatzIm ersten Moment sieht es aus wie ein ganz normales Panorama. Zum Vergleich haben wir dasselbe Panorama nochmal ohne Weitwinkelvorsatz aufgenommen:

Panorama ohne Weitwinkelvorsatz

Statt ca. 180 Grad ist es mit der Vorsatzlinse gelungen, in einem Zug und ohne weiteren Aufwand ein Panorama von ca. 270 Grad zu erstellen. Und Du wirst noch etwas sehen: Es sind keine Verzerrungen zu erkennen. Die Software ist offensichtlich in der Lage während der Aufnahme des Panoramas sich immer den mittleren, also scharfen Teil aus dem einzelnen Bild heraus zu fischen und zu dem Panorama zu stitchen.

Daraufhin sind wir mutig geworden und haben das Fischauge vor die Kamera des Smartphone gesetzt:

Panorama mit FisheyeWas sich nicht vermeiden ließ, waren die schwarzen Ränder. Allerdings konnten wir das Panorama ein wenig beschneiden und kamen dann am Ende auf ein durchaus ansehnliches Panorama, das sogar über 360 Grad hinausging:

Panorama 360 Grad

Fazit

Die Makros haben Spaß gemacht und unter bestimmten Bedingungen wirklich gute Ergebnisse geliefert, die Weitwinkel und (Pseudo-)Fischaugen waren ganz witzig, verzeichnen aber extrem, sodass man schon ein Liebhaber der Lensbabyfotografie sein muss, um diesen Aufnahmen etwas abzugewinnen. Bei den Panoramen hingegen wurden die Ergebnisse gut, viel besser, als wir erwartet haben. Die Software der Kamera leistet dort wirklich gute Arbeit.

Für wenige Euro lassen sich mit etwas Übung tolle Panoramen mit bis zu 360 Grad machen und dies ganz ohne neue App und innerhalb weniger Sekunden.

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3 Kommentare

  1. Angelika L
      September 9, 2017 at 7:43 PM
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    Hallo,

    ich habe jetzt schon so viele Artikel in der Fotoschule gelesen und dabei sehr viel gelernt.

    Da ich ein neues Smartphon habe, interessierte ich mich auf für die Artikel dieser Serie. Leider sind die Beispielbilder nicht mehr vorhanden (bei mehreren Artikeln dieser Serie) und ich kann mir manches nicht vorstellen.

    Sehr schade, hätte gern auch mit dem Smartphon geübt, um bessere Bilder zu erhalten.

    Kann man die Bilder noch nachsetzen?

    Liebe Grüße aus Hamburg
    Angelika

    1. Tom Schimmelpfennig
        September 11, 2017 at 10:10 AM
      Kommentar bewerten

      Hallo Angelika,

      Danke für den Hinweis! Die Bilder sollten jetzt wieder ohne Probleme angezeigt werden.

  2.   November 1, 2015 at 5:28 PM
    Kommentar bewerten

    Vielen lieben Dank für die hilfreichen Tipps!

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