Canon – Trends 2021

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Colorfoto

Canon wird sich in diesem Jahr auf das spiegellose R-System konzentrieren und vermutlich nur wenige SLR Produkte vorstellen.

Canons R-System

R-System von Canon
Das R-System ist die Zukunft: Die EOS R5 und die EOS R6 sind die Mitte, um die das Kameraangebot wachsen wird. Optisch erinnern sie noch stark an die SLR­-Kameras – Canon wollte offenbar keinen so starken Stilbruch wagen. Zugleich sind aber auch die Spiegellosen sofort als Canon zu erkennen.
Foto: Hersteller

Wenig überraschend fokussiert sich Canon vor allem auf das Vollformatsegment, in dem sowohl bei Kameras als auch bei Objektiven noch viel zu tun ist. Die 2020 eingeführten Modelle EOS R6 und R5 sind der neue Kern, um den das System in verschiedene Richtungen wachsen wird.

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Die glaubwürdigsten Gerüchte versprechen eine EOS R5s mit neuem hochauflösenden Sensor, um die Sony A7R IV, aber auch die Mittelformatkameras von Fujifilm herauszufordern. Die Auflösung soll 90 Megapixel betragen – ein sehr hoher Wert. Zudem soll die Kamera per Pixel Shift noch größere Bilder erstellen können. Ansonsten wäre die Ausstattung der EOS R5 sehr ähnlich. 90 MP klingen schon sehr ambitioniert, weil zugleich die Frage nach passenden Objektiven aufkommt. Doch da Canon gerade fast alle neuen R-Objektive auch neu rechnet, wäre es sehr überraschend, wenn sie nicht bereits für den nächsten Auflösungssprung ausgelegt wären.

Die Einführung der R5s erwarten wir für das erste Halbjahr 2021. Mit der 8K-Videofunktion in der R5 hat Canon einen Maßstab gesetzt. Allerdings führen längere Aufnahmen teilweise zu Hitzeproblemen. Hier wird Canon nachbessern, aber eine R5 II ohne Hitzeprobleme für lange Videos dürfte mehr als ein Firmwareupdate benötigen. Für Hardwareänderungen benötigt man aber Zeit. Deswegen sagen wir: 2022.

 

Canon EOS R6
Foto: Hersteller

Unterhalb von R6 und R5 rechnen wir mit einer R7 oder R8 mit abgespeckter Ausstattung, die die RP als Einsteigermodell ablösen könnte. Der Preis muss Richtung 1000 Euro gehen, die Basis könnte die R6 sein, vielleicht mit fest eingebautem Display oder einfacherem Sucher ohne Bildstabilisator. Der ideale Zeitpunkt ist der Spätherbst zum Weihnachtsgeschäft. Ganz oben fehlt eine Reportage-Profikamera – nennen wir diese in Anlehnung an die SLR-Hierarchie doch einfach EOS R1. Die 1Dx III ist allerdings erst seit knapp einem Jahr auf dem Markt.

Canon EOS R
Neue Kameras erwarten wir 2021 im Segment mit hohen Auflösungen und im Einsteigerbereich als Nachfolger der EOS RP. Eine Profikamera EOS R1 ist wohl erst später aktuell.
Foto: Hersteller

Zudem tendieren die Profis in den Segmenten Sport- und Reportagefotografie im Moment noch eher zum SLR-Design mit schnellen Phasen-AF-Sensoren und optischen Suchern. So besteht hier für Canon noch kein dringender Handlungsbedarf. Dennoch dürfte die nächste 1er als Konzept bereits gezeichnet sein. Wir erwarten eine spiegellose 1er, deren AF bei der Motivverfolgung dann allen Erwartungen genügt. Die Auflösung dürfte sich im Bereich von 20-24 Megapixeln bewegen. Ob auch der elektronische Global Shutter bereits zur Ausstattung der ersten Profi-Spiegellosen von Canon gehören wird, wie manche Gerüchte besagen, ist fraglich. Ein Global Shutter löst viele Probleme, schafft aber auch neue. Eine R1 dürfte unserer Einschätzung nach frühestens 2023 kommen – bis dahin dürfte Canon auch mehr passende Objektive bieten.

Das M-System von Canon

Canon EOS
Das EOS-M-System funktioniert in manchen Märkten, doch auf Dauer wird Canon sich aus unserer Sicht nur für die Entwicklung von Kameras mit dem R-Bajonett entscheiden. Ein zweites spiegelloses System mit inkompatiblem Bajonett ist teuer.

Für die Zukunft der M-Baureihe sieht es nicht so rosig aus – was nicht zuletzt daran liegt, dass Canon den Fotoamateur nie spüren ließ, dass man es mit dem EOS-M-System ernst meint. Zwar wurden die Kameramodelle regelmäßig gepflegt, es gibt da sehr attraktive Modelle. Doch selbst nach vielen Jahren umfasst das Objektivangebot nur acht Rechnungen, davon drei Festbrennweiten. So bietet Canon einerseits mit der EOS M6 II eine leistungsfähige und vielseitige Kamera mit moderner Technik an, doch andererseits kann der Fotograf in der Praxis kaum ein passendes M-Objektiv auswählen, das mit dem Sensor der Kamera mithalten kann. Zudem ist das M-System nicht mit den EF- oder RF-Bajonetten kompatibel. Wir erwarten für 2021 keine neuen M-Objektive
und maximal einen „neuen“ Body als leichte Variation bereits bekannter Bodys.

Die Canon M50, also der Vorläufer der 2020 eingeführten M50 II, gehörte in Japan zu den beliebtesten Kameras. Es gibt also Märkte für sehr kompakte Systemkameras mit kleiner Objektivauswahl, und Canon wird sie weiterhin bedienen – aber aus unserer Sicht mittelfristig nicht mehr mit einem eigenen System. Grundsätzlich ist der APS-C-Sensor dank der kompakteren Abmessungen und dem Crop-Faktor zudem auch für Fotoamateure eine attraktive Lösung. Wir denken deswegen nicht, dass Canon sich aus dem APS-C-Bereich zurückzieht – sondern die Zukunft dürfte eher im RF-Bajonett liegen.

Erste Gerüchte in dieser Richtung gibt es schon. Wir erwarten eine um das R-Bajonett konstruierte, aber maximal kompakte Kamera ohne Sucher oder mit seitlichem Sucher, aber eben nicht im SLR-Design. Auch der Stabilisator kann entfallen. Mit der Zeit könnte so eine Serie mit zwei bis drei APS-C-Modellen entstehen: quasi eine R60 und darunter eine R90 ohne Stabilisator und Sucher. Die erste R mit APS-C-Sensor erwarten wir für 2022.

Canons SLR-System

Canon EOS 5D
Klassische SLR-Kameras sind auch bei Canon Auslaufmodelle. Aufgrund der hohen Verbreitung des EF-Systems werden sie nicht über Nacht verschwinden, und auch neue Modelle sind denkbar. Doch ist es klar, dass hier keine große Innovation mehr zu erwarten ist.
Foto: Hersteller

Angesichts des stark schrumpfenden Kameramarkts wird auch Canon seine Ressourcen fokussieren. Zugleich dürfte Canon als langjähriger Marktführer mehr Spielraum haben als die meisten Konkurrenten. Für SLRs bedeutet das – aus unserer Sicht: Es gibt weiterhin neue Kameras, um den treuen EOS-Fotografen ihr System lebendig zu erhalten. Neue Technik wandert jedoch von R zu SLR und nicht umgekehrt. Das gilt besonders für Sensoren und Prozessoren. Wenn im ersten Halbjahr 2021 die erwartete R5s mit 90 Megapixeln kommt, kann ein Jahr später auch eine EOS 5DX mit 90 Megapixeln sinnvoll sein. Genauso werden die unteren Preissegmente Neuheiten mit R-Technik im SLR-Design erhalten – solange genügend Amateure ihren SLRs treu bleiben. An SLR-Flaggschiffe glauben wir jedoch nicht mehr. Der Schwerpunkt wird im mittleren Preissegment liegen, dies gilt für Kleinbild wie für APS-C.

Eine APS-C SLR im mittleren Preissegment halten wir 2021 für die wahrscheinlichste Neuheit. Große Innovationen erwarten wir nicht. Zwar dürfte Canon der letzte Hersteller sein, der noch einmal eine neue SLR mit APS-C-Sensor im Einstiegssegment bringt, aber auch für Canon wird dieser Markt bald zu klein sein. Bei SLR-Objektiven dürfte nicht mehr viel passieren. Das aktuelle Angebot ist riesig und im R-Segment der Bedarf an weiteren Rechnungen zu groß.

Objektive von Canon

Canon EOS 850D
Neue EF-Objektive erwarten wir in diesem Jahr nicht, schließen aber nicht aus, dass Canon die ein oder andere Optik aktualisiert – solange noch genug Nachfrage herrscht.
Foto: Hersteller

Bei den Objektiven wird der Fokus, kaum überraschend, auf KB-Modellen für die R-Kameras liegen. Kürzlich hat Canon mit den R 1,8/50 mm STM gezeigt, dass zumindest bestimmte EF-Rechnungen auch für das RF-Bajonett angepasst werden können. Auf diese Weise könnten in diesem Jahr mehrere Objektive das RF-Portfolio erweitern. Wir denken dabei in erster Linie an Telefestbrennweiten und Telezooms: Da hat das aktuelle RF-Portfolio noch große Lücken. Spannend finden wir die Gerüchte um die Entwicklung von neuen Tilt-Shift-Objektiven mit RF-Bajonett: ein TS-R 4/14 mm L und ein TS-R 3,5/24 mm L (canonrumors.com). Diese Tilt-Shift-Objektive sollen einen Autofokus haben.

RF-Objektive von Canon
Die RF-Objektiv-Palette wird in diesem und im nächsten Jahr um viele neue Modelle reicher. Canon plant neben adaptierten EF-Rechnungen auch ganz neue Festbrennweiten und Zooms.

Außerdem arbeitet Canon offenbar an zahlreichen Original-RF-Rechnungen. Darunter sind zwei Weitwinkelzooms – RF 4/10-24 mm L USM und RF 4/14-35 mm L USM – und das Telezoom 5,6-7,1/100-400 gelistet. Doch die meisten Neuen sollen Festbrennweiten werden: 1,2/35 mm IS USM, 4/135 mm L USM, 2,8/400 mm L IS USM, 5,6/800 mm L IS USM und sogar ein 8/1200 mm L IS USM. Zudem stehen zwei Makros auf der Liste – RF 1,8/24 mm und RF 2,8/100 mm. Sicherlich wird diese lange Liste teilweise erst 2022 abgearbeitet sein. Doch wenn immer weniger Kameras verkauft werden, zugleich aber immer mehr Fotografen Festbrennweiten schätzen, können Objektive einen Teil der Umsatzlücke schließen: Um ein Zoom zu ersetzen, braucht man schließlich zwei bis drei Festbrennweiten.

Canon wird diesen Markt nicht liegen lassen, egal, ob in diesem Jahr eine 90-Megapixel-R kommt oder nicht. Mittelfristig ist sicher: Canon wird dann genügend passende Objektive haben.
whe

3 Kommentare

  1. Schon erstaunlich das Canon sich von der knuffigen M-Serie verabschieden will. Schrumpft doch der Markt mit den größeren Kameras immer mehr. Die Konkurrenz zur Handy- Kamera wir immer größer ,doch scheinen das die führenden Hersteller noch nicht richtig verinnerlicht zu haben. Schon erstaunlich das selbst in den neuen R- Modellen (RP)nicht einmal ein GPS Sensor verbaut ist. Wer schon einmal auch mit älteren Handys (z.B. iPhone 8) Langzeitaufnahmen unter normalen Umgebungsbedienungen und ohne zusätzliche Gerätschaften gemacht hat der sollte wissen was in Zukunft noch alles möglich ist. Letztendlich sollten sich die Hersteller auch einmal Gedanken über Ihre Preispolitik machen.Jedes neue Model erklimmt immer neue Preisrekorde ,von den fast unerschwinglichen und doch so sehr benötigten Objektiven mal abgesehen. So jedenfalls gewinnt man keine neuen Käuferschichten ,sei die Kameratechnik noch so gut. Ich glaube das ein gutes Handy mit entsprechender Kamera in Zukunft eine schwere und unhandliche (Canon) Kamera ersetzen wird.

    1. Hallo Norbert,
      mit einem zusätzlichen Adapter kann man natürlich auch Objektive mit abweichenden Anschlüssen nutzen, aber ohne diesen Adapter sind die Objektive eben nicht kompatibel.
      LG!
      Lars

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