Mythos M: Ist nur der manuelle Modus einer Kamera wirklich kreativ?

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In Zusammenarbeit mit SIGMA
Auf dieses Thema bin ich über ein Forum mit Titel „Fotografieren für Anfänger“ gestoßen. Tatsächlich findest Du solche Fragen und Aussagen aber immer wieder in den verschiedenen Fotoforen, die sich mit der Zeit gebildet haben. Die Grundsituation ist folgende:

Ein Anfänger / eine Anfängerin zeigt ein Foto und es ist erkennbar an den Fotos, dass diese Person noch ganz am Anfang der Fotografie steht. Daran ist jetzt überhaupt nichts einzuwenden. Nun musst Du Dir die darunter entstehende Diskussion wie folgt vorstellen:

  • Die Fotografin möchte wissen, wie das gezeigte Foto den Betrachtern gefällt und schreibt dazu, dass sie das Foto in M (manueller Modus) aufgenommen habe und nur in diesem Modus das Foto so hinbekommen hat.
  • Nun passiert oft folgendes: Es kommen schnell Antworten anderer Fotografen (meist auch eher Anfänger), die behaupten, dass M der einzige Weg sei gute Fotos zu machen und die Zusammenhänge verstehen zu lernen.
  • Dann kommen andere Fotografen dazu, meist eher fortgeschritten, die dazu schreiben, dass es unsinnig sei, auf die Fähigkeiten seines Werkzeuges zu verzichten, sondern viel wichtiger, sein Werkzeug bedienen zu können, dann würde die Bedeutung der eingestellten Funktionen in den Hintergrund treten.
  • Am Ende kam dann die Aussage der Fotografin vom Anfang der Diskussion, dass sie die Halbautomatiken (gemeint sind die Zeit- und Blendenautomatik) nicht benutzt, weil sie dann keine Kontrolle über die Kamera habe.

Zugegeben, dieser Einstieg in den Artikel ist etwas holprig, ist aber wichtig, um die folgenden Erläuterungen, Beispiele und Bilder zu verstehen.

Was ist M (Manueller Modus) überhaupt?

Jede etwas bessere Digitalkamera verfügt über einen manuellen Modus, der meist auch mit M bezeichnet wird.

Manuell bedeutet im ersten Moment nur, dass Du alle, wirklich alle Parameter der Kamera frei wählen kannst, nicht nur Zeit, Blende und ISO. Wie wird nun im manuellen Modus fotografiert?

Hinter der Aussage: „Nur so habe ich die volle Kontrolle über die Kamera“ steckt, dass die Belichtungsmessung dem Fotografen die Kontrolle über seine Parameter entzieht.

An dieser Stelle beginnt der Irrtum.

Um ein korrekt belichtetes Foto einzustellen, muss ich natürlich die Parameter der Kamera auch korrekt einstellen.

Wichtig an diesem Punkt:

Korrekt bedeutet nicht bezogen auf eine mögliche Belichtungsmessung, sondern bezogen auf die Bildidee des Fotografen, beides kann nämlich deutlich voneinander abweichen.

Und hier liegt das Missverständnis rund um den Mythos M. Ich möchte nun drei Wege vorstellen, wie Du in M zur korrekten Belichtung kommst und dabei einen typischen Anwendungsfall für M, die Studiofotografie mit Blitz, weglassen. Dort kommt nämlich noch der Parameter Blitzleistung mit ins Spiel, den ich gar nicht an der Kamera einstelle.

1. Die elegante Methode

Es gibt externe Belichtungsmesser. Mit diesen Geräten kann ich eine Messung in Form eine Lichtmessung oder einer Objektmessung durchführen.

  • Bei der Lichtmessung messe ich das auf das Motiv einfallende Licht am Motiv.
  • Bei der Objektmessung messe ich an der Kamera oder am Kamerastandort das von dem Objekt reflektierte Licht.

Die Unterschiede spielen jetzt keine Rolle. Fakt ist: Das Messgerät liefert einen Messwert und zeigt mir an, wie ich die Kamera einstellen muss:

  • Ich kann dem Gerät eine Blende vorschlagen, dann bekomme ich eine Zeit und ISO.
  • Ich kann Zeit und Blende vorgeben, dann bekomme ich einen ISO-Wert.
  • Ich kann eine Blende und eine ISO vorgeben, dann bekomme ich eine Zeit.

Diese Werte stelle ich im Modus M an der Kamera ein und habe dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine korrekte Belichtung.

SOlche Belichtungsmesser setzt man oft im Studio ein, können aber auch im Freien verwendet werden.
Solche Belichtungsmesser setzt man oft im Studio ein, können aber auch im Freien verwendet werden.

2. Die pragmatische Methode

Ich benutze weiter nur die Kamera.

Ich stelle erst einmal alle drei Parameter ein (Zeit, Blende, ISO) und schaue durch den Sucher. Meist an der unteren Seite des Suchers finde ich die Belichtungswaage. Diese zeigt mir an, wie weit meine Einstellungen von einer idealen Belichtung laut Kamera abweichen würden. Nun kann ich einen, zwei oder alle drei Parameter solange verändern, bis die Belichtungswaage mir anzeigt: Korrekt! Wenn jetzt ausgelöst wird, hast Du eine vermutlich korrekte Belichtung.

3. Die „einfache“ Methode

Du stellst irgendwelche Werte an der Kamera ein und machst einfach ein Foto. Dieses Foto schaust Du Dir auf dem Display an und es erscheint Dir zu dunkel (zu hell). Du korrigierst die Einstellungen passend. Du machst eine neue Aufnahme. Diese ist nach Betrachtung dann zu hell (zu dunkel) und Du musst ein weiteres Mal korrigieren, diesmal mit einem kleineren Korrekturschritt. Dies machst Du drei bis sechs Mal. Spätestens dann sollte die Belichtung Deinen Vorstellungen entsprechen. Natürlich hast Du daran gedacht die Helligkeit des Monitors dem Umgebungslicht anzupassen oder zumindest das Histogramm eingeblendet,  um das Maß der Fehlbelichtung abschätzen zu können.

Um es ganz klar zu sagen: bei allen drei Methoden führst Du eine Belichtungsmessung durch, halt nur auf völlig unterschiedlichen Wegen.

Wenn Du es richtig machst, sollten am Ende bei allen drei Methoden die identischen Werte an Deiner Kamera eingestellt sein. Damit das aber auch wirklich klappt, sollten Dir die Zusammenhänge zwischen Zeit, Blende und ISO schon vorher bekannt sein. Einfach irgendeinen der drei Werte auf Verdacht umzustellen, führt nämlich zu keinen reproduzierbaren Ergebnissen.

Halbautomatik und Kamerakontrolle

Noch steht die Aussage im Raum: Nur in M habe ich die volle Kontrolle über die Kamera(-funktionen). Warum dies so nicht stimmt, möchte ich Dir anhand einiger Beispiele zeigen, bei denen ich unter Nutzung der Halbautomatiken im Vergleich zu M völlig identische Ergebnisse erziele, die am Ende zu exakt den gleichen Parameter führen.

Und ich möchte Dir einen Fall zeigen, wo M Dich sogar wirklich einschränkt, wenn Du ein bestimmtes Ergebnis erzielen möchtest.

Ausgangspunkt ist ein Foto im Freien aufgenommen, die Parameter wurden nach einer der oben beschriebenen Methoden in M ermittelt und das Foto dann aufgenommen, die EXIFs stehen jeweils unter dem Foto.

Ich gehe einfach davon aus, dass es Absicht ist, das Foto ein wenig zu überbelichten. Zudem lege ich als Ziel des Fotos fest, dass der Hintergrund möglichst unscharf ist und die ISO bei 100 eingefroren werden. Insofern stellst Du in M an der Kamera eben diese ISO 100 und Offenblende (kleinste Blendenzahl, die möglich ist) ein und veränderst nun die Belichtungszeit solange, bis Dir das Ergebnis passt.

Mythos-M-Beispielbild-1
M | 1/2.500 Sek. | f/2 | ISO 100

Nun wechselst Du in die Zeitautomatik und möchtest dasselbe Ergebnis erzielen.

Wie gehst Du nun vor?

Im Grunde sehr ähnlich: Du stellst ISO 100 und Offenblende ein und machst nun eine Aufnahme unter Nutzung der Belichtungsmessung. Dieses Foto wird unter Umständen noch etwas von der Aufnahme in M abweichen, denn Du möchtest es ja etwas heller haben. Dieses „Problem“ ist aber höchst simpel zu lösen: Du gibst einfach einen geeigneten Wert als Belichtungskorrektur vor. Die beiden folgenden Bilder zeigen Dir die Ergebnisse. Das Ergebnis ist am Ende exakt dasselbe.

Im dritten Fall schaltest Du um auf die Blendenautomatik.

Nun wird es ein wenig „tricky“. Den Wert für die ISO lässt Du bei 100, den Belichtungskorrekturwert für das etwas hellere Ergebnis kannst Du unabhängig einstellen. Wenn Du jetzt eine beliebige Zeit einstellst, wird die Belichtungsmessung Dir eine Blende vorgeben.

Wenn Du nun eine Aufnahme machst, siehst Du, dass der Hintergrund schärfer ist, als Du es möchtest. Nun musst Du die Zeit verändern und zwar solange, bis die Belichtungsmessung die Blende maximal öffnet. Sobald Du diesen Punkt erreicht hast, machst Du eine erneute Aufnahme und Du erzielst exakt dasselbe Ergebnis, wie in M.

Im letzten Fall dieses Artikels schalte ich den Blitz zu, um das Gesicht lokal etwas aufzuhellen. Dazu mache ich eine Aufnahme in M bei Offenblende und eine Aufnahme in der Zeitautomatik bei Offenblende.

In M sendet der Blitz viel mehr Licht aus, als in der Zeitautomatik.

Was ist passiert?

  • In M geht die Kamera davon aus, dass der Blitz die Hauptlichtquelle ist und zündet mit entsprechend großer Leistung.
  • In der Zeitautomatik setzt die Kamera den Blitz nur als Aufheller ein, die Belichtung selbst ist auf das Umgebungslicht abgestimmt.

Um dies zu ändern, müsstest Du den Blitz in M auch noch manuell betreiben, womit die Zahl der Parameter, die Du aufeinander abstimmen musst, noch größer wird. Hier bist Du mit der Zeitautomatik kreativer.

Fazit

Ausgangspunkt war die Aussage: Nur in M kann ich wirklich kreativ mit Blende und Zeit arbeiten und habe die volle Kontrolle über die Kamera.

In diesem Artikel habe ich Dir gezeigt, dass dies so nicht stimmt.

Wenn Du die Grundlagen und auch die Bedienung Deiner Kamera verstanden hast, kannst Du in M und den Halbautomatiken exakt dieselben Ergebnisse erzielen.

Nicht jeder der drei Wege ist in jeder Situation sinnvoll, aber funktioniert.

Letztendlich kannst Du in den Halbautomatiken auch noch die Art der Belichtungsmessung als kreatives Mittel nutzen und selbst in P, also einer Automatik, die Dir Zeit und Blende vorgibt, kannst Du die Kamera komplett kontrollieren. Wie das geht? Liest Du, wie immer, in einem der kommenden Artikel.

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25 Kommentare

  1. Christian
      Mai 22, 2018 at 7:51 PM
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    Die Kreativität entfaltet sich in der Wahl oder dem Arrangement des Motivs und in der Wahl der Perspektive, des Bildwinkels (Brennweite) und des Bildausschnitts. Auch in der Lichtsetzung und der Definition des Schärfebereichs oder der Bewegungsunschärfe kann man sich kreativ austoben. Zum Schluss noch in der Nachbearbeitung kann man ebenfalls kreativ arbeiten.
    Wo nicht? Richtig. In der Belichtungsrechnung.
    Das ist einfach nur Mathematik und Messtechnik. Ob man das einer Halbautomatik überlässt oder komplett manuell einstellt ist im Vergleich wie Kopfrechnen gegen Taschenrechner.
    Klar bleibt dass einzelne Belichtungsparameter Auswirkung auf die Bildgestaltung haben. Blende auf die Schärfentiefe, Bokeh und die Ausbildung der Lichtsterne.
    Verschlusszeit auf Bewegungsunschärfe.
    Je nachdem wo die gestalterische Priorität liegt, kann man die übrigen Parameter der Automatik überlassen. Die Wahl der ISO in definierten Grenzen sowieso.

  2.   Juni 29, 2017 at 10:59 AM
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    Schön dem Volk auf’s Maul geschaut, danke. Dieser Artikel kommt definitiv in meine Browser-Favoriten, um ihn schnell verlinken zu können ;-)

  3. Ingo
      Juli 21, 2016 at 4:14 PM
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    Meine Erkenntnis:
    Man sollte wissen für welche Aufnahmesituation welcher Modus der passendste ist.
    In allen Situationen bei denen sich die Helligkeit verändert, verwende ich eine Automatik. Auch Wolken können die Helligkeit manchmal schnell verändern.
    Den M-Modus würde ich für folgende Aufnahmen verwenden:
    Panorama-, Langzeit-, Feuerwerk-, Gewitteraufnahmen oder im Studio.

  4. Bernhard
      Juni 10, 2016 at 12:33 PM
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    Herr Schwabe, sehr schöner Kommentar. Hier sollte eins nicht vergessen werden.
    – Keine persönliche Angriffe, andere Meinungen respektieren
    – Aus allen Kommentaren kann ich nützliches herausnehmen und lernen
    – Manchmal nehmen wir das heraus was einem nur selbst gefällt
    – Meinungen wie: Das mache ich schon seit 30 Jahren so und das wird sich nicht ändern. Dann die Frage ist die Kamera auch noch die vor 30 Jahren. Sollte ich auch mal technische Hilfsmittel nutzen.
    – Dies alles ist doch auch Siuationsbedingt, ein Schnappschuss mit M, nach der Einstellung ist das Motiv weg. Eine Vollautomatik im Studio wird nie das gewünschte Ergebnis bringen.
    – Vielen Dank für den Bericht und die vielen Kommentare. Ich habe dazu gelernt, auch aus menschlicher Sicht.

  5. Rainer Wunderlich
    Raainer
      Juni 10, 2016 at 6:03 AM
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    En für mich recht eingängiger Artikel, der die unterschiedlichen Vorgehensweisen gut beleuchtet und einfach die unterschiedlichen Herangehensweisen zum weitgehend gleichen Ziel darstellt. Der Trugschluß mancher Fotografen liegt sicher in der dogmenhaften Handlungsweise “nur so geht’s”. Die vielfältigen technischen Möglichkeiten moderner digitaler Kameras lassen die -marketingbefeuerte- Erwartung entstehen, die kostspielige Kamera müsse auch unsere Bildidee lesen können und wie ein Thermomix das erträumte Bild-‘Menü’ herstellen. Will man die Klaviatur beherrschen, bleibt die Mühe des Erlernens der Parameter, der Technik und der Zusammenhänge Pflicht, sonst kann ich nicht gescheit fotografieren. Dieser Aspekt wird beim Beginner oft ausgeblendet. Solche Artikel sind daher absolut erhellend.

  6.   Mai 30, 2016 at 4:00 PM
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    Die ganzen Automatik-Modi sind keine willkürlich arbeitenden Funktionen, sondern basieren u.a. auf Entwicklungen und Erfahrungen von Menschen, die ein bissl was mit Fotografie zu tun haben. Am Ende zählt das Ergebnis und es ist vollkommen egal wie das entstanden ist. Komme ich mit ner Automatik nicht zu dem Ziel, das ich im Kopf habe, muss ich was ändern – letztlich bishin zur komplett manuellen Bedienung, wenn es anders nicht geht. Bei nem Kuchen fragt auch niemand, ob der mit nem Rührstab oder per Hand geknetet wurde.

    1.   Mai 31, 2016 at 1:42 PM
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      Ein Rühkuchen sollte nicht mit der Hand geknetet werden, der Teig ist weder “fluffig” genug noch glatt gerührt. Ein Schneebesen, manuell geführt, muss es mindestens sein.
      Aber ansonsten verwende ich in der Fotografie kaum noch Manuell, vor allem auch deshalb, weil das Objektiv meiner Lumix nicht manuell verstellbar ist und dann doch wieder halb manuell/automatisch arbeitet.

  7. Norbert Bormann
      Mai 22, 2016 at 8:56 PM
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    Ich finde die Diskussionen M, Av, Tv oder P manchmal doch ganz schön überzogen. Wer die Zusammenhänge von Blende, Zeit und ISO wirklich kennt erzielt in allen 4 Modi gleiche Ergebnisse. Man mus nur wissen in welcher Situation welcher Modus am effektvsten ist, das heist natürlich, das man seine Kamera auch beherscht.

  8. Henrik Kiefer
      Mai 21, 2016 at 8:47 PM
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    Ich bin nun wirklich nicht der Super Fotograf. Trotzdem möchte ich mal neine Meinung kundtun. Ich fotografiere am liebsten mit der P. Sollte es mal differenzierter sein benutze ich die Programmverschiebung. Unschlagbar bei Schnappschüssen. Dazu wähle ich nach Lichtverhältnissen die ISO. Wohlgemerkt für Alltagsfotos.Belichtung und Schärfe stimmen so gut wie immer. Im Studio und für geplante Fotos womöglich noch mit Stativ selbstverständlich manuell. Bei zu hell der zu dunkel benutze ich die Belichtungskorektur. Viel wichtiger finde ich
    Bildausschnitt außergewöhnliche Motive Bildfreistellung oder je nach Motiv genügende Tiefenschärfe.

  9. Klaus D. Huber
      Mai 21, 2016 at 12:07 PM
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    Ich stimme Martin voll und ganz zu, da ich ein leidenschaftlicher Av-Fotograf bin. Vielleicht auch deshalb, weil ich erst im digitalen Zeitalter angefangen habe “vernünftig” zu fotografieren. Außerdem habe ich festgestellt, daß meine Kunst scharf zu stellen immer dem Autofocus unterlegen ist. M kommt für mich nur in Frage wenn der Autofocus versagt, z.B. bei abnehmenden Lichtverhältnissen und im Studio mit Blitzen.

    1. Ingo
        Juli 21, 2016 at 4:15 PM
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      Wenn der Autofokus versagt, schalte ich ihn ab.

    2.   Juni 29, 2017 at 10:45 AM
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      Kann es sein dass Du hier AF und AV verwechselst?
      Af=Autofokus
      AV=Aperture Value, bei Canon die Einstellung für das Programm Blendenvorwahl bzw. Zeitautomatik. Bei Nicht-Canon-Kameras heißt das einfach A.

  10. Hans-Dieter Illing
      Mai 21, 2016 at 7:53 AM
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    Wer macht das Bild? Die Kamera oder der Fotograf? Puristen würden jetzt sagen, der Fotograf mit der Kamera. :-)
    Natürlich kann ich durch die gezielte Bedienung meiner Einstellungsmöglichkeiten in den Programm- oder Halbautomatiken zu den gleichen Ergebnissen gelangen wie im manuellen Modus. Und natürlich ist der manuelle Modus umständlicher. Aber das ist ja gerade der Vorteil für denjenigen der der Meinung ist, dass der Fotograf bestimmen sollte wie das Bild hinterher auszusehen hat und nicht die Kamera. Im manuellen Modus muss ich mich mit allen Parametern beschäftigen und muss bewusste Entscheidungen treffen. Belichte ich das Bild über oder unter? Will ich eine kleine oder große Tiefenschärfe? Was will ich mit dem Bild überhaupt aussagen? Bzw. warum mache ich dieses Bild überhaupt? Nur so entstehen spannende Bilder, die sich aus dem Mainstream herausheben. Kreativität heißt für mich neue Eindrücke vermitteln, die ich mit den Automatiken erst mal nicht bekomme, weil diese auf ein Standardbild und eine Standardbelichtung justiert sind.
    Zwei Einwände vielleicht noch: Ich kann eine Automatik auch so abändern dass ich mit ihr das gleiche Ergebnis wie im manuellen Modus erziele. Dann muss ich aber so tief in das Geschehen meiner Kamera eingreifen dass ich auch gleich manuell fotografieren kann.
    Und es gibt Situationen wie z.B. in der Sportfotografie, wo Automatiken nahezu unverzichtbar sind.
    Deshalb mein Fazit: Schön dass es die ganzen Automatiken gibt und sie sind auch eine echte Bereicherung. Aber auf Dauer unreflektiert angewandt machen auch “blöd” und “kreativlos”.

    1. Uwe
        Mai 31, 2016 at 2:10 PM
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      Wenn es schnell gehen muss, ist die Automatik einfach sicherer. Aber warum sollte ich mit der Blendenautomatik so lange herumspielen, bis die Kamera die gewünschte offene Blende macht? Da schalte ich auf Zeitautomatik und gebe die Blende vor.
      Und ich persönlich nutze meistens Av, wähle die Blende nach gewünschter Schärfentiefe und sehe mir die von der Kamera empfohlene Belichtungszeit an. Passt das Ergebnis – gut. Wenn nicht, kann ich sowohl mit der Korrektur anpassen oder ich schalte auf “M” und stelle mir dort die Werte ein, die mir angemessen erscheinen.
      Aber das ist für mich “Handwerk”, der Weg, wie ich meine Kamera bediene, um ein gewünschtes Bild zu erhalten. Die “Kreativität” brauche ich an ganz anderer Stelle. Nämlich bei der Vorstellung, wie das Bild überhaupt aussehen soll.
      Wichtig ist hier vielleicht auch der Unterschied zwischen “Schnappschuss” und “geplantem, komponierten, Bild”

      Mir gefiel der Beitrag allgemein nicht, weil er solche Dinge nicht in betracht zog. Ob M, Av, Tv, P: interessiert nicht. Wichtig ist das Ergebnis und (da hat der Autor recht!), dass ich weiss, warum es denn so wurde.

      1. Martin Schwabe
          Mai 31, 2016 at 2:31 PM
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        Es geht und ging weniger darum, Sinn und Zweck der einzelnen Modi zu erklären (dann wäre der Beitrag zu lang geworden). Das werden wir an anderer Stelle sicher noch genauer Betrachten. Es ging eher darum zu zeigen, das in jedem der genannten Modi exakt dasselbe Ergebnis erzielbar ist (wenn man denn möchte), egal ob es sinnvoll ist oder nicht. Auslöser waren die vielen Beiträge und Fragen in diversen Foren, die dort behaupten, dass man nur in M die Kamera völlig unter Kontrolle hat.

    2. Gowe
        Juni 11, 2016 at 7:25 AM
      Kommentar bewerten

      Das war die beste Antwort!

  11. Andre
      Mai 21, 2016 at 7:50 AM
    Kommentar bewerten

    Super Beitrag, habe schon viele Videos über Zusammenspiel von Zeit, Blende und ISO gesehen und mir damit schwer getan.
    Doch dieser Beitrag hat in kurzen und knappen Sätzen so wie Beispiele es mir super vermittelt.
    Ein Fortgeschrittener.

  12. Erich
      Mai 20, 2016 at 8:07 PM
    Kommentar bewerten

    Ich stimme dem Artikel voll und ganz zu.
    Wer die einzelnen Parameter begriffen hat (dieses vorausgesetzt), kommt in den meisten Situationen schneller mit den Halbautomatiken zurecht/zu einem guten Bild .
    Aber es soll ja auch Fotografen geben die meinen “nur Sie” und nicht die Kamera können die passenden Einstellungen wählen.
    Meisten nutzen diese dann aber auch in LR oder PS alle zur Verfügung stehenden Regler. ;-)

  13. THR Cadolzburg
      Mai 20, 2016 at 7:36 PM
    Kommentar bewerten

    Die Vollautomatik “P” ist wirklich kaum in der Lage, so zu fotofrafieren, wie es der Fotograf möchte. Aber “M” ist in manchen Situationen auch für erfahrene Fotografen aus der Analogzeit einfach zu langsam.
    Ich mache als Fotoamateur viel Theaterfotografie. Dort wird mit Lichtprogrammen gearbeitet, es kann von einer Sekunde auf die andere eine komplett andere Lichtstimmung herrschen, auch Dimmungen sind tückisch. Blitz ist natürlich verboten und Stativ nutzt nichts, da sich die Schauspieler ja bewegen. Da hilft nur eine Teilautomatik. Am besten Offenblende, Belichtungszeit etwa entsprechend der Brennweite und ISO über die Teilautomatik. Anders hat man kaum eine Chance, wenn man keine gute Szene verpassen will. Als Kamera sollte es dann schon ein rauscharmes Modell, z.B. Mittelformat sein.

    1.   Juni 29, 2017 at 10:55 AM
      Kommentar bewerten

      Ich würde mich schämen, die Lichtregie im Theater dermaßen zu ignorieren und mit Füßen zu treten. Selbstverständlich fotografiere ich im Theater mit M.
      Es ist der Regisseur der entscheidet welche Szene hell und welche dunkel zu sein hat. Dies der Kamera zu überlassen hieße einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Dramaturgie des Theaterstücks vorzunehmen, ein absolutes No-Go!
      Um gute Szenen nicht zu verpassen setzt man sich vorher mit dem Stück, den Schauspielern und vor allem mit der Probe auseinander. Es kann auch nicht schaden sich mit der Regie zu unterhalten. Dann wirst Du ein Gefühl dafür bekommen und kannst vorausplanen, statt reagieren zu müssen.

  14.   Mai 20, 2016 at 4:13 PM
    Kommentar bewerten

    Es gibt noch einen weiteren Punkt, der für die Automatik spricht: Einen korrekt belichteten Schnappschuss mit manueller Einstellung zu bekommen ist eher Glücksache, da man keine Zeit hat, alle Parameter auf die Schnelle zu korrigieren.
    Ich möchte grade aber Anfängern trotzdem empfehlen, erstmal viel mit manuellen Einstellungen zu arbeiten (natürlich nicht in Schnappschusssituationen), um die Zusammenhänge von Blende, Belichtungszeiten, ISO und deren Auswirkungen auf das Foto (Schärfentiefe, Bewegungsunschärfe, Rauschen) zu erfahren und um den Umgang mit den Einstellmöglichkeiten der Kamera zu üben.
    Und noch eine Situation habe ich aus der Praxis, in der manuelle Einstellung der Automatik vorzuziehen ist: mit einem Fremdobjektiv aus chemische Zeiten (Macro ohne jegliche Einstellmotoren) muss ich die Blitzaufnahmen zumindest ohne Zeit- und ISO-Automatik machen, da sonst unerwünschte Überbelichtungen und/oder zu lange Belichtungszeiten generiert werden (zumindest bei Canon 6D, externer Blitz, TTL-Steuerung).

  15.   Mai 20, 2016 at 3:55 PM
    Kommentar bewerten

    Kein Modus ist per se kreativ. das stimmt. Aber anstatt in P und Halbautomatiken die Messergebnisse runter und rauf korrigieren, kann man gleich in M fotografieren……das ist einfach sicherer. Deshalb ist es aber nicht kreativer…..
    Die ganzen Programm wie Sport, Landschaft, Porträt sind reine Marketingprodukte. Der Fotograf bleibt so lange “dumm”, bis er den M-Modus bemüht. Da lernt er direkt, was Sache ist. Alles andere ist nur für schnell……

    1. Martin Schwabe
        Mai 20, 2016 at 4:11 PM
      Kommentar bewerten

      Ich benutze M fast ausschließlich im Studio, weil es dort nicht anders geht, ansonsten eher nicht. Nach Deiner Definition bin ich also “dumm” geblieben?

      1.   Mai 20, 2016 at 4:23 PM
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        Ich glaube, Walo bezieht sich da auf Anfänger. Ich denke, du hast dich (möglicherweise schon in den chemischen Zeiten) schon ausgiebig mit den Kameraeinstellungen beschäftigt, vielleicht auch in deiner Ausbildung. Und wenn einem die Zusammenhänge und die Einstellungsfunktionen geläufig sind, ist es natürlich Banane ob Automatik oder nicht, sogar meist zeitsparend.
        Ich selber habe in Zeiten der manuellen Fotografie angefangen und tue mich darum mit Automatiken etwas schwer (wg. dem Mythos, der Gewohnheit oder auch Erfahrungen mit früheren schlechten Automatiken?). Ausnahme aufgrund abnehmender Sehfähigkeit bildet da der Autofokus.

        1. Martin Schwabe
            Mai 20, 2016 at 5:19 PM
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          Bevor wir Artikel schreiben, schauen wir uns schon intensiv in den vielen Fotoforen und Fotogruppen um, was die Leute dort beschäftigt. Wir schreiben selten etwas einfach nur, um es zu schreiben.
          Und tatsächlich lese ich oft gerade Anfänger, die aufgeschnappt haben, dass M ja der einzige wahre Modus sei und stellen die Kamera dann auf M und drehen solange an den Knöpfen, bis irgendwann ein Foto entsteht, dass ihnen gefällt. Können aber das Foto nicht reproduzieren, weil sie im Grunde gar nicht wissen, was sie eingestellt haben. Sinn und Zweck dieses Artikel war einfach darzustellen, dass nicht der Modus das Ziel sein soll, sondern das Verständnis der Zusammenhänge und wer die einmal verstanden hat wird eben – wenn er denn möchte – in M, P, Av oder Tv dieselben Ergebnisse erzielen, weil er eben weiß, was er tut.

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