fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview

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fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview
Bettina Dittmann

Fotografin Bettina Dittmann beeindruckt mit unglaublichen Eindrücken aus der Natur-, und vor allem der Tierwelt. Sie ist Expertin, wenn es darum geht, besondere Momente einzufangen und fasziniert mit Bildschärfe und toller Bildbearbeitung. Bettina fühlt sich wohl in der Natur, und kann in ihrem Beruf in die Fotografie und ins Grüne abtauchen. Ihr Hund ist als treuer Vierbeiner an ihrer Seite, wenn sie mal wieder auf Fototour ist. In ihren Fotos möchte Bettina vor allem Leichtigkeit erzeugen und setzt auf satte Farben und beeindruckende Bildbearbeitung. Außerdem legt Bettina bei ihrer Fotografie großen Wert auf Tierschutz. Für sie steht das Wohlergehen der Tiere an oberster Stelle, und wird bei ihren Aufnahmen stets respektiert.

Bettina ist neuerdings auch großer Back-Fan und spiegelt dies jetzt auch in neuen Fotoprojekten wieder! Wer weiß, vielleicht sehen wir bald die Ergebnisse auch hier in der fotocommunity?

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Was genau begeistert Dich an der Natur- und Tierfotografie?

Abgesehen davon, dass ich die Natur und Tiere über alles liebe, genieße ich dieses Freiheitsgefühl bei meiner Arbeit. Während andere im muffigen Büro sitzen müssen, schlendere ich fröhlich mit meinem vierbeinigen Begleiter durch die Wälder und kann beim Arbeiten auftanken. Ich könnte mir keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen.

 

fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview - Löwe
Löwe

 

Aber natürlich fesseln mich auch die Motive. Ich kann mich unheimlich an schönen Blüten oder niedlichen Tieren erfreuen. Es ist ein tolles Gefühl ein Tier in einer aussagekräftigen oder ungewöhnlichen Pose einzufangen. Wenn ich es dann noch schaffe den Betrachter emotional abzuholen, bin ich überglücklich!

 

In Deiner Profilbeschreibung sagst Du, Deine Welt ist „bunt“. Wie spiegelt sich das in Deinen Fotowerken wider?

Ich mag knallige Farben und bunte Bilder. Farben sind für mich ein Lebensgefühl. Schillernde Farben drücken etwas Positives aus und erhellen das Gemüt. Ich versuche der Schönheit der Dinge ein wenig nachzuhelfen um sie dem Betrachter in der Brillanz zu präsentieren, wie ich sie empfunden habe. Ausnahmen gelten natürlich für offensichtlich manipulierte Bilder, also Composings.

 

fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview - Chefkoch
Chefkoch

 

Was ist Dir am wichtigsten, wenn Du Tiere mit der Kamera einfängst?

Mir ist wichtig dass das Bild authentisch ist. Auch, wenn ich mit Photoshop die Bearbeitung oft ausreize, würde ich niemals die Aussage eines Bildes manipulieren. Der Moment muss echt sein und das Tier darf auf keinen Fall für ein Foto leiden oder einen Nachteil aus meinem Shooting ziehen. Dies gilt auch für meine Hundefotografie. Wenn die Konzentration oder Lust des Vierbeiners nachlässt, ist für mich Schluss.

 

Was bei Deinen Bildern sofort auffällt, ist die besondere Schärfe und die Akzentuierung Deiner Fotoobjekte. Wie schaffst du es, diese genaue Darstellung umzusetzen?

Um die Details so herausarbeiten zu können, bin ich zunächst auf gutes Ausgangsmaterial angewiesen. Wenn mich ein Foto nicht 100% überzeugt, gehe ich lieber noch einmal los. Es steckt eine Menge Nachbearbeitung in meinen Bildern. Da ich nicht mit Presets arbeite sitze ich oft 4 oder 5 Stunden an einem Bild – manchmal sogar noch länger. Ich arbeite viel mit dem Hochpassfilter und Gradiationskurven. Gerade Fell und Federn lassen sich mit der Dodge & Burn Technik super gut herausarbeiten. Leider kann mich da im Detail verlieren und es geschieht auch gar nicht selten, dass ich am Morgen danach völlig schockiert auf ein komplett überdreht bearbeitetes Bild sehe. Dann heißt es nochmal die letzten 15 Ebenen löschen, und neu anfangen. :-)

 

fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview - Pascha
Pascha

 

Die fotocommunity beschreibst Du als Deine Wurzeln. Wie hilft Dir die fotocommunity bei Deiner Weiterentwicklung als Fotografin?

Die fotocommunity war tatsächlich die erste Plattform, auf der ich meine Bilder präsentiert habe. Ich habe hier unheimlich viele Leute auch im realen Leben kennenlernen dürfen. Als ich noch ganz am Anfang stand, besuchte ich regelmäßig einen fotocommunity-Stammtisch in meiner Heimat. Die geduldigen Mitglieder haben mich langsam in die Welt der Fotografie eingeführt. Das war eine Zeit, in der ich noch nicht mal wusste, was Blende heißt – für was die überhaupt da ist.

Aber auch in der Zeit danach habe ich tolle Bekanntschaften gemacht. Man hat sich gegenseitig unterstützt, ausgetauscht, geholfen und somit auch weitergebracht.

 

Deine älteren Werke gehen in die Richtung „DigiArt“. Heute zeigst du eher „reale“ Situationen und Objekte. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Jein – Wenn ich mir meine alten Digiart-Veruche anschaue, ist das fast wie Fremdschämen :-) Aber es ist ja okay, man entwickelt sich weiter. Ich liebe Fotomontagen, aber es fehlt mir oft an der nötigen Zeit oder auch ganz einfach an passendem Ausgangsmaterial für meine Ideen. Auf Dauer Stockfotos kaufen finde ich unangemessen, und das würde ich mir ehrlich gesagt auch preislich nicht antun wollen. Es ist ein Mischung aus vielen Gründen. Derzeit bastle ich hin und wieder ein paar kleine Arbeiten mit meinem kleinen besten Freund zusammen.

 

fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview - Siesta
Siesta

 

Welche Tiere sind besonders „fotogen“ für Dich? Gibt es Favoriten in der Auswahl?

Oh nein, alle Tiere sind fotogen. Vielleicht gehe ich die Frage andersherum an. Es ist einfacher zu beantworten, welche Tiere ich nicht soooo gerne fotografiere: Ich stehe überhaupt nicht auf Actionvogelfotos. Also Adler in Flugshow oder Rotmilan über dem Seerosenweiher. Ich weiß, es gibt von anderen Fotografen exzellente Fotos in dieser Richtung, aber mich selbst würde es langweilen stundenlang in die Luft zu gucken um auf einen Piepmatz zu warten.

 

fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview - Back-Bord
Back-Bord

 

Oft sind die Tiere auf Deinen Fotos in Bewegung. Wie schaffst du es, diese raschen Bewegungen einzufangen, ohne ein „wackeliges“ Ergebnis zu erzeugen?

Naja … mal ehrlich: Ich zeige euch doch nur die scharfen Fotografien. ;-)
Aber natürlich gibt es ein paar Tricks für verwacklungsfreie Aufnahmen. Das Wichtigste ist die Vorwahl einer kurzen Verschlusszeit. Bei schnellen Motiven wähle ich eine Zeit zwischen /2500 und 1/4000 vor. Bei schlechtem Licht ist man bei derart kurzer Verschlusszeit leider gezwungen den ISO-Wert zu erhöhen. Ich versuche nicht über ISO 1.600 zu kommmen, damit ich für die Nachbearbeitung noch ausreihend Fellstruktur habe. Den Bildstabilisator schalte ich bei raschen Bewegungen übrigens fast immer ab.

 

Was würdest Du Fotograf*innen ans Herz legen, die sich auf die Natur- und Tierfotografie spezialisieren wollen?

Mein einziger Rat: Gebt Geld aus für gute, lichtstarke und leichte Objektive. Alles andere macht auf Dauer keinen Spaß.

 

fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview - Sauwetter
Sauwetter

 

Wilde Tiere zu fotografieren kann sicherlich eine große Herausforderung sein. Welche Tipps und Tricks befolgst Du, wenn du wilde Tiere mit der Kamera einfangen möchtest?

In erster Linie übe ich mich in Geduld. Man sollte sich mit den Lebensgewohnheiten der Tiere vertraut machen: Wann fressen sie, wo schlafen sie, wann und wie jagen sie ? Ich bin gar nicht so sehr auf „Wildtierpirsch“. Zum einen ist das meinem neuen Mitbewohner – meinem Hund – geschuldet, zum anderen habe ich eben oft nicht die Zeit einen bestimmten Bau oder eine Tierfamilie tage- oder auch wochenlang zu beobachten.

 

fotocommunity Fotografin Bettina Dittmann im Interview - Black Swan
Black Swan

 

Ich gebe mich deshalb mit weniger anspruchsvollen Motiven wie Insekten, Amphibien oder Echsen zufrieden. Auch Nutrias sind dankbare Motive, da sie oft an den Menschen gewöhnt sind.
Vielleicht ist es sinnvoll zunächst klein anzufangen. Ein paar angefütterte Vögel im Garten können tolle Motive abgeben. Es muss nicht immer der scheue Luchs sein.

 

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