Fotos ausrichten und entzerren – Teil 2: Schiefe Fotos

fotos-ausrichten-entzerren-theorie-teil-2-teaser

In Zusammenarbeit mit SIGMA
Im ersten Teil dieser Artikelserie war alles noch trockene Theorie. Das ändert sich mit diesem Teil … ein wenig.

Auch in diesem Teil wird ein wenig Theorie nötig sein, aber zu der Theorie zeigen wir Dir anhand konkreter Beispiele die praktische Umsetzung. Anhand dieser Beispiele, die wir Dir Schritt für Schritt und mit vielen Fotos und Screenshots zeigen, wirst Du schnell das Konzept des Ausrichtens und Entzerrens verstehen und umsetzen können.

Dabei werden wir Dir nicht nur den schnellen und korrekten Umgang mit den Werkzeugen der Bildbearbeitung vorstellen, sondern auch zeigen, wie Du schon bei der Aufnahme Fehler durch den korrekten Umgang mit der Kamera vermeiden kannst.

Gedrehtes

Unser Gleichgewichtssinn hält uns aufrecht. Und das ist gut so.

Nur haben wir diesen Sinn nicht in unseren Händen, die eine Kamera halten.

Wir haben nur eine gewisse Übung und Erfahrung bezüglich unserer Hände, die uns helfen, die Kamera gerade zu halten, also letztendlich das Foto auszurichten. Daher läuft auch morgens nicht der Kaffee aus der Tasse. Aber wir haben hier kein menschliches Präzisionswerkzeug zur Hand, da unser Gehirn dazu neigt kleine Fehler von selbst auszugleichen. Kleine Fehler im Gesehenen werden korrigiert, ohne dass die kameraführende Hand tatsächlich etwas ändert. Diese kleine menschliche Schwäche ist dann später häufig auf den Fotos zu erkennen – wenn Du weißt, auf was Du schauen musst. Das Foto ist einfach nicht gerade.

Hilfsgitter aktivieren

Viele Kameras bieten daher im Sucher ein Hilfsgitter an. Dieses Gitter musst Du in den Einstellungen aber oft erst aktiv einschalten. Alternativ lassen sich bei einige Kameras die Mattscheibe wechseln, um so Gitterlinien in den Sucher zu bekommen. Mit einem solchen Hilfsgitter ist das Ausrichten einer Kamera schon wesentlich einfacher, als bei freier Sicht durch einen Sucher oder auf einem Monitor.

Tipp: Wenn Du weder Gitterlinien einblenden, noch die Mattscheibe wechseln kannst, dann kannst Du Dich bei der Ausrichtung durch den Sucher an den AF-Feldern orientieren, die eingeblendet werden. Mit ein wenig Übung reichen die Felder aus, um die Kamera sauber vertikal oder horizontal auszurichten.

Noch präziser, wenn aber eher selten nötig, ist die Ausrichtung der Kamera per Wasserwaage/Libelle. Diese gibt es digital bereits häufig in Kameras eingebaut oder analog zur äußeren Anbringung an der Kamera oder dem Stativ. Diese Wasserwaagen helfen beim Positionieren zur Horizontalen, wenn kein Horizont sichtbar ist, aber es horizontal ausgerichtet sein soll.

Ein einfaches Beispiel hierfür ist ein Wolkenfoto ohne Horizontlinie oder landschaftliche Ausschnitte mit Bergen/schiefen Flächen.

Wolkenfoto-ohne-Horizontlinie
Ohne Hilfe kann kein Betrachter hier die wahre Drehachse zur Horizontalen finden. Von Hand kannst Du hier auch nur schätzen. In diesen Fällen hilft eine Wasserwaage oder Libelle. Dieser Vorgang ist aber in diesem Beispiel gestalterisch unwichtig.

Bildanalyse

Für die Analyse nehmen wir jetzt einmal ein wirklich schlimmes Foto unter den Gesichtspunkten der Ausrichtung und Entzerrung Schritt für Schritt auseinander. Dieses Beispiel sollte Dir helfen, bei Deinen eigenen Fotos diese wichtigen gestalterischen Kleinigkeiten zu erkennen. Zu den Gegenmaßnahmen kommen wir später.

Bildanalyse-Ausrichtung-Entzerrung
Ich habe für diesen Artikel extra ein weniger gutes Foto als Beispiel genommen, um Dir zu zeigen was Du so alles falsch machen kannst.

Die Horizontale

Der Horizont als Grundlage für die Ausrichtung ist in diesem Foto schnell zu finden, denn der Meeresspiegel ist immer gerade. Natürlich wissen wir auch, dass die Erde eine Kugel ist, aber bezogen auf deren Umfang betrachten wir einen derart kleinen Bildausschnitt, dass wir in erster Näherung den Horizont wirklich als Gerade betrachten können. Im Grunde ist das Meer ja die größte Wasserwaage, die möglich ist. Viele würden jetzt das Bild einfach nur drehen, bis die Horizontale passt.

Bildanalyse-mit-Gitterlinien
Ein aufgelegtes Gitter macht schon viele „Fehler“ deutlich. Aber im ersten Schritt ist die Ausrichtung des Fotos in die Horizontale wichtig.

Es gibt hier viele Möglichkeiten ein Foto zu drehen. Das hängt von Deiner genutzten Software ab. In meinem Fall nutze ich das „Gerade-ausrichten-Werkzeug (A)“ von Adobe Camera RAW (ACR).

Aber es ergibt sich etwas Eigenartiges. Das Meer ist negativ positiv gewölbt!

gewoelbtes-meer

Du siehst den Kisseneffekt Tonneneffekt meines genutzten Objektives.

  • Kissenförmig: bedeutet, dass alle Linien, die nicht durch die Mitte laufen, zum Rand hin nach innen gebeugt sind.
  • Tonnenförmig: bedeutet, dass alle Linien, die nicht durch die Mitte laufen, nach außen gebeugt sind.

Zum Glück bietet meine Software hier einfache Abhilfe. Sie hat eine Datenbank mit vielen Objektiven, die diese Verzerrung automatisch korrigiert.

Verzerrung-korrigiert

Erst jetzt ist mit dem „Gerade-ausrichten-Werkzeug (A)“ ein vernünftige Drehung des Fotos zur Horizontale möglich.

Die Flucht

Dadurch, dass ich die Kamera ein wenig nach oben gerichtet habe, sind die Fahnenmasten richtig schief – oder doch nicht? Sie folgen in Wirklichkeit nur der Flucht des „Objektives“ – also der tatsächlichen empfundenen Linie.

Während wir vor Ort den Auslöser drücken, kommt uns das alles nicht so extrem vor. Besonders dann nicht, wenn wir nicht durch eine Kamera schauen. Das haben wir unserem Gehirn zu verdanken, denn es hat eine wunderbare Ausrichtungsautomatik. Wir sehen das Eigenartige erst später richtig arg auf unserem Monitor oder auf einem Ausdruck.

Fluchtpunkte

Das Foto hat gute visuelle Fluchtpunkte, die aber nicht konsistent zu erfassen sind. Die zwei, die die Horizontlinie kreuzen (Grün), werden visuell durch die Linien in den Platten der Pier bestimmt. Die andere Fluchtlinie, die der Fahnenmasten, liegt extrem weit außerhalb des Fotos. Aufgrund der ungünstigen Lage der Fluchtpunkte fällt es dem Betrachter schwer sie optisch wahrzunehmen und als Korrektur zu verarbeiten.

Edit vom 20.07.2016 des Autors:

Während der Aufnahme hätte ich diesem Effekt entgegenwirken können, in dem ich eine viel höhere Position gewählt hätte, wäre ich in die Hocke gegangen wäre der Sturz der Masten noch um einiges größer.

Von einem höheren Standpunkt hätte ich die Masten zur Abbildungsebene planer gehabt, diese Möglichkeit stand mir aber nicht zu Verfügung.

Während der Aufnahme hätte ich diesem Effekt entgegenwirken können, in dem ich eine viel tiefere Position gewählt hätte, ich hätte in die Hocke gehen können oder sogar noch tiefer. Dadurch hätte ich die Kamera mehr nach oben drehen können und so den Sturz der Fahnenmasten vermindert.

Das Bild ist aber nur im Vorbeigehen entstanden. Es ist daher nur im Gehen geknipst und dient auch nur als plakatives Beispiel dank der deutlichen Vertikalen der Fahnenmasten.

Korrektur in der Theorie

Du solltest bei der Korrektur auf diese eigenartige vertikale Flucht verzichten und das Bild einfach auf Dich zu kippen. Das ist vergleichbar mit einem Stück DIN-A4 Papier direkt vor Dir. Durch das Kippen jeder planen Fläche zum Betrachter verändern sich die Fluchten/Linien.

Foto-kippen
Rein theoretisch und virtuell hab ich das Foto nur auf mich zu gekippt. Dadurch korrigiere ich grob die Ausrichtung der Fahnenmasten.

Mit dieser Methode korrigierst Du aber nicht nur die vertikalen Fluchtlinien, wie Du später noch erkennen wirst, sondern durch das Kippen kannst Du alle normalen Fehler in den Perspektiven korrigieren.

Hinter dieser inversen Projektion liegt auch der ganze banale Trick. Ich projiziere mein Foto einfach nicht plan, sondern drehe und kippe es „virtuell“, bis es wieder gerade und korrekt wirkt. So wurden schon in Dunkelkammern früher analoge Fotos verbessert. Der Aufwand war nur deutlich höher.

kippen-foto-beispiel
Alleine das „Kippen” des Fotos auf Basis dieser zwei Linien macht das Bild schon viel angenehmer.

Es ist also gar nicht so schwierig, ein nicht perfektes Foto ein wenig aufzupolieren. In meinen Beispiel ist es allerdings auch sehr einfach die Fluchten zu erkennen und durch dieses Wissen dem „Kippen“ entgegenzuwirken.

final-ausgerichtet
In der final ausgerichteten und farblich überarbeiteten Version des Fotos ist schon erkennbar, wie sehr sich das Foto verbessert hat. Zumindest dafür, dass es ein nicht wirklich gut gemachtes/geknipstes Foto ist. Final würde ich noch ein wenig retuschieren. Besonders die abgeschnittenen und durchgeschnittene Menschen wirken dann doch ein wenig dumm. Aber zum Thema “bildnötige Retusche” kommen noch einige Artikel in der Zukunft.

Wie dieses “Kippen” einfach mit fast jeder modernen Bildbearbeitungssoftware umzusetzen ist, zeige ich Dir in den folgenden Artikeln zur Serie. Und dies mit einer Vielzahl von Bildbeispielen. Warum mit vielen Bildbeispielen? Es bedarf schon einiges an Übung dieses Wissen auch praktisch umzusetzen.

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25 Kommentare

  1. pixselphilsov
      Februar 18, 2017 at 7:19 PM
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    erst einmal möchte ich dem Autorenteam ein dickes Lob für die Darstellung und Vermittlung der verschiedenen Themen aussprechen, ich bin mir nicht sicher, (da ich kein perspektivisches Sehen habe), aber ich glaube deine Objektivkorrektur ist leicht daneben gegangen, deine Fluchtlinien sind etwas seltsam, schaue Dir bitte einmal die letzten 4 Flaggenmasten von links aus gesehen an, achte auf den roten Pfosten, die Poteste der Flaggen und die Position der Sitzbänke an, das ganze kommt mir nur etwas seltsam vor und ich habe kein Problem damit wenn diese mail gelöscht wird

    1. Norbert Eßer
        Februar 19, 2017 at 3:03 PM
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      Wir löschen kaum bis gar nicht irgendwelche Kommentare. Die Funktion, dass wir diese erst Freigeben hat mit Spam zu tun. Wir stellen uns jeglicher Kritik, auch wenn es manchmal echt schwer ist den Inhalt zu verstehen.

      Bei deinem Kommentar ist jedenfalls alles bestens und wir bedanken uns für den Hinweis und das Lob.

  2. Ursula Splieth
      Oktober 26, 2016 at 4:22 PM
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    Hallo,

    ich habe auchdas Shift Programm, PSE 13 und Gimp, und jongliere hn und her, wie ich welches Bild am Besten hinbekomme.

  3. Andre
      August 20, 2016 at 2:05 PM
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    Kurzer Tip zu “kein Geld” für Fotoprogramme wie Photoshop.
    Seit dem Photoshop nur noch verliehen wird, kann man das ältere CS2 auf der Adobe-Seite kostenlos herunterladen! Man muss sich halt nur mal regestrieren . Also ganz offiziell!- Wenn es auch ca 10 Jahre alt ist, ist es die Vollversion.
    Es gibt eben nur keine Update mehr.

    1. Wilfried Krämer
        September 3, 2016 at 3:31 AM
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      Ich bin aber der Meiunng, dass du es dir nur dann runterladen kannst, wenn du vorher schon eine Adobeversion besessen hast.

      1. Reiner
          September 4, 2016 at 9:14 PM
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        Eine vorherige Adobeversion ist nicht erforderlich !

    2. Rainer
        Juli 13, 2017 at 10:42 PM
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      Aber bei RAW ist dann das Ende der Fahnenstange erreicht(aktualisierung). aber ein guter Ratschlag für den kleinen Geldbeutel in einem anderen Format.

  4. wolfram Becker
      Juli 26, 2016 at 2:30 PM
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    Hallo, ein schwieriges Thema was eine interessante Diskussion nach sich gezogen hat. Sicher müssen nicht alle Linien gerade sein — der optische Eindruck zählt ! Stürzende Linien können auch eine hohe Dynamik in das Foto bringen. Es gibt ein kostenloses Programm zum Entzerren : Shift. Die Ergebnisse sind auch nicht immer gut aber ausprobieren kostet nichts.
    Ich korrigiere mit LR und PSE. Auch da gibt es Grenzen. Ev. lieber die Linien stürzen lassen. Aber den Beitrag zur ” Froschperspektive ” finde ich gut. Mal wieder eine interessante Anregung. Danke

    1. Wilfried Krämer
        September 3, 2016 at 3:33 AM
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      Ich habe mit Shift schon gute Ergebnisse erziehlt.

  5. Carlos-Aarón
      Juli 20, 2016 at 12:34 PM
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    Hallo Herr Norbert Eßler,
    bin gerade dabei, mich in das Bearbeitungsprogramm “GIMP” einzuarbeiten.
    Kann bereits stürzende Linien begradigen und bin stolz auf den kl. Erfolg.
    Freue mich schon auf den nächsten Artikel. Noch eine Frage, gibt es noch ein anderes Bearbeitungsprogramm das auch sehr gut ist und kostenlos wie GIMP, vielleicht aber einfacher zu bedienen? Mir fehlen leider die finanziellen
    Möglichkeiten für die Photoshop-Programme. Würde mich über Hinweise sehr freuen.
    LG Carlos-Aarón

    1. Norbert Eßer
        Juli 20, 2016 at 2:57 PM
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      Gimp ist schonmal das richtige Programm – wenn auch ein wenig sperrig. Es lohnt sich in das Programm reinzuarbeiten. Es gibt tausende User und viel Hilfe im Internet bei Fragen.

      Es gibt so viele Programme ausser Gimp und Photoshop, dass wir hier kaum auf bestimmte eingehen können. Unsere Hilfestellungen sind bei allgemeinen Artikeln auch meist so formuliert, dass man diese auch in den meisten anderen Programmen umsetzen kann. Am besten ist es ein Programm zu nutzen was ein Freund oder Bekannter bereits nutzt und gut drin ist. So ist bei Fragen schnell Hilfe zu Stelle.

      1. Carlos-Aarón
          Juli 20, 2016 at 6:07 PM
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        Hallo Norbert,
        herzlichen Dank für die Antwort. Werde weiterhin mich in das Programm “GIMP” einarbeiten.
        FG
        Carlos-Aarón

  6. THR Cadolzburg
      Juli 20, 2016 at 8:27 AM
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    Hallo Norbert,
    ich schließe mich ganz Walter Kunze an.
    Ein weiteres Problem kommt bei der Entzerrung oft hinzu und sollte besprochen werden: Hat man z.B. ein hohes Gebäude fotografiert und per Bildbearbeitung gerade ausgerichtet, so sieht es aus, als würde es nach oben auseinanderplatzen.
    Erklärung: Der Kopf des Betrachters erwartet stürzende Linien aufgrund der Perspektive, “rechnet” diese heraus, bekommt dann aber keine, weil korrigiert wurde. Wie lässt sich das vermeiden?
    Dieser Effekt ist um so intensiver, je niedriger die Kameraposition war.
    Herzliche Grüße
    Thomas

    1. Elke
        Juli 21, 2016 at 2:49 PM
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      Wenn ich dazu etwas raten darf…:
      Es kommt in der Tat auf die erkennbare Fotoperspektive an. Wurde zum Beispiel eine Gebäudezeile aus größerer Entfernung fotografiert, wird dieser von Ihnen sehr richtig geschilderte Effekt kaum auftreten, da hier nahezu keine Froschperspektive ersichtlich ist. Hier kann m.E. “gefahrlos” gerade ausgerichtet werden.
      Sobald aber die Froschperspektive auch nur ansatzweise erkennbar wird (Entfernung des Fotografen / Betrachters zum Motiv), sollte man nicht 100 % vertikal ausrichten, sondern nur eine allzu extreme Verzerrung teilweise abschwächen. Der geübte und wachsame Blick wird hier das Richtige erkennen, wie weit man bei dem Bild mit der Entzerrung gehen sollte, um noch einen – eben zu obigem Phänomen – stimmigen Bildeindruck ohne unnatürliche Extrema zu schaffen.

  7.   Juli 20, 2016 at 12:19 AM
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    schließe mich dem Unverständnis des “in die Hocke gehens an” :).
    Diese Fotografierlektionen finde ich sehr gut! Es wäre schön, wenn es unter den einzelnen Lektionen noch eine Möglichkeit gäbe, sich diese als PDF-Datei herunterzuladen.

  8. Elke
      Juli 19, 2016 at 11:47 PM
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    Mit dem Sturz der Masten, daß dieser doch aus der Froschperspektive bei tieferer Aufnahmeposition, eben nicht reduziert, sondern noch mehr verstärkt wird, haben die betreffenden Kommentatoren auch meiner Ansicht nach recht!
    Und – hinzu kommt folgendes:
    Es handelte sich bei dieser Verzerrung hier NICHT um einen Kissen-, sondern um einen Tonneneffekt, weil hier alle Linien außerhalb der Horizontal- und Vertikal-Mittellinie nach AUSSEN gekrümmt sind, NICHT nach innen!
    Der Meereshorizont liegt UNTERHALB der Horizontal-Mittellinie. => diese Linie ist von daher nach außen gekrümmt, Richtung Bildrand – nicht nach innen. Dieses sieht man auch, wenn man genau hinschaut, bei den äußeren Fahnenmasten, daß deren Linien nach außen = Richtung Bildrand gewölbt sind. Sprich: Tonneneffekt!

    1. Norbert Eßer
        Juli 20, 2016 at 11:48 AM
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      Auch diesen falschen Teil des Artikels habe ich korrigiert. Danke für den Hinweis.

  9. WALTER KUNZE
      Juli 19, 2016 at 10:14 PM
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    Lieber Norbert Eßer,
    es geht um die unerwünschte Flucht der Fahnenmasten. Sie schreiben dazu:

    “Während der Aufnahme hätte ich diesem Effekt entgegenwirken können, in dem ich eine viel tiefere Position gewählt hätte, ich hätte in die Hocke gehen können oder sogar noch tiefer. Dadurch hätte ich die Kamera mehr nach oben drehen können und so den Sturz der Fahnenmasten vermindert.”

    Diesen Ratschlag verstehe ich nicht ganz. Ist es nicht im Gegenteil so, dass sich bei tiefer positionierter Kamera der Sturz der Masten sogar noch erheblich verstärkt? (Größere Entfernung der Mastenspitzen, größere Nähe der Mastfüße zum Betrachter = ausgeprägtere Perspektivenflucht!) Meines Erachtens müsste ich die Kamera auf jeden Fall auf Höhe der Mastenmitte halten, um die Flucht zu verringern (womit ich mir dann allerdings einen Kissen-Effekt einhalten könnte).

    Ein weiterer Aspekt müsste noch erwähnt werden: nachdem ich das Foto an der oberen Kante auseinandergezogen habe (Ergebnis: Trapezform des Fotos, siehe Bildbeispiel), mag zwar der unerwünschte Sturz entfernt sein. Allerdings stimmen dann die Längenverhältnisse der Masten nicht mehr, sie wirken zu kurz, auch alle anderen Bildelemente wirken unschön gestaucht. Das bedeutet, dass das Bild im Anschluss noch entlang der Vertikalen feinfühlig ein wenig in die Länge gezogen werden muss – ein Arbeitsschritt, der mit Augenmaß leicht zu vollziehen ist, wenn man (wie z.B. bei PhotoShop) die Originalebene zum Vergleich heranziehen kann.

    Mit freundlichem Gruß,
    Walter Kunze

    1. Elke
        Juli 19, 2016 at 11:38 PM
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      Sehr gut, Ihre Einwände, Herr Kunze! Kann ich nur so bejahen!

    2. Norbert Eßer
        Juli 20, 2016 at 10:34 AM
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      Die Kritik ist vollkommen richtig. Hier hat leider unser Gegenlesen nicht funktioniert. Ich habe tatsächlich das eine geschrieben und das andere gedacht. Ich werde den Folgeartikel noch um weitere Beispiele erweitern, in dem ich dieses Phänomen nochmal genauer beschreibe und dann richtig darstelle.

      In diesem Artikel werde ich den Satz umformulieren und den falschen durchgestrichen stehen lassen damit neue Leser diese korrekten Kommentare zuordnen kann.

      vielen Dank für das Aufmerksammachen
      Norbert

  10. ANDREAS
      Juli 19, 2016 at 7:15 PM
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    Klasse ! , mit Bispiele die typisch sind. SUPER !

  11. Olaham
      Juli 19, 2016 at 6:42 PM
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    Ich frage mich warum das ein weniger gutes Foto ist? einige Kriterien wurden ja schon genannt, aber diese pauschale Verurteilungist wenig hilfreich und schon gar nicht angebracht. Wir wissen nämlich auch, dass Geschmack und Schönheitsempfinden individuell sehe unterschiedlich sind. Am beispiel von diversen Kunstwerken – z.B. Fettfleck von Beuys, Installationen der unterschiedlichsten Art, “Kunstwerke”, usw. – rufen immer wieder Begeisterung oder Abscheu hervor. Deshalb noch mal die Frage: Warum ist das “extra ein weniger gutes Foto”? Der umfassende Kriterienkatalog wäre deshalb von Anfang an ein hilfreiches Werkzeug um der Meinung des Beurteilenden zuzustimmen oder dessen Meinung abzulehnen.

    1. Norbert Eßer
        Juli 20, 2016 at 11:46 AM
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      Ich bin in vielen Artikeln auf die Freiheit der Fotografie/Kunst/Bewertung eingegangen. Jeder darf seine Fotos bewerten wie er möchte und sollte einen eigenen Geschmack entwickeln. Ich fordere sogar dazu auf. Hier aber bewerte ich mein fotografiertes und gezeigtes Foto als nicht optimal.

      Deine Sicht ist ebenfalls vollkommen akzeptabel.

  12. Giovanni
      Juli 19, 2016 at 6:33 PM
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    Sie schreiben “ich hätte in die Hocke gehen können oder sogar noch tiefer. Dadurch hätte ich die Kamera mehr nach oben drehen können und so den Sturz der Fahnenmasten vermindert”.
    Das verstehe ich nicht nach meinen Erfahrungen: aus der Froschperspektive nach oben fotografieren verstärkt eher stürzende Linien. Wenn, dann hätten sich der Surz der Fahnenmasten durch eine höhere Aufnahmeposition (zB aus halber Höhe der Masten) vermindern lassen, was natürlich den Bildaufbau ziemlich verändert hätte.

    1. Elke
        Juli 19, 2016 at 11:49 PM
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      Sehr richtig, meiner Ansicht nach!

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