Schnell entzerren – Korrektur der Bildperspektive

Mit dem Transformierenwerkzeug im Camera RAW Converter lassen sich im Handumdrehen stürzende Linien ausgleichen. Maximilian Weinzierl zeigt Dir in dieser Serie, wie Du aus einer RAW- Datei das Optimum für Dein Bild herausholst.

Der Limburger Georgsdom, oberhalb der Altstadt von Limburg an der Lahn Bei diesem Foto wurde die Per­spektive im Camera RAW Converter korrigiert, das Titelbild zeigt die Original­aufnahme, wie sie mit dem 24­mm­ Weitwinkel an der Vollformat­ Nikon D850 auf­ genommen wurde.
Foto: Maximilian Weinzierl

Übertrieben stürzende Linien im extremen Weitwinkelbild können ein Gestaltungselement zur Steigerung der Bildaussage sein. Meist möchte man stürzende Linien jedoch – vor allem im Architekturbild – vermeiden.

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Das ist möglich, wenn sich der Fotograf auf halber Höhe des Motivs befindet, also die Kamera nicht nach oben verkanten muss, um das Bauwerk aufs Bild zu bringen. Eine elegante Möglichkeit wäre auch die Verwendung eines PC-Objektivs zum Tilten und Shiften. Beides war hier nicht möglich, deshalb die ditgitale Perspektivkorrektur des kippenden Doms bei der Entwicklung im RAW-Konverter.

Schritt 1: Der Transformieren Dialog

Der Transformieren­-Dialog
Der Transformieren­-Dialog
Foto: Maximilian Weinzierl

In der Menüleiste des RAW­-Konverters befindet sich auch ein Transformieren-Werkzeug (grüner Pfeil). Wird es angeklickt, erscheint auf der rechten Seite das Transformieren­-Menü mit Schiebe­reglern für die einzustellenden Parameter. Hier könnte der versierte Anwender mit den einzelnen Schiebereglern eine manuelle Korrektur vornehmen. Es geht aber auch automatisch, schnell und be­quem, und das Resultat ist in jedem Fall als Basis für individuelle Nachjustierungen geeignet.

Schritt 2: Vertikales Ausrichten

Vertikales Ausrichten <br/>Foto: Maximilian Weinzierl
Vertikales Ausrichten
Foto: Maximilian Weinzierl

Wenn man mit dem Cursor ins Bild klickt und dabei ein wenig zieht, erscheint eine gestrichelte Linie in der Bildfläche (grüner Pfeil). Die Linie kann mit dem Cursor an die erste stürzende Kante im Bild ange­legt werden (roter Pfeil). Sobald diese Prozedur mit einer zweiten Linie (hier an der gegenüberliegenden Kante) wieder­holt wird, richtet sich das Bild automa­tisch vertikal aus, d.h. der Dom springt in eine vertikal korrigierte Lage (Auswirkung siehe nächstes Bild).

Schritt 3: Horizontales Ausrichten

Horizontales Ausrichten <br>Foto: Maximilian Weinzierl
Horizontales Ausrichten
Foto: Maximilian Weinzierl

Zudem kann eine weitere gestrichelte Linie aufgezogen und an eine Horizontale im Motiv angelegt werden, falls diese nicht im rechten Winkel zur Vertikalen steht (grüner Pfeil). Der Dom wird somit absolut gerade ausgerichtet. Allerdings wird auch die Bildfläche an den unteren Ecken massiv angeschnitten. Deshalb ist es bei Architekturaufnahmen, in denen später die Perspektive digital korrigiert werden soll, in jedem Fall empfehlenswert, die Umgebung möglichst großzügig mit aufzunehmen.

Schritt 4: Skalieren

Skalieren <br/>Foto: Maximilian Weinzierl
Skalieren
Foto: Maximilian Weinzierl

Mit dem Regler „Skalieren“ (grüner Pfeil) wird das Motiv wieder auf die ursprüng­liche Größe gebracht. Mit „Versatz X“ bzw. „Versatz Y“ (roter Pfeil) kann das Motiv im Bildbereich nach rechts und links bzw. oben und unten verschoben werden.

Schritt 5: Feintuning

Feintuning <br/>Foto: Maximilian Weinzierl
Feintuning
Foto: Maximilian Weinzierl

Das automatische Transformieren bringt auf Anhieb ganz passable Ergebnisse. Nun kann das Bild noch beschnitten (nächstes Bild) oder gleich in Photoshop geöffnet werden. Hier wird die Aktion nach individuellem Geschmack noch manuell verfeinert bzw. angepasst. Das Gebäude wird noch minimal gedreht (grüner Pfeil) und die vertikale Korrektur wird leicht zurückgenommen (roter Pfeil). Manchmal erscheint es harmonischer, wenn die stürzenden Linien nicht voll­ends korrigiert sind. Das ist aber reine Geschmackssache.

Schritt 6: Ins Format bringen

Ins Format bringen <br/>Foto: Maximilian Weinzierl
Ins Format bringen
Foto: Maximilian Weinzierl

Im Menü ist ebenfalls das Freistellungs­werkzeug aufgeführt. Ein Klick auf das Symbol (grüner Pfeil) öffnet das Recht­eck mit den Anfassern (roter Pfeil). Damit kann das Motiv perfekt ins Format einge­passt bzw. zugeschnitten werden. Die durch das Transformieren entstandenen pixellosen Bildareale werden abgeschnit­ten, sie könnten auch – vor allem wenn es sich um plane Stellen ohne diffizile Details handelt – in einem weiteren Schritt in Photoshop aufgefüllt werden (Stempelwerkzeug oder Fläche inhalts­basiert füllen). Ein Klick auf „Bild öffnen“ (blauer Pfeil) öffnet das perspektivkorri­gierte Bild in Photoshop.

 


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