Licht in der Fotografie: Zangenlicht

Ohne Licht kein Foto: In diesen kurzen Artikeln betrachten wir verschiedene Lichtcharaktere und zeigen, wie die Art des Lichts ein Foto bestimmt. Maximilian Weinzierl zeigt an Beispielen die Wirkung von verschiedenen Beleuchtungsarten und gibt Tipps, wie Du die Besonderheiten des Lichts für Dich nutzt, um Stimmung und Atmosphäre in Dein Foto zu bringen.

Dieser Artikel stammt aus dem ColorFoto-Magazin 04-2018.

Besonderheiten des Lichts

Wie der Name sagt, wird hier das Motiv beleuchtungstechnisch von zwei Seiten in die Zange genommen. Zangenlicht kommt häufig bei Nah- und Makroaufnahmen zum Einsatz.

Zwei externe Blitzgeräte sitzen dabei gleichberechtigt links und rechts der Kamera. So mit Licht bombardiert, wird keine Stelle des Motivs unbeleuchtet bleiben bzw. im Schatten verschwinden; eine bewährte Anordnung, wenn keine Zeit für lange Überlegungen zum Lichtkonzept ist (zum Beispiel bei Outdoor-Makroaufnahmen von flüchtenden Tieren).

Bei Freihandaufnahmen kann man am schnellsten reagieren, wenn die beiden Lichtquellen am Objektiv montiert sind, wie beim Nikon Makroblitz-Kit R1C1.

Nikon Makroblitz-Kit R1C1
Nikon Makroblitz-Kit R1C1
Foto: Maximilian Weinzierl

So lässt sich im Makrobereich auch ein eventueller Objektivschatten verhindern. Mit Zangenlicht entstehen aussagekräftige Dokumentationsfotos, jedes Detail wird sichtbar.

Diese Beleuchtungsart kann aber auch, gerade weil im Foto keine definierte Lichtrichtung auszumachen ist, relativ unspektakulär wirken. Es sei denn, man hat ein Motiv, das symmetrisch ist und durch die gleichverteilte Ausleuchtung in seiner Wirkung noch betont wird – wie die rote Anthurie.

Lichtaufbau für das Anthurienbild
Lichtaufbau für das Anthurienbild
Zwei gleichmäßig angesteuerte Systemblitzgeräte sind in gleichem Abstand neben der Kamera positioniert; ihr Licht nimmt die Blüte in die Zange. Der Hintergrund ist zu weit vom Aufbau entfernt, als dass sich harte Schattenwürfe abbilden könnten.
Foto: Maximilian Weinzierl
Rote Anthurienblüte
Rote Anthurienblüte – Ein symmetrisches Motiv mit Zangenlicht ausgeleuchtet
Nikon D850 | 60mm/KB | ISO 64 | f/22 | 1/125s
Foto: Maximilian Weinzierl

Fallen die Schatten allerdings auf einen nahen gleichmäßigen, Hintergrund, können sich harte Schattenwürfe ungünstig überkreuzen und den Betrachter verwirren. In diesem Fall sollten die beiden Blitzgeräte besser asymmetrisch in ihrer Leistungsabgabe geregelt oder räumlich verteilt angeordnet werden.

Feuersalamander
Feuersalamander – Die Nahaufnahme vom Feuersalamander wurde mit zwei gleich starken Blitzgeräten aufgenommen, die sich links und rechts neben der Kamera befanden; erkennbar an den beiden Lichtre exen, die sich im Auge spiegeln.
Nikon D700 | 105 mm/KB | ISO 200 | f/22 | 1/125 s
Foto: Maximilian Weinzierl

Weitere Licht-Arten im Überblick

Bisher sind folgende Artikel in dieser Themenreihe erschienen:

Autor: Maximilian Weinzierl

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2 Kommentare

  1.   April 7, 2018 at 9:43 AM
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    Tiere mit Blitz zu maltretieren finde ich nicht gut!
    Sonst ist das aber kurz und gut wiedergegeben.

  2. Anne
      April 6, 2018 at 10:59 AM
    Kommentar bewerten

    Danke für eure tollen und informativen Artikel, ich hab die Fotoschule gerade erst entdeckt und kann nicht aufhören! :) Echt eine riesige Hilfe, vor allem mit den Exif-Daten und all euren Tips!

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