Wie Gruppenshootings Deine fotografischen Fähigkeiten verbessern

Gruppenshooting

In Zusammenarbeit mit SIGMA
In diesem Artikel wirst Du erfahren, dass es viel Spaß und Sinn macht, sich mit anderen Fotografen zusammenzutun und ein Gruppenshooting zu organisieren oder sich an so einem Shooting zu beteiligen. Wir werden Dir zeigen, wie man es initiiert und organisiert und welche Vorteile es für alle Beteiligten bringt. Wir werden Dir hier am Beispiel eines aktuellen Studioshootings die Umstände und die Fallstricke aufzeigen.

Die Idee

Sicher hast Du schon viele Dinge rund um das Thema Fotografie gelernt. Deine eigenen Erfahrungen sind immer noch die besten Lehrmeister. Vielleicht gibt es auch fotografische Situationen, die Du bereits vollständig beherrschst und locker umsetzen kannst. Du hast vielleicht sogar die „großen Vier“ im Griff: Blende, Zeit, ISO und Fokus (falls nicht, haben wir hier die Erklärung für Dich).

Trotzdem wird es immer wieder Wissenslücken geben, bei denen Du Dich vielleicht nicht traust zu fragen, um nicht als unwissend da zu stehen. Oder es gibt einfach ein Verständnisproblem, das sich bisher nicht mit normalen Lehrmitteln lösen ließ.

Auch die Fotoschule der fotocommunity wird in manchen Situationen nicht helfen können oder es ist einfach zu aufwendig, für die Beantwortung einer kleinen kurzen Frage (die Du vielleicht noch nicht einmal genau formulieren kannst) seitenweise die Fotoschule durchzuarbeiten.

Diese kleinen Fragen fangen bei der Technik an und hören zum Beispiel bei Modellverträgen auf. Ich selber arbeite seit 20 Jahren als professioneller Fotograf und entdecke immer wieder Dinge, die ich schlichtweg nicht weiß oder Dinge, die ich bisher nicht benötigte. Und zusätzlich verändert sich auch noch die Fototechnik (Hard- und Software) in großen Schritten und bringt neue Fragen und Probleme mit. Hier immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist schlicht weg unmöglich.

Aber es gibt eine geniale Abhilfe für Dich: Ein Gruppenshooting mit Freunden, Bekannten und anderen Menschen mit der Leidenschaft Fotografie.

Bei einem zwanglosen Beisammensein im Rahmen eines solchen Gruppenshootings werden viele Informationen fast schon nebenbei ausgetauscht. Zusätzlich ergibt sich oft auch eine Inspiration für kommende Projekte und Fotos und es bilden sich neue Kontakte und sogar Freundschaften. Eine Gruppe Fotografen, die sich zusammenfindet, um gemeinsam ein Projekt umzusetzen, ist die beste Informationsquelle für den eigenen fotografischen Fortschritt, die Du finden kannst.

Natürlich triffst Du auch hier und da andere Fotografen, aber die Gruppendynamik eines solchen Treffens ist unschlagbar. Zusätzlich macht es einfach eine Menge Spaß, etwas zusammen zu erleben.

Informationsquelle Google

Hast Du schon einmal über eine neue Kamera nachgedacht oder ein neues Objektiv?

Im Normalfall wirst Du dann vermutlich ins Internet gehen und nach Testergebnissen und User-Meinungen bei Google suchen. Aber sind solche Meinungen glaubhaft? Du hast ja schon viel über solche Tests und User-Bewertungen gelesen oder im Fernsehen gesehen. Oft sind Redakteure nicht „gänzlich“ objektiv und User in Foren oder Bewertungsportalen tendieren oft dazu, als Prediger ihrer eigenen Marke aufzutreten. Also zum Beispiel: „Kauf dir bloß nicht XYZ, hatte ich mal, war schlecht. Jetzt habe ich UVW und bin begeistert“.

Solche Aussagen können sogar bei diesem User mit seinen Wünschen und seinen Bedürfnissen zutreffen, aber sie taugen wenig, wenn es darum geht, was Du kaufen solltest.

Informationsquelle Fachzeitschriften/Fachbücher

Als Nächstes folgt der Gang zum Kiosk oder in die Bücherei, um Fachzeitschriften und Fachbücher zu studieren. Dort wird oft viel über Technik geschrieben und alles sehr genau vermessen. Aber ist ein gewünschtes Objektiv gut genug für Dich, wenn es im Test aber nur Dritter wurde? Liegt die Kamera gut in der Hand, obwohl der Test ihm keine gute „Usability“ zuschreibt? Gute Werte in den „Dead Leaves“, eine „angenehme Aberrationscharakteristik“, ein „sattes Gefühl“ beim Drehen des Zoomrings… sind das die Eigenschaften, die Du suchst? Von denen Du weißt, was sie bedeuten?

Informationsquelle Fachhändler

Meist geht man dann noch zum Fachhändler und lässt sich das gewünschte Zubehör zeigen und mehr oder minder erklären. Der Verkäufer ist schon von Natur aus selten ein kompetenter Berater. Er interessiert sich schließlich vordringlich für den Verkauf.

Und wer kennt nicht die Berichte von Bekannten etwas viel zu teures oder viel zu aufwendiges Zubehör gekauft zu haben – und das nicht nur im Bereich Fotografie. Im Fachgeschäft für Fotografie ist dies nicht anders.

Ich möchte hier sicher nicht alle Fachverkäufer über einen Kamm scheren, es gibt sensationelle Ausnahmen. Leider findet man wirklich kompetente Verkäufer sehr selten und so ist man dem Wort des Verkäufers als Anfänger und Semiprofi ausgeliefert und entdeckt erst nach dem Kauf, dass hier etwas nicht gestimmt haben kann.

Informationsquelle Gruppenshooting

Neben diesen klassischen Möglichkeiten der Informationsgewinnung, gibt es auch das Gruppenshooting.

Bei einem Gruppenshooting kannst Du in aller Ruhe und nah an der Praxis eine Kamera eines anderen Teilnehmers ausleihen und intensiv erklären lassen, vielleicht sogar mit eigener Speicherkarte testen. Oder Du kannst einfach ein anderes Objektiv aufschrauben und damit experimentieren, ohne es gleich kaufen zu müssen. Eines, das Du schon immer nutzen wolltest, aber dessen realen Mehrwert nicht einschätzen konntest. Und vor allem musst Du nicht die Regale beim Fachhändler fotografieren, sondern richtige Motive in passender Umgebung.

Bei einem solchen Event hast Du alle Zeit der Welt, alle Infos kommen von Menschen, die sich für Fotografie begeistern, aber nicht unkritisch sind und Du kannst sofort eigene Erfahrungen sammeln.

Es geht aber noch viel weiter: Bei einem Gruppenshooting – in unserem folgenden Beispiel in einem Fotostudio – hast Du vielleicht das erste Mal einen Blitzfunkauslöser auf Deiner Kamera und steuerst damit 3-4 Blitzköpfe. Vielleicht hast Du noch nie über eine solche Technik nachgedacht oder Du hast Dich bisher überhaupt nicht für diese Technik interessiert, kanntest sie vielleicht vorher gar nicht. Du kannst vielleicht auf viele verschiedene Lichtgeber, Blitze und Stative zurückgreifen oder Dich mit den Vorteilen von der direkten Wi-Fi-Übertragung auseinandersetzen. Dies sind alles Dinge, die in der puren Theorie nicht viele Erkenntnisse bringen. Wenn Du damit aber dann Dein erstes selbst fotografiertes Modellfoto Dein Eigen nennst, bist du vielleicht so begeistert, dass Du Dir sofort ein eigenes Heimstudio einrichten möchtest.

Natürlich sind nicht nur Gruppenshootings mit dem Thema Studiofotografie interessant. Auch alle anderen Genres lassen sich in einer Gruppe viel besser erfahren und erleben. Ob Makro, Natur, Sterne oder Akt, in der fotocommunity gibt es für jedes Thema die richtigen Mitwirkenden. Und dazu kommt noch eine tolle Funktion der fotocommunity. Es gibt einen Kalender für Termine! Du wirst überrascht sein, wie viele dieser Events rund um dein Zuhause dort angeboten werden!

Die Menschen

Natürlich muss die Chemie stimmen, Du musst die „richtigen“ Menschen treffen, die Deine Interessen teilen. Das sind natürlich Fotografen mit guten Kenntnissen zum Thema des Treffens. Aber selbst wenn in der Gruppe kein „Profi“ dabei ist, auch in einer Gruppe von Anfängern können alle Teilnehmer viel voneinander lernen. Aus eigener Erfahrung: das Thema Fotografie verbindet. Ich habe schon mit Menschen zusammen Shootings gemacht, mit denen ich mich privat nie treffen würde, weil wir zu unterschiedlich sind. Ich habe Shootings erlebt, wo der 18jährige Jüngling mit Freude und Engagement seine Fotos mit einer 70jährigen Fotografin diskutiert hat. Die Freude am Foto hat beide zusammengeführt.

Das erste Mal

Schon das zweite Treffen wird richtig locker sein, aber das erste Mal ist vielleicht ein kleiner Sprung über Deinen eigenen Schatten.

Jeder hat seine eigenen Hemmnisse, wenn es darum geht, sich einer fremden Gruppe anzuschließen. „Bin ich vielleicht Ballast für die Gruppe“ oder „Ich will nicht stören – ich bin ja blutiger Anfänger“ sind häufige Gedanken. Zudem gibt es auch vermeintlich verschworene Gruppen, bei denen Du vielleicht annimmst, dass die sicher keinen „Neuen“ unter sich haben wollen.
Am besten gehst Du in diesem Fall mit einem Bekannten zum ersten Treffen. Dieser Freund oder Bekannte muss nichts mit Fotografie zu tun haben. Vielleicht ist es einfach nur ein Modell oder die Person, die die „Location“ zur Verfügung stellt. Er ist aber zumindest Stütze und Anlaufpunkt für den Anfang.

Ich kann dir aber versichern, dass Du immer mit offenen Armen zu solchen Events aufgenommen wirst. Es steht ja nicht nur die Fotografie im Vordergrund, sondern auch die Gesellschaft.

Stammtische und Interessensgruppen

Ich selbst habe einen Stammtisch in Köln, zu dem ich Dich natürlich hiermit herzlich einlade. Ein Stammtisch hat entgegen eines einzelnen Foto-Events die Wiederholung im Auge. Bei uns bilden sich schon richtig enge Freundschaften und der Gedankenaustausch beim Bierchen oder Wein ist eine feine Sache. Das Gruppenshooting ist hingegen trotzdem deutlich näher an der Praxis. Es geht aber auch Beides. Sieh Dich mal in den Terminen der fotocommunity um.

Es sind Termine von Usern für User, ein echter Mehrwert gegenüber den meisten anderen Fotoplattformen.

Spaß steht an erster Stelle

Natürlich steht bei einem solchen Event der Spaß an erster Stelle. Alles andere läuft eh nebenbei. Und man sollte sich nicht zu viel vornehmen und es werden durch die Antworten neue Fragen entstehen. Diese kann man ja dann getrost beim nächsten Gruppenshooting oder bei einem Stammtisch erörtern. Und wenn Du Dich dann am Ende eines solchen Shootings auf eine Tasse Kaffee oder ein Bier mit den beteiligten zusammensetzt oder vielleicht sogar der Grill angeworfen wird, dann wird es endgültig ungezwungen und bietet die ideale Atmosphäre zum Fachsimpeln und Fotos diskutieren.

Neue Freunde

In der fotocommunity hat man schnell Bekanntschaften und neue Freunde gefunden. Im Kalender der fotocommunity sind solche Termine schnell gefunden und ist es ist einfach ein solches Event dort selbst zu organisieren. Du musst also keinen passenden Termin finden, sondern stößt dort einfach selbst ein gemeinsames Shooting an.

Fang erst einmal klein an und halte den Spaß im Vordergrund.

Du musst nicht gleich ein aufwendiges Gruppenshooting erstellen, ein guter Anfang ist ein Termin zum Wandern und Fotografieren oder ein Treffen von Makrofotografen im eigenen Garten. Und wenn auch beim ersten Mal nur 2-3 weitere Fotografen kommen, so ist das ein guter Anfang um Kontakte zu knüpfen. Ich habe noch nie von einem Treffen gehört, dass sich nicht gelohnt hat. Aber Vorsicht, bei Erfolg spricht sich so ein Treffen schnell herum. ;-)

Das Gruppenshooting

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In diesem von fünf Fotografen (Amateure) zusammen betriebenen Studio haben wir uns getroffen. Es ist alles vorhanden für ein Modelshooting. Großartige Ausstattung und tolle Menschen.
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Ein Fotograf hatte die Bildidee mit einem Striptease eines Modells in einer Kiste. Das Modell zieht sich immer weiter aus (in sechs Stufen), und später werden die einzelnen Schritte in einem Bild zusammengebracht.
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Während dieses Set eingerichtet wird, planen die anderen Fotografen ihre Ideen und besprechen mit der Visagistin die Details, damit die anderen Modelle geschminkt und vorbereitet werden können. und ein anderes Model macht sich fertig.
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Ankleiden, Schminken, Besprechen, da alles in der Gruppe stattfindet, hast Du viel Gelegenheit von den Erfahrungen der anderen zu profitieren.
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Erste Bildkontrolle der Einstellungen und des Lichtes.
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Korrektur des Blitzkopfes. Auch hier schaut man gerne mal zu.
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Du siehst dem erfahrenen Fotografen wortwörtlich über die Schulter. Was für Werte nutzt er, wie dirigiert er das Modell?
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Kibitzen erlaubt und erwünscht. Was kann man ändern oder was ist bereits gut? Austausch unter Fotografen in Reinkultur.
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Auf die Ergebnisse des anderen Sets ist man gespannt bei dem Outfit.
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Hier kleiner Hinweis von mir als Beobachter an das Model und den Fotografen, dass sich noch Druckstreifen abbilden. Also doch noch eine Tasse Kaffee trinken und warten bis die Abdrücke wieder verschwunden sind.
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In andere Fotokoffer zu schauen ist oft interessant und aufschlussreich.
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Wichtige Ausstattung für jedes Studio: Süßigkeiten. Nichts ist besser bei frustrierten Kindern und zickigen Modellen.
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Hilfe ist immer zur Hand bei einem solchen Shooting: Der hilfreiche und ausgebildete Nebelmaschinenknopfbetätiger.
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Auch mal einen Blick bei der Visagistin riskieren. Was braucht man für Platz und Ausstattung für so ein Make-Up
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Und wenn es dem Fotografen zu viel wird mit den altklugen Sprüchen, wird er sicher ein Signal geben.
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In den Pausen gibt es Kaffee und Gebäck und natürlich die Modellverträge. Wenn Du noch keine eigenen Verträge hast, kannst Du sicher eine Kopie mitnehmen und sie nach Deinen Bedürfnissen anpassen.
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Nach einer groben Besprechung hat sich der Fotograf für einen weiteren Blitzkopf entschieden und shootet die sechs Bilder erneut, sinnvollerweise diesmal in umgekehrter Reihenfolge.
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Gut ist auch hin und wieder sich die Situation aus der Sicht des Modells anzusehen.
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Hund und Freund des Modells beobachten die Szenerie natürlich mit Argusaugen.
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Wichtig ist immer wieder die Bildkontrolle. Erst hier fallen einem technische und inhaltliche Fehler auf. Noch besser ist eine solche Kontrolle auf einem Laptop oder Tablett.
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Und nicht vergessen. Essen, trinken, Spaß haben. So hat man einen tollen Tag.

Fazit

Gruppenshootings bringen Dich weiter!

  • Du kannst die Technik der anderen Fotografen ausprobieren.
  • Du kannst mit anderen Menschen, die Deine Leidenschaft sammeln, gemeinsam an Projekten arbeiten.
  • Du lernst die Ideen und Arbeitstechniken der Fotografen kennen und kannst Deine eigenen Prozesse anpassen.
  • Und: Gemeinsam Fotografieren macht einfach unglaublich viel Spaß!

Vielen Dank an alle Mitwirkenden und den Organisatoren für einen tollen Tag und Danke für die Erlaubnis mit der Kamera überall mal rein halten zu dürfen.

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