Grundeinstellungen von Lightroom

In Zusammenarbeit mit SIGMA

Um die Serie der der Artikel über die Grundeinstellungen abzuschließen, folgt nun der Einblick in die wichtigsten Einstellungen von Adobe Lightroom. Wie bereits in den vorherigen Artikeln erwähnt, schneide ich nur die wesentlichen Punkte an. Jede Einstellung kann für Dich wichtig sein und für andere wiederum nicht. Aber um sich einen Überblick zu schaffen, und der ist bei Lightroom wirklich nötig, haben wir Dir hier die wichtigsten Punkte einmal zusammengefasst.

In dieser Serie sind bereits erschienen:

Die Grundeinstellungen finden sich bei Mac und PC Systemen an unterschiedlichen Stellen. Leider halten sich nicht alle Hersteller einer Software an die allgemeinen Vorgaben. Bei Windows-Systemen findet man häufig die Einstellungen unter dem Menüpunkt „Hilfe“ oder unter dem Menüpunkt „Datei“ oder aber, wie bei Bridge unter dem Menüpunkt „Bearbeiten“.

 

Aber bevor Du nun loslegst, raten wir Dir unseren Grundsatzartikel über Einstellungen noch einmal sorgfältig durchzulesen.

Das Zurücksetzen der Einstellungen

Einstellungen sind schnell gemacht und bei Fehlern ist es jederzeit möglich, alle Grundeinstellungen wieder auf den Zustand nach der ersten Installation zurückzusetzen. Leider hat Adobe bisher das Zurücksetzen, also das Resetten der Einstellungen, nicht generell in das Einstellungspaneel eingebaut, sondern man muss ein wenig um die Ecke denken. Es ist aber leichter, als es aussieht. Um einen vollen Reset zu machen, löschst Du nur eine Datei, in der die eigenen Einstellungen geschrieben stehen. Fehlt diese, startet Lightroom beim nächsten Start mit den Standardeinstellung.

Obligatorischer Hinweis: Backup, Backup, Backup. Denke immer daran ein Backup zu machen, bevor Du etwas veränderst.

Wiederherstellen der Standardvoreinstellungen

  1. Wechsel zum folgenden Verzeichnis:
    Mac OS: [Benutzername]/Library/Preferences/
    Windows Vista und höher: Users\[Benutzername]\AppData\Roaming\Adobe\Lightroom\Preferences\
  2. Lösche die folgende Datei (Windows) bzw. ziehe sie in den Papierkorb (Mac OS):
    Mac OS: com.adobe.Lightroom4.plist
    Windows: Lightroom 4 Preferences.agprefs

Du kannst Dir die Dateien auch speichern oder umbenennen zum späteren Gebrauch. Wie bereits erwähnt: Es ist alles kein Zauberwerk.

Zurücksetzen von Vorgaben auf die ursprünglichen Startwerte

Weißt Du gerade nicht, was Du alles „verstellt“ hast, dann kannst Du die Starteinstellungen wieder zurücksetzen.

Klicke dazu im Dialogfeld „Voreinstellungen“ unter „Vorgaben“ im Bereich „Lightroom-Standardeinstellungen“ auf eine der Schaltflächen zum Wiederherstellen der verschiedenen Optionen.

Die Einstellungen des Programms

Kommen wir nun zu den Einstellungen des Programms an sich. Da Lightroom als „eierlegende Wollmilchsau“ gedacht und programmiert ist, sind viele Einstellungen ganz von Deinem Einsatzgebiet des mächtigen Programms abhängig. Daher gibt es auch weniger allgemeine Tipps von uns für die Einstellungen. Du musst Dich ein wenig durcharbeiten und bei der ein oder anderen Optionen auch die Hilfe in Anspruch nehmen, die Adobe Dir im Menü anbietet.

Allgemein

Interessante Einstellungen sind hier:

Katalogeinstellungen

Es gibt für den Katalog außerhalb der normalen Einstellungen ein erweitertes Einstellungspanel. Es ist wenig verdreht es hier nochmals aufzuführen, da es per Menü auch aufzurufen ist.

Import-Dialogfeld anzeigen, wenn …

Viele Programme bieten Dir so eine Automatik. Diese überschreiben sich gerne und nerven im Grunde nur. Schließlich weißt Du ja selbst am besten, wenn Du etwas von der Kamera herunterladen willst oder nicht. Der Downloader selbst ist gut, Du kannst ihn aber auch manuell starten. Es ist für den USB-Port der Kamera wesentlich schonender, wenn Du nicht die Kamera anschließt, sondern die Fotos von der Speicherkarte über einen Kartenleser herunterlädst (meist geht das auch schneller).

Vorgaben

Interessante Einstellungen sind hier:

Lightroom-Standardeinstellungen

Wie bereits oben erwähnt sind die Lightroom Einstellungen mannigfaltig und verwirrend. Wenn man sich verrannt hat, kann man hier Teile der Einstellungen wieder zurücksetzen.

Externe Bearbeitung

Interessante Einstellungen sind hier:

Mit Original stapeln

Diese Option ist super, um von einem Ausgangsbild mehrere verschiedene Versionen an einem „Ort“ in Lightroom abzulegen. Unabhängig davon, wo sich die Datei auf der Festplatte befindet. Startest Du zum Beispiel Photoshop und bearbeitest ein Bild dort, um zum Beispiel eine kleine Retusche zu machen, wird das gespeicherte Bild dann als Stapel hinter das Original gelegt.

Dateibenennung bei externer …

Hier kannst Du direkt eine Muster für die Namen der einzelnen Bearbeitungen festlegen. Dies ist praktisch bei vielen Versionen ein- und desselben Fotos.

Dateiverwaltung

Interessante Einstellungen sind hier:

Camera Raw Cache-Einstellungen

Hier kannst Du den Cache, also die für das Verarbeiten von RAW Daten nötigen Daten, auf ein schnelles Laufwerk auslagern. Hast Du zum Beispiel eine SSD in Deinem Computer, dann ist das Ablegen dieser temporären Daten hier besonders sinnvoll, denn es beschleunigt die Arbeit enorm und die Verarbeitung der RAW-Daten geht um einiges schneller.

Benutzeroberfläche

Interessante Einstellungen sind hier:

Alle optischen Einstellmöglichkeiten

Hier stellst Du Dir Dein „Wohnzimmer“ nach Deinen Vorlieben ein. Ich bevorzuge immer noch die helle Darstellung mit schwarzen Text. Das entspricht meiner Gewohnheit, obwohl viele Programme dazu übergehen dunklen Hintergrundfarben mit negativen Text als Standard zu verwenden.

Leistung

Interessante Einstellungen sind hier:

Camera Raw

Hier stellst Du die Beschleunigung der Anzeige des Camera RAW Moduls ein. Du findest diese Einstellung auch in ACR selber. Warum es hier nochmals aufgeführt wird, ist mir ein Rätsel. Aber trotz allem solltest Du natürlich die Möglichkeiten der Grafikkarte ausnutzen, die sie Dir bietet. Es fühlt sich flüssiger an, wenn Du mit Beschleunigung des Grafikprozessors arbeitest. Zoomen und Schwenken ist mit eingeschalteter Option extrem schnell und flüssig.

Lightroom mobile

Interessante Einstellungen sind hier:

Alle oder keine

Wenn Du die mobile Version von Lightroom verwendest, sind alle Optionen recht wichtig. Nicht nur der Zugang selber ist hier einzutragen, sondern auch der Speicherort für die Bilder zur Synchronisation. Zusätzlich bekommst Du in diesem Panel auch noch Informationen was gerade im Hintergrund alles passiert. Ich verwende diese Onlineoption nicht da, ich mit anderen Cloudfunktionen besser klar komme (Dropbox/ICloud/Eigener Server).

Netzwerk

Interessante Einstellungen sind hier:

Keine. Wer benutzt heute schon noch einen Proxy-Server…

Katalogeinstellungen

Adobe hat die Einstellungen für die so genannten Kataloge in ein anderes Menü gepackt. Was zuerst verwirrt, macht aber schlussendlich Sinn, denn die Katalogeinstellungen werden pro Katalog gespeichert.

Allgemein

 

Interessante Einstellungen sind hier:

Sicherung

Wenn Du vielleicht kein regelmäßiges Backup deines gesamten Computer machst, kann Dir diese Einstellung helfen wenigstens die mühsam aufgebauten Kataloge regelmäßig zu sichern. Natürlich macht das nur Sinn, wenn dies auf einem anderen Laufwerk (extern zu bevorzugen) geschieht. Den Intervall kannst Du im Dropdown-Menü auswählen.

Dateihandhabung

 

Interessante Einstellungen sind hier:

Vorschau-Cache

Hier kannst Du Lightroom richtig Beine machen. Denn es ist um ein Vielfaches schneller ein reduziertes Vorschaubild zu laden, als eine riesengroße RAW-Datei, aus der dann erst eine Vorschau generiert werde muss. Um diesen Teil des Caches nicht zu groß werden zu lassen, lohnt es sich die 1:1 Vorschauen nach einer gewissen Zeit zu löschen. 1:1 bedeutet in diesem Fall, dass die Vorschau auf die Monitorgröße in Pixel mal Pixel berechnet wird. Bei heutigen Monitoren mit einer Auflösung von 3000px * 2000px (und mehr) können Vorschauen sogar größer werden, als die eigentliche Datei. Daher ist hier das automatische „Putzen“ des Caches sinnvoll.

Metadaten

Interessante Einstellungen sind hier:

Bearbeitung

Änderungen automatisch in XMP speichern. Diese Option solltest Du ruhig anschalten. Auch wenn die eigentliche Bilddatei dann eine sehr kleine Schwesterdatei bekommt, ist dies sinnvoll. Denn nur Lightroom kennt die vorgenommenen Änderungen in Deinen Fotos. Die XMP-Datei ist zwar nicht standardisiert, aber vielleicht lässt sich nach einem Wechsel zu einem anderen Programm die ein oder andere Einstellung wenigstens auslesen.

Gesichtserkennung

Über die generellen Probleme von Gesichtserkennung und GPS Daten haben wir hier in der fotocommunity-Fotoschule schon in einer Artikelserie hingewiesen. Aber es gibt auch einen anderen Gesichtspunkt, warum diese Option gerne abgeschaltet werden sollte:

die  Geschwindigkeit.

Wenn Du einen großen Datenbestand Dein Eigen nennst und diesen importierst, wird Lightroom (zwar im Hintergrund) immer alle Bilder nach Gesichtern absuchen und diese mit schon bekannten Mustern vergleichen. Das kostet unglaublich viel Computerpower.

Damit beenden wir diese kleine Serie zu den Grundeinstellungen. Wenn nun noch Fragen offen sind, dann nur her damit in die Kommentare. Wir werden sie nach bestem Wissen beantworten.

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5 Kommentare

  1.   Oktober 9, 2016 at 3:55 PM
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    Leider nur sehr oberflächliche Erklärung der Menüs. Hatte gehofft, als Newby (erst seit 1 Jahr LR-Nutzer) noch richtig was zu lernen. Die Grafikkartenunterstützung sollte nicht grundsätzlich eingeschaltet werden, das ist nur bei ganz bestimmten Grafikchips (siehe Adobe Hilfe) förderlich, bei meinem nicht, was ich auch erst sehr spät herausgefunden habe.
    Vielleicht bringen mich die weiteren Teile ja vorwärt.
    VG

    1. Martin Schwabe
        Oktober 9, 2016 at 6:56 PM
      Kommentar bewerten

      Hallo Holger,

      der Artikel ist nicht oberflächlich, sondern macht das, was der Titel sagt: Die Grundeinstellungen beschreiben. Es geht nicht darum Lightroom komplett zu erläutern, da gibt es noch sehr viel darüber zu schreiben, aber ein Schritt nach dem anderen.

  2. Rolf Meier
      September 9, 2016 at 8:32 PM
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    Im Entwicklermodul lassen sich bei mir gewisse Regler (z.B. Belichtung) nur mit einer schier unerträglichen Verzögerung verschieben.
    – «Grafikprozessor verwenden» ist aktiviert.
    – Gesichtserkennung ist deaktiviert.
    – Keine weiteren Programme sind geöffnet
    Hat dieses Phänomen allenfalls etwas mit falschen Voreinstellungen zu tun?
    P.S. Dieses Problem habe ich bei Photoshop nicht.

    1. Norbert Eßer
        September 9, 2016 at 10:30 PM
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      Schalt mal probeweise die Grafikprozessorunterstüng aus.

      1. Sharpshooter
          September 9, 2016 at 11:00 PM
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        Ja genau – das war auch bei mir das Problem…

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