Grundeinstellungen: Das Prinzip

Grundeinstellungen-Prinzip-Teaser

In Zusammenarbeit mit SIGMA
Ich möchte Dich in dieser Artikelserie motivieren, Dich intensiver mit den Grundeinstellungen der Programme zu beschäftigen, die der Fotograf im Alltag benötigt.

In diesen Grundeinstellungen verstecken sich oft viele unerkannte Möglichkeiten, Deine Arbeit zu beschleunigen oder angenehmer zu gestalten. Einige Dinge werden Dir vielleicht schon bekannt sein, es macht aber trotzdem Sinn, sich mit diesem Thema systematisch auseinanderzusetzen und die verschiedenen Optionen im Detail durchzugehen. In dieser kleinen Serie lege ich den Schwerpunkt auf die Programme Photoshop, Lightroom, Bridge und Adobe Camera Raw (ACR). Grundsätzlich solltest Du aber die Prinzipien der vorgestellten Voreinstellungen auch bei jedem anderen Programm entsprechend anwenden können.

„Ich verstell da nix“

Ich habe oft erlebt, dass Einstellungen nicht gerne „verstellt“ werden, da dort oft Möglichkeiten vermutet werden, das Programm „kaputt“ zu verstellen.

Ich werde Dir zeigen, dass diese Sorge unbegründet ist.

In diesem Teil erfährst Du mehr über das Basiskonzept hinter diesen Einstellungen und wie Du ganz grundsätzlich damit umgehen kannst.

Du kannst nichts kaputt machen

Um Eines direkt vorweg zunehmen: Es gibt keine Gründe nicht mit den Einstellungen zu experimentieren, Du kannst nichts kaputt machen. Schlimmstenfalls wird das Programm etwas langsamer.

  1. Erstens ist alles einfach und recht schnell wieder in den Grundzustand (nach der Installation) zu versetzen.
  2. Du musst keine Entscheidungen für die Ewigkeit treffen, eine spätere Optimierung oder Verbesserung ist jederzeit möglich.

Du kannst jederzeit Einstellungen ändern – denn dafür sind sie da!

Viele Basiseinstellungen findest Du deckungsgleich in vielen unterschiedlichen Programmen, egal ob Bildbearbeitung oder Office-Paket. So findest Du zum Beispiel oft Möglichkeiten einer komfortablen Speicherung von neuen Dokumenten oder wie der Cursor aussehen soll, wenn Du verschiedene Funktionen nutzt. Es finden sich aber auch komplexere Einstellungen, wie die Zuweisung von Speicherplatz zu einem „Cache“ oder Einstellungen rund um die Zwischenspeicherung von Dokumenten.

Die Einstellungen haben vielleicht alle einen anderen Namen und finden sich oft in den Menüs an einem anderen Ort, aber im Grunde sind viele von ihnen vergleichbar in ihrem Aufbau und ihrer Absicht. Wenn Du einmal „drin“ bist, wirst Du die Vorteile von Einstellungen schnell zu schätzen wissen.

Die Programmhilfe nutzen

Alle Programme bieten Dir in irgendeiner Form eine ausführliche Hilfe an, die Dir jede einzelne Einstellungsmöglichkeit erklärt. Sehr oft kannst Du diese Hilfe kontextbezogen über die Taste F1 abrufen. Vieles erklärt sich aber schon anhand der Erklärung neben oder vor einer Einstellmöglichkeit. Falls Du also noch weiteres und tieferes Interesse zu bestimmten Dingen hast, ist die übliche Programmhilfe ein guter Startpunkt, um mehr zu erfahren.

Leider ist ein komplettes Handbuch nicht immer in einer Standardinstallation enthalten. Viele Softwarefirmen setzen hier auf einen Onlinezugang und übertragen Dir nur den Teil, den Du gerade hinterfragst. Das hat den Vorteil, dass diese Form der Hilfe meist aktueller ist, als Offlineversionen. Wenn Dir die Erklärungen der Hersteller zu komplex sind, findest Du viele Infos im Internet oder Du kannst Dich direkt mit anderen Usern deiner Software austauschen. Ein guter Weg bei Bildbearbeitungsprogrammen ist zum Beispiel das fotocommunity Softwareforum.

Aber auch völlig andere Fragen rund um die Einstellung anderer Dinge, wie zum Beispiel an Deiner Kamera, werden Dir in dem breiten Angebot der fotocommunity Foren beantwortet.

Es gilt hier, wie auch auf anderen Websites die Netiquette. Also nett fragen hilft Dir eine Antwort zu bekommen. Vielleicht sogar eine besonders nette ;-)!

Aber bedenke bitte, nicht jeder Tipp muss zu Dir und Deinen Wünschen passen. Die gewählten (Vor-)Einstellungen anderer Anwender müssen nicht unbedingt auf Dich zutreffen. Es macht aber trotzdem Sinn, sich solche Tipps anzusehen und zu hinterfragen: Warum macht er es anders, als ich?

Was sind Grundeinstellungen?

Grundeinstellungen sind Parameter, mit denen ein Programm startet.

Dies kann zum Beispiel die Farbe der Panels und Menüs sein, aber auch, wo die Software vorschlägt, etwas zu speichern. Grundeinstellungen sind also Startparameter und meist wirken sich Änderungen erst nach einem Neustart auf das Programm aus. Es gibt aber auch Grundeinstellungen, die sofort Einfluss haben auf das Programm nehmen. Gute Programmierer weisen Dich auf einen nötigen Neustart des Programms hin – schlechte Programmierer findet man aber auch. Man wundert sich dann, warum sich nichts ändert

Allgemeingültig ist immer: Im Zweifel solltest Du nach einer Änderung der Voreinstellungen das Programm einfach einmal neu starten, um sicher zu gehen, dass die Änderungen übernommen werden.

Ich möchte Dir hier kurz eine Faustregel ans Herz legen, die ich von einem Administrator genannt bekommen habe (eigentlich in Sachen Hardware), die aber auch bei Software ganz gut funktioniert:

AEGAusschalten, Einschalten, Geht wieder.

Grundeinstellungen erklären sich schon vom Namen her und für was sie gut sind: Sie konfigurieren die Basiseigenschaften Deiner Software.

Du kennst solche Dinge sicherlich bereits vom Smartphone. Du stellst den Hintergrund ein, Deine Klingeltöne oder aber die Helligkeit des Displays. Diese Einstellungen scheinen Dir vielleicht logischer, als die des „Speicher-Caches“, aber sie sind es nicht. Es sind und bleiben Einstellungen, die Du nach Deinen Vorstellungen verändern kannst, die nichts kaputt machen und die Du jederzeit ändern kannst.

Das Prinzip aller Einstellungen

Ein Programmierer steckt häufig in der Bredouille. Er entwickelt eine tolle neue Funktion, die aber nicht immer oder jedem seiner User nutzen würde. Damit er aber die Funktion anbieten kann, erstellt er eine Art Programmweiche: „Willst du XYZ oder willst du ZYX?“

Dies geschieht häufig mit mithilfe einer Checkbox (Kreuzchen Ja/Nein) oder eines Schiebereglers. Diese kommen mit einer kleinen Erklärung daher. Manche Programme bieten zusätzlich zu der kurzen Erklärung eine etwas detailliertere Information an, wenn die Maus eine Weile über der Einstellung schwebt. Ein kleines Infopanel erscheint dann in der Nähe der Maus.

Diese Wahlmöglichkeit findest Du immer, wenn Du Software nutzt. Zum Beispiel ist ein Filter für das Scharfzeichnen von Fotos oft mit Einstellungen verbunden. Denn nicht jedes Foto (Größe, Ausgabe, Geschmack) kann per se gleichbehandelt werden.

In diesem Artikel beschränke ich mich aber auf die tatsächlichen Grundeinstellungen.

Grundeinstellungen-Hilfetext
Zusätzlich zur Information neben der Checkbox bieten viele Programme zusätzliche Informationen an,wenn der Mauszeiger auf einer Checkbox eine Zeit verweilt (gelb hinterlegte Info). Witzigerweise ist die Zeit bis zum Erscheinen dieser Information wiederum eine Grundeinstellung.

Wo finde ich Grundeinstellungen?

Wenn sich die Programmhersteller an allgemein gültige Orte für die Grundeinstellungen halten würden, wäre es jetzt einfach. Aber leider finden sich die Grundeinstellungen immer gerne an anderen Orten. Bei Apples OS-X (Mac) zumindest finden sich die Grundeinstellungen fast immer am selben Ort: Oben links unter dem Basismenü des Programms.

 

Grundeinstellungen-Photoshop-Mac
Hier findest Du beispielsweise die Photoshop Einstellungen bei einem Mac.

Bei Windows Systemen findest Du das Menü oft unter dem Menüpunkt „Bearbeiten“ oder aber unter dem Menüpunkt „Hilfe“.

Grundeinstellungen-Photoshop-Windows
Etwas verschachtelt aber gut zu finden: Die Grundeinstellungen von Photoshop bei Windows-Systemen findest Du unter dem Menü „Bearbeiten“.

Anordnung von Einstellungen

Da Software immer weiter entwickelt wird, finden auch immer mehr Basiseinstellungen ihren Weg in die Benutzeroberfläche. Die meisten großen Programme organisieren die Einstellungen anhand von logischen Gruppen. Diese können als „Tabs“ (kleine karteiähnliche Reiter) oder Untermenü auftauchen. Meist aber ergibt sich ein schnell zu begreifendes logisches Bedienungsmuster.

Grundeinstellungen-Libreoffice
Beispiel von Libre-Office, ein Office Paket, das die vielen Einstellungen in Klappmenüs organisiert.

Unterschiede PC vs. Mac

Ich werde Dir in den kommenden Artikeln immer die Grundeinstellungen von Apple Systemen und PC-System nebeneinander legen. Wie Du sehen wirst, sind diese nicht immer deckungsgleich – sowohl in den Möglichkeiten, sowie bei der genutzten Einstellung. Dies liegt zu großen Teilen in der oft sehr unterschiedlichen Auslegung der Betriebssysteme, die den verschiedenen Computern zugrunde liegen.

Es handelt sich um verschiedene Bildschirmfotos zweier unterschiedlicher Nutzer – mit ihren eigenen Wünschen und Vorlieben. Und genauso sollten auch Deine Einstellungen aussehen. Es gilt, nicht einfach alles blind nachzuahmen, sondern sich durch eigene Gedanken, Wünsche und Befindlichkeiten alles so zusammen zu stellen, dass es für Dich perfekt „fluppt“!

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3 Kommentare

  1.   September 9, 2016 at 6:16 PM
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    Ich finde diese Erklärungen sehr gut. Für mich ist dies allerdings nicht viel Neues, da ich Lightroom schon lange benutze. Dazu den Photoshop mit.
    Mit freundlichen Grüßen Peter

  2. seepferdchen
      Mai 12, 2016 at 10:24 AM
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    Hi, ich fange ja erst an und brauche für alles länger. Durch meine Krankheit, ich hoffe das ist keine Problem. Ich finde es toll das man hier alles so gut erklärt bekommt.
    Einen schönen Donnerstag wünscht Karin

  3. Arn
      Mai 10, 2016 at 8:11 PM
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    Guten Abend.

    Einfach super Ihre Beiträge die mir sehr viel helfen.

    Besten Dank

    Mit freundlichen Grüssen

    R.Arn

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