Gestaltungsmöglichkeiten bei der Unterwasserfotografie

Auf Fototauchgang. Nicht jeder Fotograf ist gleichzeitig ein guter Taucher, aber ein perfekter Taucher kann zum hervorragenden Unterwasserfotografen werden. Voraussetzung für beeindruckende Unterwasserfotos ist nicht nur die Spezial-Fotoausrüstung, sondern auch ein Fotograf, der gut tauchen, sprich sich tarieren und damit sicher in der Schwebe halten kann. Bilder mit atemberaubenden Einsichten in die wundersame Welt am Korallenriff sind die Belohnung für diese körperliche Herausforderung.

Der Artikel stammt aus der ColorFoto 04/2020.

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Für die gewohnte Kamera ein UW-Gehäuse, bei dem die Einstellmöglichkeiten der Kamera von außen zugänglich sind, der passende Tubus für das Objektiv (Makro oder Weitwinkel), ein perfekt tarierender Taucher als Fotograf, ein verständnisvoller Tauch-buddy und viel künstliches Licht: Das sind die Voraussetzungen für die erfolgreiche Fotografie unter Wasser. Und nicht zuletzt ein interessantes Tauchgebiet mit farbenprächtigen Riffbewohnern. Zudem sind auch ein paar Kenntnisse über die Eigenheiten und Verhaltensweisen der Motive nützlich. Wichtigstes Gebot am Riff: Nichts anfassen!

Künstliches Riff

Unterwasserfotografie und die Motive
Nikon D800 | 35 mm | ISO 200 | f/13 | 1/60 s
Foto: Maximilian Weinzierl

Der Fledermausfisch hält sich gerne in Riffnähe auf. Hier steht ein Prachtexemplar vor einem Eisenkonstrukt, das wegen seiner geometrischen Form wie ein Fremdkörper in dieser Umgebung im Indischen Ozean wirkt. Das Gebilde wurde eingebracht, um ein neues Riff entstehen zu lassen. Mannigfaltige Lebewesen haben es bereits als Siedlungsfläche in Besitz genommen und in hundert Jahren wird seine ursprüngliche Form nicht mehr erkennbar sein.

Lebensgemeinschaft

Korallengriff fotografieren: Unterwasserfotografie
Nikon D800 | 35 mm | ISO 400 | f/11 | 1/200 s
Foto: Maximilian Weinzierl

Das komplexe maritime Ökosystem Korallenriff besteht aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Lebewesen, die in Symbiose zusammenleben. Die Nahaufnahme zeigt den Mund einer Riesenmuschel (Tridacna), die sich tief ins Riff eingenistet hat, umgeben von Korallen, Algen, Schwämmen, Federsternen und vielem mehr. Das seitlich angeordnete tiefe Streiflicht hebt den Muschelmund sehr schön gegen den Riffuntergrund ab.

 

Allerweltsmotiv unter Wasser

Unterwasserfotografie: Clown-Fish
Nikon D800 | 50 mm | ISO 400 | f/16 | 1/125 s
Foto: Maximilian Weinzierl

Mit dem Kinofilm „Findet Nemo“ hat der Clownfisch, der in Symbiose mit einer Anemone lebt, weltweite Berühmtheit erlangt. Er ist vermutlich der meistfotografierte Riffbewohner überhaupt und deshalb gibt es von diesem prächtigen Anemonenfisch unendlich viele, perfekt ausgeleuchtete und perfekt scharfe Fotos. Ein Unterwasserfotograf kann mit diesem ausgeleierten Motiv nur noch aus der Masse hervorstechen, wenn er zum Beispiel eine besondere Lichtinszenierung am Riff realisiert. Hier gerichtetes seitliches Streiflicht von rechts oben, das vor allem das Fischpärchen trifft und es prominent vom Riffhintergrund abhebt.

Massendrang

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© Alle Rechte beim Autor Nutzung ausschließlich im Zusammenhang mit dem gelieferten Artikel. www.maximilian-weinzierl.de

Ein großer Schwarm von kleinen Riffbarschen (blau- grünes Schwalbenschwänzchen) steht überm Korallenriff. Normalerweise schwimmen die Fischchen quirrlig durcheinander. Nur wenn sie aufgeschreckt werden, formieren sie sich und schwimmen in die gleiche Richtung. Der Schwarm bewegt sich dann als geordnetes Ganzes und wie auf ein geheimes Zeichen ändert er ständig blitzschnell die Schwimmrichtung. Für den Unterwasserfotografen ist dann die Herausforderung, im exakten Moment kurz nach dem Richtungswechsel auszulösen und auch noch darauf zu achten, dass nicht allzu viele Fische das Blitzlicht direkt spiegeln, denn das führt zu ausgefressenen Lichtern.

Tiefe Einsichten

Makroaufnahmen sind bei der Unterwasserfotografie beliebt
Nikon D800 | 105 mm | ISO 200 | f/18 | 1/125 s
Foto: Maximilian Weinzierl

Makroaufnahme einer Anemone. Die nesselbesetzten Tentakeln sind ständig auf der Suche nach Nahrung, die sie dann zur Mundöffnung in der Mitte des Blumen­tiers befördern. Auch bei Makroaufnahmen am Riff kann eine ausgeklügelte Lichtinszenierung ein oft ge­sehenes Motiv zum Hingucker machen; bei diesem Motiv bleibt ja genug Zeit, das Tier bewegt sich kaum von der Stelle.

Farbwunde

Farbinszenierung unter Wasser
Nikon D800 | 105 mm | ISO 200 | f/10 | 1/250 s
Foto: Maximilian Weinzierl

Muster und Farben dienen bei Riff­ barschen der innerartlichen Kom­munikation, aber auch der Tarnung in der Riffumgebung. Dieser pracht­volle­ Masken-Papageifisch­ legt gerade eine Schwimmpause auf dem Riffdach in nur 2 Meter Tiefe ein. Bei behutsamer Annäherung kann er in Ruhe porträtiert werden. Das Licht ist hier eine ausgewogene Mischung aus Tageslicht (Riffumge­bung im Hintergrund) und Kunstlicht (leichter Aufhellblitz auf den Fisch).

Autor: Maximilian Weinzierl

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