Der Einstieg in die Fotografie: 5 Tipps für weniger Frust mit der Technik

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In Zusammenarbeit mit SIGMA
Nach den ersten zwei Einsteigerartikeln zur Motivation und zum Motiv möchte ich mich heute der Technik widmen.

Technik ist nicht nur das, was sich im Inneren der Kamera oder von Software abspielt. Nein, Technik ist auch der Umgang mit den ausgewählten Motiven, mit Deinem Equipment und den Menschen vor, seitlich und hinter der Kamera.

Technik ist tatsächlich wichtig bei der Fotografie und ob Du es glaubst oder nicht: Sie soll und muss Dir helfen. Lasse Dich auf keinen Fall von ihr bedrohen.

Es kann Dir passieren, dass Du einem Naturfotografen begegnest mit teurer Kamera und einem Teleobjektiv mit 600mm Brennweite.  Dieser Fotograf wird Dich eventuell belächeln, wenn Du sagst, Du möchtest Wildtiere fotografieren.

Und tatsächlich: Es wird Dir kaum gelingen ein formatfüllendes Porträt von einem Rehkitz zu fotografieren.

Aber Du kannst ein Landschaftsfoto fotografieren und die Rehe zum Beispiel in das Landschaftsfoto als Natur integrieren. Insofern höre nicht auf den Techniker mit seiner Ausrüstung für 20.000€, sondern auf Dein Herz!

Es bedarf dennoch einiges an Übung, um mit jeder Art von Technik richtig umgehen zu können. Auch die Wahl einer bestimmten Technik kann entscheidend sein. Du kannst eine vernünftige Wahl der benötigten Technik aber nur treffen, wenn Du geübt in ihr bist.

Technik hilft

Jede Technik macht unsicher – weil es ja so viele Dinge zu beachten gibt. Das raubt jedem schnell die Lust, denn es lauert ja immer im Verborgenen die eine Sache, die man vergessen hat.

„Ja hätte ich nur…“ solltest Du als Einsteiger nicht im Ansatz denken und Dich auf keinem Fall davon abhalten lassen weiterzumachen. Du wirst auch in hundert Jahren immer etwas vergessen oder falsch machen, versprochen. Selbst uns passiert es immer wieder, dass wir Dinge, die wir kennen und wissen, trotzdem vergessen.

Wir folgen dann dem pragmatischen Ansatz: Wir machen das Beste daraus, dabei hilft dann natürlich auch die Erfahrung. Es wird Dir jedoch über die Zeit leichter fallen mit diesem drohenden Zeigefinger umzugehen. Er wird Dir mehr und mehr egal.

Technische Erfolge

Für die Motivation müssen natürlich Erfolge her. Um diese zu erzielen, brauchst Du das Wissen um die Technik anfänglich nicht unbedingt. Es kommt ja darauf an, was Du selbst als Erfolg siehst und was Du für Erwartungen hast. Aber um weiter zukommen, musst Du offen sein, Dich mit ein paar Techniken auseinander zusetzen. Im wesentlichen sind dies:

Lass Dich nicht von der Technik abhalten zu fotografieren!

Weder alte noch neue Technik sorgt für ein gutes Foto. Ansonsten gäbe es ja gar kein Museum mit Fotografien. Jedes dort ausgestellte Foto kann dieser falschen Logik folgend ja kein gutes Foto sein. Denn es gibt ja immer bessere Technik, nach jeder Aufnahme. Immer!

Das Foto ist mit einer Nikon E990 (eine sehr frühe Digitalkamera) unter üblen Lichtbedingungen entstanden – nein, es ist beim Vorbeigehen geknipst worden. Keinerlei Gedanken wurde hier an „Technik” verschwendet. Und, es ist doch ein prächtiges Foto geworden!

Lerne in kleinen Dosen, aber lerne

Lerne immer wieder ein wenig Technik kennen – kontinuierlich, aber in vertretbaren Mengen. Dazu gehören dann aber nicht nur die Dinge innerhalb der Kamera, sondern auch, wie man sich zum Beispiel einem Vogel am Besten nähert oder wie man einem Modell am Geschicktesten seine Wünsche mitteilt. Hier in der Fotoschule bist du also eigentlich schon ganz richtig, schließlich senden wir Dir jede Woche zwei neue Lerninhalte zu, wenn Du unseren Newsletter auf der rechten Seite abonnierst ;-)

Du musst nicht gleich mit einem sibirischen Tiger in freier Wildbahn anfangen, um Dich der Tierfotografie zu nähern. Ein angefüttertes (nicht von mir) Eichhörnchen ist als Versuchsmodell hervorragend geeignet.

Beschäftige Dich mit Deiner Kamera – spielerisch!

Gutes Equipment macht viel Spaß, verleitet aber auch zur übermäßigen Technikverliebtheit. Es ist aber nicht unwichtig zu wissen, was Deine Kamera so drauf hat. Du wirst Dich wundern, was eine vermeintlich alte Kamera alles für Möglichkeiten bietet.

Hier sitze ich bei einem Bier am Strand und spiele mit meiner Kamera. Ich wusste nicht, ob die Kamera einen sogenannten Sperrfilter für Infrarot eingebaut hat. Egal, ich habe einfach mal meine UV- und IR-Filter auf das Objektiv gesetzt und sinnlos in die Gegend geknipst. Viola, jetzt weiß ich es.

Wer zuerst abdrückt hat nicht automatisch das bessere Foto!

Nimm Dir Zeit und schau bei den digitalen Kameras auf Dein Display, ob Dich Etwas an der letzten Aufnahme stört. Ändere es, so oft Du möchtest. Es spricht nichts dagegen viele Fotos zu machen, Du fotografierst digital, die Speicherkarte hat viel Platz. Schaue Dir die Aufnahmen später in Ruhe an, auch die schlechten – um davon zu lernen.

Es ist immer Zeit und Geduld für das richtige Foto nötig. Hier hab ich so 45min einfach im Sand gesessen. Ungeplant.

Wie halte ich meine Kamera?

Ja, richtig gehört. Der häufigste Fehler bei Einsteigern ist der Haltung der Kamera. Da gibt es die tollsten Möglichkeiten. Die Kamera muss schlussendlich beim Auslösen ruhig sein. Schaue Dir da ruhig mal beim „Profi“ den Griff ab. Und das gilt für alle Kameras wie zum Beispiel Smartphones, Bridgekameras, Kompaktkamera und natürlich die großen Spiegelreflexkameras (heute häufig D-SLR genannt).

Erst die letzte Version gibt der Kamera die richtige Ruhe. Arm aufgelehnt und die freie Hand unter das Objektiv. Auge nah am Sucher und der Körper, dem gewählten Bildausschnitt geschuldet, etwas gedrungen positioniert.

Somit bin ich vorerst am Ende meiner kleinen Artikelreihe für Einsteiger angelangt. Wünschst Du Dir noch weitere Artikel in dieser Anfängerreihe? Wenn ja: Zu welchen Themen?

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16 Kommentare

  1.   Juni 6, 2019 at 3:25 PM
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    Interessant, dass schon die Haltung der Kamera so einen großen Effekt auf das fertige Foto haben kann. Ich denke auch darüber nach, ob ich nicht lernen soll, wie man professionelle Fotos macht. Mein Onkel ist Pressefotograf und bei ihm sieht das ganze immer so einfach und Spaß-bringend aus.

  2.   Oktober 23, 2018 at 11:39 AM
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    Eine befreundete Fotografin mag es sehr die Fotos einzugrauen. Ich glaube, dass das Stil ist, allerdings mag ich Farbe lieber. Das bessere Foto hängt aber auch von der Perspektive und dem Licht ab.

  3. BERND
      November 7, 2016 at 7:30 PM
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    Man hat schon einiges gelesen, ausprobiert und getestet. Mein Grundsatz ist “man lernt nie aus”
    100 mal gelesen und beim 101ten mal wieder eine kleinigkeit mit genommen. Deshalb finde ich das was hier geschrieben wird super gut. Und einiges werde i h bestimmt noch öfter lesen.

  4. U.F.S.
    Ursula Splieth
      Oktober 25, 2016 at 9:32 AM
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    Ich habe eine Kater namens Charlie und fotografiere ihn gerne. Und hätte gerne noch Tipps für Einstellungen.
    Hab aber keine Spiegelreflexkamera sondern eine Panasonic DMC FZ 48.

    1. Norbert Eßer
        Oktober 25, 2016 at 9:50 AM
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      Wir werden noch einige Artikel über Tierfotografie schreiben aber generell vermeiden wir auf bestimmte Kameramodelle im speziellen einzugehen. Dennoch wird auch Dir in diesen kommenden Artikeln geholfen mit allgemeinen Tipps und Tricks. Der Veröffentlichungstermin steht aber noch nicht fest.

  5. Ingeborg Grüber
      Juli 18, 2016 at 5:20 PM
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    Danke,
    die Ausführungen waren sehr tröstlich und voller Hoffnung für meine Unternehmungen.

  6. Gisi M.
      Juli 17, 2016 at 5:22 PM
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    selbst für Hobby-Fotografen mit gesammelter Erfahrung ist immer etwas in der Wissens-Kiste. Gut dosiert bleibt die Wiederholung auch im Kopf. Herzlichen Dank.

  7. zauberheini
      Juli 16, 2016 at 5:29 PM
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    Sehrgute Eiinführung alles ist toll beschrieben. Bitte so weiter machen,man lernt ganz viel als Einsteiger, entlich etwas das verständlich ist.

  8. Schmid Karl-Heinz
      Juli 16, 2016 at 12:03 PM
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    I bin wia a Schwamm, saug ois auf.

    Danke füa “Nahrung”

    Da Heinz

  9. A.Bock
      Juli 15, 2016 at 5:14 PM
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    Danke nicht nur für Einsteiger ein sehr guter Beitrag.
    Mit welchen Grundeinstellungen geht man auf Fototour?

  10. Carlos-Aarón
      Juli 15, 2016 at 1:17 PM
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    Die Kommentare sind nicht nur für Einsteiger interessant sondern für alle die Freude an der Fotografie haben. Für mich persönlich würde mich das Thema
    Portrait-Foto sehr interessieren.
    Danke dafür.
    MfG
    Carlos-Aarón

  11. Heiko Rönsch
      Juli 15, 2016 at 12:35 PM
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    Gute lehrreiche Tips, von denen ich immer wieder etwas auf dem Weg mitnehmen kann.
    Danke dafür.

  12. E. Stoller
    Ella Stoller
      Juli 15, 2016 at 12:16 PM
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    Guter und für mich lehrreicher Bericht. Danke

    1. Ingrid Kahles
        Juli 15, 2016 at 12:35 PM
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      Danke, sehr gute Hinweise !

      1. Ingrid Kahles
          Juli 15, 2016 at 12:47 PM
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        Danke, dies sind sehr gute Hinweise !

        1. Peter Wahode
            Juli 15, 2016 at 8:59 PM
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          mit einfachen Worten, gut dosierte Tipps.
          ausgezeichnet!

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