Anleitung: Passfotos selber machen

In Zusammenarbeit mit SIGMA
Manchmal sieht man vor lauter Wald die Bäume nicht. Einer der immer wiederkehrenden Wünsche meiner Freunde, Bekannten und Verwandten und auch in den Foren der fotocommunity ist: ich möchte gerne meine Passfotos selber machen!

Ich glaube, dass diese Art der Fotografie den höchsten direkten Nutzwert für alle Menschen bietet und daher folgt dieser recht trockene, aber funktionelle Artikel darüber, wie man das perfekte Passfoto auch selber machen kann.

So simpel es auch ist – es traut sich kaum jemand ein Passfoto von anderen oder gar mit Fernauslösung oder Selbstauslöser von sich selbst zu machen.

Es werden dann Automaten für Passfotos aufgesucht mit den bekannten, mehr schlechten als rechten Ergebnissen, die aufgrund der gestiegenen biometrischen Anforderungen zudem immer öfter abgelehnt werden. Oder man wendet sich doch an den Dorffotografen, der dann recht viel Geld für ein so simples Passbild verlangt.

Und Passfotos werden nicht mehr nur für Ausweise benötigt, auch Sportstudios, Studentenausweise und Fahrkarten benötigen ein Abbild unseres Antlitzes.

Versuche es doch einmal dein nächstes Passfoto einfach selber zu machen. Es ist nicht so schwierig.

7 Punkte, die Du bei Deinem selbst gemachten Passfoto beachten solltest

1. Passfotos selber machen: die Reglementierungen

Was früher noch gern gesehen war, ist heute, dank der Biometrie, teilweise nicht mehr erlaubt. Dies gilt dann aber wiederum nur bei offiziellen Dokumenten wie Personalausweis und Reisepass, weniger für Führerschein oder Schülerausweis. Kinder unterliegen hier weniger strengen Regeln, als Erwachsene.

Die Biometrie ist eine Technik um Fotos von Menschen vergleichbarer zu machen. Mit verschiedenen Mess- und Auswerteverfahren können hiermit schnell Gesichter von Maschinen und Computern erkannt werden. Aber auch der Polizist und der Zöllner haben es mit diesen verbindlichen Regeln leichter bei einer Kontrolle das Gegenüber zu identifizieren.

Wenn Du dabei bist, deine Passfotos selber zu machen, solltest Du immer daran denken: Die Passbilder sollen dich identifizieren. Wer also keinen „Spaß“ mit Offiziellen haben will, sollte Eitelkeiten ablegen. Die abschließende Beurteilung liegt außerdem bei den Behörden, dort werden die Passfotos eingescannt und mithilfe einer speziellen Software auf ihre Tauglichkeit bezüglich der biometrischen Auswertung beurteilt.

2. Passfotos selber machen: das Format

Die Größe für Passfotos hat sich über Jahre etabliert. Es ist und bleibt bei 35mm * 45mm im Hochformat ohne jeglichen Rand. Diese Die Passfotos werden von den Ausweisherstellern beziehungsweise der Behörde (meist das zuständige Rathaus oder Landratsamt) jedoch eingescannt und nicht mehr wie früher eingeheftet. Dies bedeutet: Es kann sich hier und da auch einmal ein Versatz ergeben.

Gegenmittel gibt es keine.

Entweder wird das selbst gemachte Passfoto akzeptiert oder abgelehnt, dann nützt auch Diskussion nichts.

Format – Passfoto: Passfotos selber machen
So sollte ein Passfoto aussehen. Der graue Hintergrund muss natürlich weggeschnitten sein, da kein Rand erlaubt ist.

Es gibt auch Regeln über das, was zu sehen sein sollte. 70-80 % der Fotohöhe sollte mit dem Gesicht bedeckt sein. Der Kopf darf aber nicht beschnitten sein. Zudem muss das Gesicht in der Mitte des Passfotos sein. Die Nase ist ein guter Mittelpunkt für den späteren Schnitt in der Bildbearbeitung. Du kannst gerne mein Gesicht als Schablone unter Dein eigenes legen, um den endgültigen Schnitt festzulegen.

3. Passfotos selber machen: die Technik

Ein Passfoto sollte frontal das Gesicht zeigen. Waren früher noch leicht gedreht Köpfe erlaubt, so geht das heute leider nicht mehr. Das bedeutet natürlich auch eine homogene Ausleuchtung ohne harte Schatten. Am besten nutzt man hier wieder die bekannte Technik der „Bouncing Lights“. Also das Anstrahlen einer hellen Fläche und das Nutzen des abprallenden Lichtes als Grundlicht.

Wer eine Softbox sein eigen nennt, ist hier fein raus. Es genügt oft, sich ganz nah neben der frontal auf das Gesicht gerichteten Softbox zu positionieren. Natürlich sollte die Lichtmenge mit dem Umgebungslicht abgestimmt sein.

Kein heftiger und harter Schatten darf das Gesicht verfälschen.

Passfotos selber machen
Einfacher Lichtaufbau für ein Passfoto. Eine helle Wohnung mit weißen Wänden als „Bouncing“-Fläche funktioniert aber auch.

Der Hintergrund sollte weiß sein. Die Hersteller von Ausweisen stellen gerne das Gesicht frei und weiß hilft ungemein, um später keine Fehler im Ausweis zu haben.

Bei Brillenträgern darf kein Schatten der Brille das Bild dominieren. Das kannst Du nur mit sehr weichem und breitem Licht erzielen. Aber auch Reflexe des Brillenglases sind verboten.

Natürlich sollten auch keine Brillen mit breiten Rahmen die Augen verdecken. Von Sonnenbrillen ganz zu schweigen. Es ist außerdem jedem freigestellt, sich mit oder ohne Brille zu fotografieren.

4. Passfotos selber machen: die Bildbearbeitung

Auch hier gilt: Du musst identifizierbar bleiben!

Sicher kann man das ein und andere Haar weg stempeln, aber von unveränderlichen Kennzeichen sollte man die Finger lassen. Also keine Muttermale entfernen, keine Tattoos, Falten bleiben da, wo sie sind und werden weder gemildert, noch abgeschwächt

5. Passfotos selber machen: der Druck

Was viele abschreckt, ist der eigene Druck von Passfotos.

Nur keine Angst, die Qualität der meisten Fotodrucker reicht vollkommen aus, um Passfotos auszudrucken. Als früher noch „Originale“ in einen Ausweis geheftet wurden, waren diese Anforderungen anders. So durfte das Passbild nicht ausgedruckt sein, sondern es musste sich um einen Fotoabzug handeln. Da heute die Passfotos aber per Maschine abgescannt und weiterverarbeitet werden, ist dies kein Hindernis mehr.

Bei Problemen mit der Helligkeit oder der Farbtreue des Druckers hilft ein Mehrfachausdruck, bei dem Du jedem Passfoto eine etwas andere Helligkeit per Bildbearbeitung gibst. Nach dem Ausdruck ist dann meist eins dabei, was ordentlich aussieht.

Das Papier sollte ein Fotodruck-Papier sein und sich nicht durch Feuchtigkeit wellen. Hochglanz ist zu bevorzugen, da es sich besser scannen lässt.

Matrix Passfoto: Passfotos selber machen
Einfach in der Bildbearbeitung eine Matrix mit unterschiedlicher Sättigungen und Helligkeiten anlegen und im Druck später erst das richtige Foto heraussuchen. Dieses Vorgehen ist einfacher und effektiver, als lange mit den Druckereinstellungen zu kämpfen.

6. Passbilder selber machen: die Auflösung

Jetzt kommt sicher die Frage nach der „Auflösung“ von Passfotos. Diese Frage ist einfach zu beantworten: Kümmere Dich nicht darum!

Heutige Kameras (und dazu zählen auch Smartphones) haben genug Pixel. Schaue dir hierzu gerne unsere Artikel rund um das Bewerbungsfoto an:

Wenn Du Dich (Dein Passfoto) selbst nicht zu pixelig im Druck empfindest, dann ist alles gut. Die Ausweise sind auch „nur“ gedruckt und es geht hier nicht um die letzte Haarsträhne. Bist Du gut zu erkennen, gibt es weltweit keine Probleme (im Grunde ist schon dann alles ok, wenn Dein Foto im Einwohnermeldeamt für den Ausweis akzeptiert wurde).

7. Passbilder selber machen: die Eitelkeiten

Und nochmals, Eitelkeiten hin oder her.

Wer sich eine Narbe wegretuschiert, sollte sich nicht wundern, wenn er am Flughafen genauer unter die Lupe genommen wird. Wer sein Gesicht durch „Verflüssigen“ (eine Funktion zum Morphen von Fotos) in Photoshop ein wenig gerade rückt, wird sicher bei der nächsten Polizeikontrolle ein Besuch in der Wache machen.

Eitelkeiten hin oder her: Bei Passfotos geht es um die Identifizierung, je näher das Foto an den Tatsachen ist, umso weniger Probleme wirst Du haben.

Ich wünsche Dir nun viel Erfolg bei der Erstellung Deines nächsten Passfotos!

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6 Kommentare

  1. Arthur Kabriel
      März 3, 2016 at 8:02 AM
    Kommentar bewerten

    Danke für die ausführliche Erklärungen!

  2.   Januar 4, 2016 at 7:03 PM
    Kommentar bewerten

    Danke, sehr hilfreich um auch Passfotos nach neuen Vorschriften selber zu machen!

    LG Moni

  3.   Dezember 24, 2015 at 6:36 PM
    Kommentar bewerten

    Der Führerschein ist genau so ein offizielles Dokument wie der Personalausweis ;-) Und nur der Vollständigkeit halber sei auch die Gesundheitskarte erwähnt, die ohne ein ebensolches Passbild nicht ausgestellt wird. Auch wenn die Krankenkassen nicht so streng bei der Akzeptanz der Bilder sind wie das Amt, die Größen müssen doch stimmen.

    Hochglanz ist vom Amt schlechter zu scannen als mattes Fotopapier. Seidenraster oder Perlglanz können aber zu Problemen führen.
    Zur Größenkontrolle, für alles Erlaubte und Verbotene und auch für einen Passbild-Generator gibt es hier die Hilfen der Bundesdruckerei:
    http://www.biometrisches-passbild.net/downloads

    Und auch wenn der Norbert ein klassisch schönes und unverwechselbar sympathisches Männergesicht hat :-D, es gibt natürlich jede Menge Gesichter die mehr Fehlerpotential aufweisen: Eine wilde Haarmähne ist ein Beispiel, Brillen und Kopftücher aber ebenso. Von überlangen, breiten bis runden oder gar unregelmäßig geformten Gesichtern gar nicht erst zu reden.
    In diesem Zusammenhang finde ich es sehr traurig, wie sehr gerade hier in dieser Community die Arbeit des niedergelassenen Fotografen herabgewürdigt wird.
    Ein kurzer Blick auf die Foto-Mustertafel und man merkt dass es vielleicht doch nicht „mal eben so“ gemacht ist. Es ist nicht „simpel“, und die üblichen 8 bis 15 Euro für eine anständige Dienstleistung sind keinesfalls zu teuer. Denn dass man nicht den Ausdruck bezahlt, sondern das Wissen, die Fertigkeiten und nicht zuletzt die regelmäßige Verfügbarkeit der Fotografen in den Portraitstudios, das weiß man doch nun wirklich.
    Nix für ungut, liebe Grüße und allen frohes Fest,
    Roland

  4. Luzylinde
      Dezember 14, 2015 at 2:20 PM
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    Am Besten hat mir der Drucktipp gefallen. Die Bilder mit unterschiedlichen Einstellungen .Wenn man die dann noch notiert, lässt sich das gute Ergebnis sogar für den nächsten Ausweis wiederholen.

  5. Eikkader
    Eikkader
      Dezember 11, 2015 at 2:14 PM
    Kommentar bewerten

    Gute Anleitung. Kann alle Angaben bestätigen, da selbst schon oft gemacht. Tageslicht durch ein Fenster ( Nordseite) funktioniert ebenfalls wunderbar.

  6. Josef Strohmayer
      Dezember 10, 2015 at 4:49 PM
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    Ich finde den Beitrag sehr gut! Vielen Dank dafür.

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